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Test Vision Ears Erlkönig

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    Test Vision Ears Erlkönig

    Der Beste IEM der Welt?

    Der Erlkönig markiert die Sperrspitze des deutschen Herstellers Vision Ears aus Köln. Leider wird er aktuell nicht mehr produziert. Eine limitierte Variante, die zuletzt erschien war innerhalb von 3 Stunden ausverkauft. Wer weiß, vielleicht kommt da irgendwann noch was? Die Gebrauchtpreise liegen bei rund 3000€ und mehr.


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    Erfreulicherweise hat mir Amin Karimpour von Vision Ears sein persönliches Modell des Erlkönigs für einen Test bereitgestellt. Dabei handelt es sich um eine schwarze Version mit Lederaufsatz, den es so nie gegeben hat. Angeblich das erste schwarze Modell was damals produziert wurde, Wahnsinn! Und vielen lieben Dank an Amin dafür!

    Vision Ears besitzt mit dem Elysium den bisher besten IEM, den ich jemals gehört habe. Tonal nahe der Perfektion mit minimal zu wenig Bass für meinen Geschmack. Umso interessanter war für mich der Test des Erlkönigs. Schon im Vorfeld meinte Amin zu mir: „Wenn du Bass magst, teste doch mal unbedingt den Erlkönig!“. Gesagt, getan, zum Sound komme ich etwas später. Die OVP und die gesamte Aufmachung hatte ich nicht zu Hause. Jedoch weiß ich schon vom Elysium das VE auch hier nicht gekleckert hat und die Produktbilder sprechen eine klare Sprache. Das ist ein absolutes Luxusobjekt und so ist es auch aufgemacht.


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    Der Ersteindruck vom Design des Erlkönig: Gehäuse aus reinstem Silber in perfekter Verarbeitungsqualität. Lederaufsatz, der dem IEM einen sehr edlen Touch verleiht. Das Gewicht ist aufgrund des Materials jedoch höher als bei anderen IEMs. Das könnte vielleicht beim Seal etwas störend wirken, wenn die Eartips zu locker sitzen. Bei mir hat er jedoch mit den richtigen Eartips (Comply T400) gepasst und war auch bequem für längere Zeit tragbar. Bei dem Kabel (Silber) handelt es sich um eine Sonderanfertigung von Effect Audio speziell für den Erlkönig. Ich habe zwischendurch auch ein anderes Reinsilberkabel sowie Kupferkabel probiert. Am Ende bin ich aber immer bei dem stock Kabel gelandet. Perfekt ausbalanciert. Da habe ich gar keinen Reiz noch was zu verbessern. Eher die Ungewissheit, dass es schlechter werden kann.

    Kommen wir nun zum Sound. Der Clou gleich zu Beginn. Der Erlkönig verfügt über einen Drehschalter mit 4 Klangprofilen und deckt so einen sehr großen Bereich von bevorzugten Klangsignaturen ab. Ich habe Ihn zu 95% auf der vorgesehenen Standardposition 3 betrieben. Für mich das ausgewogenste Klangbild von allem, bei dem nichts fehlt. Auch kein Bass! Position 4 senkt den Höhenbereich etwas für ein wärmeres Klangbild bei gleichbleibenden Bassbereich. Die Position 2 erhöht den Bassbereich etwas im Gegensatz zur Position 3. Position 1 stellt den Bass in der massivsten Variante dar. Für mich war das schon zu viel des Guten. Erinnert etwas an den Legend X. Da fehlt es dann etwas an Kontrolle im Bass. Position 2 hat durchaus auch für mich den Charme mal eingestellt zu werden, wenn gerade die Lust aufkommt für maximalen Slam und Punch. Der Bass bleibt in dieser Position auch immer sehr kontrolliert und dehnt sich nicht auf andere Bereiche aus.

