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Naim Unity Atom Headphone Edition

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    Naim Unity Atom Headphone Edition

    Nach der Ankündigung des Naim Uniti Atom HE stellte sich bei mir zunächst recht schnell das „Haben-Wollen-Gefühl“ ein, vor allem da ich hochwertigen Roon-Endpoints nicht abgeneigt bin und zudem in vielen Fällen den Lautsprechern einen Kopfhörer vorziehe.

    Leider geizt aber Naim mit technischen Daten und als ich dann feststellte, dass der Naim weder einen USB-DAC bereitstellt, noch MQA dekodieren kann, jeglichen analogen Input digitalisiert, DSD nach PCM wandelt, über Toslink nur 24/96 verarbeitet, externe USB-Medien nur rudimentär unterstützt,... ließ die anfängliche Begeisterung doch deutlich nach.

    Zudem war der Naim Uniti Atom HE bei uns über Monate nicht lieferbar.

    Doch wie es der Zufall so wollte, erhielt ich Anfang Oktober ein Angebot, welches ich nicht ausschlagen konnte und trudelte das Gerät schon kurz danach bei mir ein.

    Was beim Auspacken und Aufstellen sofort auffällt ist, dass der Naim ein wirklicher Handschmeichler und zudem mit 7 kg kein Leichtgewicht in dieser Geräteklasse.

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    Vor allem der Lautstärkeregler an der Oberseite macht tierisch Spaß. Die durch LEDs angezeigte aktuelle Lautstärke wird nicht nur am Gerät selbst, sondern auch auf der Bluetooth-Fernbedienung angezeigt.

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    Apropos Lautstärkeregelung: Der Naim ist eines der wenigen Geräte, bei dem sich die Lautstärke auch hardwaremäßig direkt aus Roon heraus einstellen lässt.

    Was gibt es sonst noch zur Hardware zu sagen?

    Auf der der Vorderseite steht natürlich das große und gut auflösende Display im Vordergrund. Ansonsten haben wir hier ein paar Tasten zum Steuern und die Taste zur Auswahl der symmetrischen Kopfhörerausgänge (XLR und Pentaconn). Bei diesen beiden Ausgängen muss man im Gegensatz zum Klinkenausgang diese Taste betätigen, damit diese benutzt werden können.

    Auf der Rückseite befindet sich der XLR-KH-Ausgang, die analogen Ein/Ausgänge, die digitalen Eingänge, ein USB-A-Eingang und der LAN-Anschluss.
    Was mir persönlich etwas stört, ist der fehlende USB-DAC, um z.B. Raspberry Pi für weitere Dienste anzuschließen und dabei die vollständige Bandbreite des DACs zu nutzen.

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    Der DAC unterstützt PCM bis zu 32 Bit und 384 kHz, sowie DSD 128 und lässt sich in Roon kinderleicht konfigurieren.

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    Allerdings wird jeglicher analoge Input digitalisiert und DSD in PCM gewandelt. Zudem wird vor der Wandlung PCM auf 768 kHz resampelt.

    Dies heißt (was ich natürlich getestet habe), dass sich , ein Resampling in Roon oder per HQPlayer nicht wirklich lohnt, im Gegenteil: Natives Zuspielen ist hier (im Gegensatz zum Lumin T2, den ich als Haupt-Roon-Client benutze) für mich die beste Option.

    Zwar setze ich beim Streaming primär Roon ein, doch der Naim lässt sich natürlich auch (über Chromecast, Bluetooth oder nativ) wunderbar z.B. als Tidal- oder Qobuz-Abspieler benutzen. Alle mögliche Quellen (auch z.B. Internetradiosender) lassen sich als Favoriten speichern, die sich dann direkt mit der Fernbedienung, am Gerät selbst und mit der Naim-App aufrufen lassen.

    Apropos App: Diese muss sich nicht vor der Lumin-App verstecken und man sollte sie unbedingt installieren, da man nur so Firmwareupdates einspielen und das Gerät komplett konfigurieren kann.

    Der Naim kann auch als Musikserver mit Daten von angeschlossenen USB-Devices fungieren, doch gibt es hier (m.W. nur bis zu 20000 Titel) einige Einschränkungen, so dass man wohl besser auf einen externen Server setzt.
    Auch das direkte Abspielen von einem USB-Device ist eher ein Notbehelf, da die Steuerung mühsam ist und auf dem Display hier keine Covers angezeigt werden.

    Überhaupt ist die Anzeige auf dem Display ist m.E. durchaus verbesserungsfähig.
    Nur bei Zuspielung von einem DLNA-Server oder bei Qobuz (Tidal benutze ich nicht) wird auf dem Display die Bitrate angezeigt.
    Ansonsten ist das Display nicht groß konfigurierbar. Außer drei Dimm-Einstellungen (man kann es dazu noch komplett ausstellen) kann man beim Abspielen zwischen Uhr, Cover- und Detaileinstellung wählen. Ein Annäherunssenor sorgt dafür, dass von der Coveransicht auf die Detailansicht umgestellt wird.