    Doch zurück zur Position 3. Wie klingt er denn nun? Ich muss sagen als ich Ihn das erste Mal hörte war ich schon etwas baff. Hier ist ein sehr präziser IEM am werkeln mit sehr sauberem Klangbild. Jedoch fängt man nicht direkt an zu analysieren vom Bass bis zu den Höhen. VE hat es geschafft ein so kohärentes Klangbild zu erschaffen, dass man zunächst einfach nur abtauchen will in diesem Klang. BA Bass? Der soll nicht so dynamisch sein und zupackend? Fehlanzeige. Würde ich die technischen Daten nicht kennen würde ich behaupten hier verrichtet ein DD Treiber sein Werk. Höhen sauber und transparent wie bei einem E Stat. Keine EST Treiber, sondern nur BA Treiber. Wie man sieht kann man aus der Treibertopologie nicht immer gleich auf den Klang schließen. Hier werkeln 13 Druckkammertreiber unterteilt in 4 für den Bass, 4 für die Mitten, 4 für die Höhen sowie ein Super Tweeter. Vielleicht ist letzterer dafür verantwortlich, dass die Höhen die perfekte Symbiose aus Transparenz und Musikalität aufweisen ohne nur einmal ins harsche zu driften. Der Elysium ist bei den Höhen technisch gesehen einen Hauch vor dem Erlkönig. Nicht auszumalen wie gut die Höhen beim Erlkönig wären wenn VE hier EST Treiber verwendet hätte.

    Die Mitten und speziell die Stimmenwidergabe schlägt meine bisherige Referenz den Elysium. Bryan Adams Stimme bei Summer of 69 (MTV Unplugged) das ist Gänsehaut pur und habe ich mit einem IEM so noch nicht erlebt. Echt und natürlich, so stelle ich mir das vor!
    Anders als beim Elysium habe ich beim Erlkönig niemals das Gefühl hier wäre etwas zu wenig Punch vorhanden. Der Bass ist immer ausreichend vorhanden und noch detaillierter als beim Elysium. Der Bass fordert auch nicht die Aufmerksamkeit des Hörers und man konzentriert sich auf diesen, sondern er fügt sich so perfekt in den Mix ein, dass man einfach nur das große ganze genießt.

    Und hier sind wir schon bei der Tonalität. Diese würde ich als neutral warm bezeichnen ohne technische Mängel und Kompromisse.
    Die Bühnenabbildung erstreckt sich in etwa auf Elysium Niveau. Einzelne Instrumente und Schallquellen sind exakt im Raum positioniert und können mühelos geortet werden. Messerscharf wie bei einem Utopia ist es jedoch auch beim Erlkönig nicht und auch nicht so groß ausladend wie mit dem SR009. Die TOTLS Over Ears haben für mich die Nase immer noch vorn.

    Ist der Erlkönig nun der Beste IEM der Welt? Von allen Modellen, die ich je gehört habe setzt er sich doch teilweise erheblich ab. Jedoch habe ich einige Modelle noch nicht gehört, bei denen man immer mal wieder von dem Besten redet wie beispielsweise dem Oriolus Traillii. Der kostet aber wiederum noch mehr (6000 USD).


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    #2
    Schöne Pics

    NOMAX

    PS.mir war er dazumals leider zu schwer...mal schauen...vielleicht schreibe ich was zum Oriolus im Sommer wenn ich auf Urlaub bin und das Vöglein aus seinem Käfig darf und eine Runde fliegen lasse
    GREATEST HEADPHONE GURU FROM EUROPE and INITIATOR OF MYSPHERE 3.1

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      #3
      Hallo Thomas,

      Dein neuestes Review ist deutlich mehr als nur schöne Bilder.
      Denn das Ganze macht wieder einmal richtig Spaß zu lesen und ist wirklich spannend geworden - ein klasse Beitrag!
      Ich finde es absolut super, dass Du mittlerweile solche tollen Reviews hier einstellst.
      Wie schon öfters gesagt: Davon lebt unser Forum.
      Vielen Dank dafür!

      Schönen Gruß
      Carsten
      AHP Klangmodul > HMS Wandsteckdose > PS Audio AC12 > PS Audio Powerplant P3 > HMS Energia Suprema > Ayon CD-10 II Signature > HMS Suprema SR XLR > Trafomatic Primavera > Abyss AB 1266 Phi TC mit JPS SuperConductor HP + Hifiman HE1000 V2 mit Cardas Clear und Lavricables Master Silver. Rack: Creaktiv Audio 1-4 mit Black Forest Audio Soundboard

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        #4
        Thomas,

        SEHR interessanter Bericht - Danke !
        Zeigt (leider ?) auch , dass die Kleinen Dinger Grosse Preise haben können -
        aber was zählt, ist die KLANG-Qualität und nicht die Material-Quantität....