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    Standardmäßig springt die Anzeige nach 10 Sekunden auf die Cover-Darstellung um.
    Leider lassen sich damit auch keine Playlisten anzeigen oder gar bearbeiten.

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    Es gibt natürlich noch weitere Features, die aber eigentlich aufgrund der Menüführung bzw. in der App-Steuerung selbsterklärend sind. Auf ein echtes Handbuch verzichtet Naim übrigens komplett.

    Doch was das Gerät nun?
    Ein Streamer, eine Vorstufe oder ein Kopfhörerverstärker?

    Ich benutze den Naim nur mit Kopfhörern und so kann ich über die eigentliche Vorstufe nichts sagen.
    Beim Hörtest werde ich mich kurzfassen, da ich kein Freund von langatmigen Klangbeschreibungen bin und eben jeder so seine Präferenzen bzw. Hörgewohnheiten hat.

    Der erste Eindruck mit dem Focal Clear MG ist allerdings sehr ernüchternd. Obwohl ich kein „Lauthörer“ bin, muss ich den Volumenregler auf 80/100 stellen und irgendetwas stimmt mit der Dynamik nicht.

    Mir schwant Böses (vorallem, wenn dann noch Schwergewichte wie der Hifiman HE1000V2 oder der Audeze LCD-XC daran spielen sollen), doch lasse ich den Naim viele Stunden einfach vor sich hindudeln und verschiebe die geplante Hörsession.
    Einen Tag später (und ich bin lasse den Grund einfach mal offen) hat sich das Blatt gewandelt.
    Mit der Volumeneinstellen 40/100 - 50/100 klingt das Ganze nun völlig anders.
    Gute Dynamik und ein (vielleicht für manche zu) satter Bass machen sich breit. Die Höhen sind in keiner Situation überbetont, ohne Details zu unterschlagen.
    Das heißt nicht, dass keine Attacke stattfinden kann, wenn sie gefragt ist.
    Das Gleiche gilt für den Sennheiser HD-800 und auch der Audeze LCD-XC macht hier richtig Freude.
    Den Hifiman HE1000 V2 kann der Naim zwar auch ordentlich antreiben, doch dieser gefällt mir am AudioValve Luminare doch noch einiges besser.

    Kurz habe ich dann auch noch als IEM die Rauschdiva Campfire Audio Solaris 2020 angeschlossen und ja, kann man zur Not hören, doch der Rauschteppich ist da schon sehr deutlich zu hören und bzgl. Impedanz der Kopfhörerausgänge, bin ich mir auch nicht so sicher, wie hier der Frequenzgang verbogen wird.

    Ach ja, alle Kopfhörer habe ich an die beiden symmetrischen Ausgänge angeschlossen und, dass der XLR-Ausgang hinten angeordnet ist, empfinde ich eher als Vorteil, da meine XLR-Kabel aufgrund der Hörsituation im eigentlichen Hörraum eher länger sind.

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Name: Naim7.jpg
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    Für 2,5 mm Klinke benutze ich noch den Pentaconn-Adapter von Hiby, der seine Arbeit wirklich ordentlich macht.

    Mein Fazit:
    Sehr schönes Gerät mit fast perfekter Roon-Integration. Der fehlende USB-DAC schmerzt etwas, doch solange Naim die Firmware aktuell hält und man keinen Wunsch nach sehr exotischen Streamingdiensten hat, passt das schon.

    Der Kopfhörerverstärker ist gut, hat aber m.E. durchaus noch etwas Potential nach oben, auch was die Einstellungen (es gibt z.B. keine Gaineinstellung) betrifft.

    Man merkt, dass Naim und Focal zusammengehören, denn primär werde ich hier wohl mit dem Clear MG und manchmal mit dem Sennheiser hören.


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    #2

    Burki,

    Merci für Deinen Bericht.

    Als langjähriger NAIM Fan - allerdings halt noch der "Analogen Schule "- war der Naim Unity Atom Headphone Edition auch auf meinem Radar.
    Ich bin eben noch aus der Zeit des Slogans: No NAIM, no Music….

    Allerdings: Die für mich wichtigen 4-Pol-XLR Anschlüsse hinten finde ich unpraktisch...(Mein MalValve hat ALLE Ausgänge hinten und ich rege mich immer wieder auf...)

    Zudem bin ich kein Freund von Drucktasten (MalValve lässt auch hier grüssen !!) & Digi-Anzeigen, etc.

    Fazit: Ich werde wohl den Violectric V590 wieder oben auf die Wunschliste schieben. Die Pre-Amp Funktion ist mir u.a. dabei sehr wichtig.
    Ob KLANGLICH dazwischen " Welten" liegen - wer weiss..??


    Trotzdem: Ich bin gespannt auf Deine weiteren Eindrücke & Rückmeldungen vom NAIM

    Gruss
    Urs
    Eine wenig beachtete „Schellack-Weisheit“ besagt:
    Die Wahre Seele der Musik versteckt sich hinter Knistern und Rauschen….
    ========
    Mitglied der AAA Schweiz

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      #3
      Hallo Urs,

      die Unity-Reihe ist sicher nicht das Ideal für "alte Naim-Fans" (für mich ist es übrigens das erste Gerät von Naim, welches ich daheim stehen habe ).
      Auch wenn Du einen reinen KHV mit (analoger) Vorstufenfunktionalität suchst, würde ich woanders schauen.
      Der Naim Unity Atom HE ist eben ein sehr guter Streamer mit einem mehr als ordentlichen KHV und einer "digitalen" Vorstufe (auch wenn die Lautstärkereglung analog ist, werden alle analogen Quellen digitalisiert).
      Die Qualität der "Druckknöpfe" ist hervorragend und wenn ich direkt etwas am Gerät direkt anfassen, dann doch primär den Lautstärkeregler und der ist alles andere, als ein "Druckknopf".

      Dass der XLR-KH-Ausgang hinten plaziert ist, ist sicher ein Zugeständnis ans Design, doch sollte man bedenken, dass sich die Petaconn-Klinke immer mehr durchsetzt und die ist ja vorne plaziert.

      Gruß
      Burkhardt

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        #4
        Danke für persönlichen Erfahrungen mit dem Atom.

        Wie ich als Naim Fan bereits im anderen thread geschrieben habe, Lotusblüte seine Erwartungen im Bezug auf die headphone Edition von Naim waren doch im Vorfeld wohl sehr optimistisch.

        Noch mal, unterschätzt mal die "olle" headline "von Naim nicht, gerade im Bezug auf die klanglichen Aspekte . Dieser sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt im Bezug auf das passende Netzteil + der Aufstellung im hifi rack und dem geeigneten Stromkabel...und für um die 2000€ kann ich mich genüsslich zurück lehnen, selbst mit angeblichen Zicken Meze Empyrean und AKG 812PRO.

        Lg. Christoph
        ​​​​​​
        Hifiman HE-4 * AKG 812 made in austria+Mesh * MEZE EMPYREAN * Naim Headline + Teddy Pardo PSU * Audeze Mobius + FIIO Q5s + Huawei M5Pro

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          #5
          Zitat von LOSAMOL Beitrag anzeigen

          Wie ich als Naim Fan bereits im anderen thread geschrieben habe, Lotusblüte seine Erwartungen im Bezug auf die headphone Edition von Naim waren doch im Vorfeld wohl sehr optimistisch.

          Lg. Christoph
          ​​​​​​
          Warum sollten sie jetzt weniger optimistisch sein? Wegen ein paar Zeilen eines Users? Wenn das in der Vergangenheit eine Rolle gespielt hätte, hätte manche Erwartung einer Achterbahnfahrt geglichen, weil User nun mal unterschiedlich berichten, was völlig normal ist.

          Unabhängig davon, wie der Atom HE auf mich nun klanglich wirken würde, ist es eh Wurscht, da ich bei Stax bleibe und nichts mehr mit dynamischen oder magnetostatischen Kopfhörern mache.

          Gruß,
          Otwin

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            #6
            Otwin, nach dem mir hier einige User im anderen Atom thread ordentlich zwischen die Beine gegrätscht sind...

            Das ❗hätte mich brennend interessiert, was letztendlich klanglich heraus gekommen wäre, über die line out Ausgänge des Atom, einen weiteren Kopfhörer Verstärker angeschlossen.

            Lg. Christoph
            Hifiman HE-4 * AKG 812 made in austria+Mesh * MEZE EMPYREAN * Naim Headline + Teddy Pardo PSU * Audeze Mobius + FIIO Q5s + Huawei M5Pro

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              #7
              Ist doch völlig problemlos an den PreOuts etwas dranzuhängen.
              Bei mir ist es ein Rauenbühler Antares, da ich auch an diesem Hörplatz durchaus immer mal wieder mit Stax hören mag.
              Zu beachten ist nur, dass man dann beim Atom das Schalterchen für die Masseumleitung richtig einstellt.

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                #8
                Hallo Christoph,

                Es ist dir doch niemand wirklich dazwischen gegrätscht - blieb alles sachlich und fair.

                Line-Out hat der Atom HE allerdings nicht - der hat Pre-Out und interessanter wäre es doch sicherlich, das Gerät mit seiner eigenen KH-Verstärkung zu erfahren. Dafür ist es doch nun mal gebaut in erster Linie als KHV. Was das dann soll mit dem durchschleifen zu einem weiteren KHV, will sich mir nicht erschließen. Selbst wenn es einen Line-Out gäbe.

                Ich denke jedoch, das Thema wäre besser im anderen Thread aufgehoben aus Rücksichtnahme auf den TE.

                Gruß,
                Otwin

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