        Gruss
        Urs
        Eine wenig beachtete „Schellack-Weisheit“ besagt:
        Die Wahre Seele der Musik versteckt sich hinter Knistern und Rauschen….
        ========
        Mitglied der AAA Schweiz

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          #5
          Hallo zusammen,

          ich habe zwar kaum Zeit derzeit, aber ich fand, dass dieser IEM ein Review einfach verdient hat.
          Ein Ausnahme IEM der mir viele vergnügliche Hörstunden bereitet hat.

          LG Thomas

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            #6
            Hallo Thomas,

            schönes Review. Habe ich gerne gelesen. Aber warum ein Review von etwas das man nicht mehr kaufen kann?

            Was nützt es mir wenn ich lese wie toll er ist und am Ende steht... tja kaufen kann man ihn aber nicht mehr.

            gruss Dirk

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              #7
              Hallo Dirk,

              wieso denn gebraucht taucht er immer mal wieder auf besonders drüben im head-fi.

              Gruß Thomas

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                #8
                Hallo Dirk,

                es gibt doch auch Menschen, die lesen gerne Reportagen über Supersportwagen, die sie sich niemals werden leisten können.
                Oder über Oldtimer, die man schon lange nicht mehr neu bestellen kann.
                Einfach nur aus Interesse an tollen technischen Errungenschaften.


                Schönen Gruß
                Carsten
                AHP Klangmodul > HMS Wandsteckdose > PS Audio AC12 > PS Audio Powerplant P3 > HMS Energia Suprema > Ayon CD-10 II Signature > HMS Suprema SR XLR > Trafomatic Primavera > Abyss AB 1266 Phi TC mit JPS SuperConductor HP + Hifiman HE1000 V2 mit Cardas Clear und Lavricables Master Silver. Rack: Creaktiv Audio 1-4 mit Black Forest Audio Soundboard

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                  #9
                  Da ich mich als „High-End IEM-Neuling„ jetzt etwas ernsthafter mit dem Thema beschäftige, sind mir solche Berichte sehr wichtig.

                  Vergleiche mit den üblichen Verdächtigen im konventionellen KH Bereich wie E-Staten, Offene, Geschlossene, etc. geben mir eine gute Idee, was ich von IEMs erwarten könnte – und mit welchen Typen & Modellen ich mal beginnen soll, auch vom Kostenaspekt her .
                  (Speziell, wenn ich den Test-Hörer mit seinen Vorlieben und Abneigungen etwas einschätzen kann – Danke Thomas !!)


                  Dass das beschriebene Modell nicht mehr produziert wird, ist zwar schade, aber da gibt es sicher schon würdige Nachfolger oder Alternativen.

                  Gruss
                  Urs
                  Eine wenig beachtete „Schellack-Weisheit“ besagt:
                  Die Wahre Seele der Musik versteckt sich hinter Knistern und Rauschen….
                  ========
                  Mitglied der AAA Schweiz

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                    #10
                    Es freut mich sehr, dass nun schon mein zweites Review es auf die Titelseite bei headfi geschafft hat. ​​​​​​

                    Wünsche allen ein schönes WE!
                    Thomas

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                      #11
                      Glückwunsch!!!

                      Dir auch ein schönes Wochenende und Gruß
                      Carsten
                      AHP Klangmodul > HMS Wandsteckdose > PS Audio AC12 > PS Audio Powerplant P3 > HMS Energia Suprema > Ayon CD-10 II Signature > HMS Suprema SR XLR > Trafomatic Primavera > Abyss AB 1266 Phi TC mit JPS SuperConductor HP + Hifiman HE1000 V2 mit Cardas Clear und Lavricables Master Silver. Rack: Creaktiv Audio 1-4 mit Black Forest Audio Soundboard

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                        #12
                        Hallo Thomas,

                        auch von mir ein herzliches Dankeschön für deinen neuen Testbricht. Mach bitte weiter so! 👍

                        Lieben Gruß
                        Wolfgang
                        Meet the Musicalhead.de

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