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Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

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    Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

    Hallo KH Fans,

    Vorwort:

    Im Moment bin ich ja mit etlichen KHV´s beschäftigt, als da wären ein Lake People G99/2, ein Grado RA1, ein CEC HD53R, ein Beyerdynamic A1 und ein PS Audio GCHA. Das ganze an verschiedenen Kopfhörermodellen als da wären Grado RS1, Grado SR325i, Sennheiser HD600, AKG K701 und Precide Ergo 2.

    Den Ultrasone KH HFI 780 klammer ich bei diesem ganzen Test aus. Es war mir unmöglich eine vernünftige Aussage zu bekommen. Dieser KH hat für mich einen inakzeptablen Baß. Mitten und Höhen wären soweit okay, auch Raum und Luft. Aber der Baß, zu dick und ohne Qualität.

    Der Precide Ergo 2 ist auch kein farbtreuer Kandidat, weshalb er für Klassik oder besser gesagt Naturinstrumente fast ausfällt. Auch bei ihm gehe ich nicht wirklich in vielem konform. Bei weniger anspruchsvoller Musik kann er aber immer noch für Spaßgehalt sorgen.

    Ich habe den KHV Lake People G99/2 soweit gegen die anderen KHV verglichen, konnte ihn von meinem Eindruck her platzieren und beschäftigte mich ab da mit ihm allein und gezielt.



    Firma: Lake People electronic GmbH
    Geschäftsführer: Fried Reim
    Firmensitz: Turmstr. 7a
    D-78467 Konstanz

    Tel:+49(0)7531-73678
    Fax:+49(0)7531-74998

    Webseite:www.lake-people.de

    Handelsüblicher Preis: ab 350,- Euro


    Lake People G99/2

    Zunächst einmal ein großes Kompliment dem Lake People Team. Der G99 ist ein außerordentlich guter KHV. Ein Gerät, das mich ganz angenehm überaschte. Bei diesem KHV fällt mir spontan eine Frage ein, die da lautet:

    Wieviel KHV braucht ein Mensch?

    Antwort: Genauso viel, wie der G99 an die Ohren bringt.

    Um aber nicht zu pauschalisieren oder unfaire Arbeit zu erledigen, muß man alles etwas genauer unter die Lupe nehmen. Ich trenne die Personen, die sich eines Kopfhörers bedienen, grundsätzlich in drei Lager. Einmal die, denen Qualität ziemlich wurscht ist, die sich mit 25,- Euro als Abhörmöglichkeit völlig zufrieden geben. Dann diejenigen, die sich dem Erlebnis KH im speziellen öffnen, finanziell aber nicht einen Gipfelsturm anstreben. Und dann diejenigen, die das gleiche Augenmerk entwickeln wie jemand, der seine Lautsprecheranlage ziemlich weit auf die Spitze treibt, also bereit ist, auch etwas in die Tasche zu greifen.

    Ganz eng betrachtet richtet sich der G99 wie viele andere Vertreter in solch einer Preisklasse an die Kategorie 2. Würde es sich um meine geliebte Grado Firma handeln, würde ich sagen, man bekommt mit dem G99 einen SR325, aaaaaaaaaaber man bekommt keinen RS1 damit. Dazu aber später mehr. Ich kenne etliche KHV Lösungen, die sich finanziell im Bereich um die 400,- Euro herum bewegen. Minimal auch mal darüber. Sagen wir zwischen 300,- und 500,- Euro. Das sind alles durch die Bank recht einfache Operationsverstärkerschaltungen, ob ein Grado RA1 oder ein Creek OBH21 oder wie hier ein G99. Und im Grunde genommen, sieht man mal von etwas unterschiedlich ausgelegter Abstimmung ab, haben alle diese Probanden an recht gleicher Stelle ein Leistungsende. Das liegt eben an den Möglichkeiten einer solchen Schaltung. Ich bekomme einfach nicht mehr Kraft und Ausdruck in die Trommeln rein. Da ist schaltungstechnisch Ende. Und da hier eben meiner Meinung nach und hinsichtlich all der Lösungen, die sich mir in diesem finanziellen Feld bis heute zeigten, der Punkt der finanziell vertretbaren Situation aus Sicht der meisten Anwender gegeben ist, dürfte dieser Preisbereich der interessanteste sein.

    Uff. Tropf, Tropf.

    Schaue ich mir dann soweit alles an, was ich genau da zu Gehör bekam, ist der G99 der ergiebigste Kandidat. Für mich die beste Kompromisslösung. Ich gehe sogar soweit zu sagen, genau genommen müsste der G99 schon wieder 200,- Euro mehr kosten. Bei der folgenden Behandlung dieses Verstärkers stelle ich keine Kopfhörer heraus aus einem simplen Grunde. Der G99 geht mit einem K701, mit einem Sennheiser HD 600 und auch mit den Grados RS1 oder SR325. Er lässt alle diese Hörer tonal in Ruhe, verändert nichts an ihnen, was für ein sehr neutrales Verhalten spricht. Und da die KH seitige Entscheidung eine persönliche Angelegenheit ist, hat sie also mit dem G99 nur insoweit zu tun, das er alle diese Hörer neutral bedient als KHV.

    Ich kenne nur einen einzigen Spezialfall, der dem G99 Verhalten gleich kommt. Das war meine damalige spezielle KHV Lösung, die von Trigon Audio gemacht wurde. Da hatte Herr Reddemann ebenfalls ganze Arbeit geleistet. Alle anderen mir bekannten KHV´s um die 400-500,- Euro stelle ich in Puncto neutrales Verhalten hinter den G99. Auch das Eingehen von der Harfe bei CD A und der Sopranstimme bei CD B bzw dem tief gestrichenen Kontrabass auf CD C erübrigt sich, da der G99 hierbei nichts anbrennen lässt. Ich beschäftige mich lieber damit, wie der G99 sich für den Käufer zeigt.

    Er kann also mit verschiedenen Kopfhörerimpedanzen ohne in tonalen Misskredit zu geraten, bleibt stimmig, ohne dann Leistungsunterschiede zu produzieren, bleibt also stabil und ohne Vorlieben zu entwickeln, bleibt damit neutral. Das ist für eine solche KHV Preisklasse schon absolut einzigartig.

    Er ist ein quirliger Kerl, der sich recht ausgewogen den musikalischen Bereichen widmet und der technisch korrekten Wiedergabe. Musikalisch hat er den Fuß am bewegen, also sein Rhythmus in der Musik ist gegeben, quirlig deshalb, weil minimal nach vorne treibend, was aber in der erwähnten KHV Klasse nichts außergewöhnliches ist, denn angebrachte Ruhe oder Gelassenheit kann in dieser Preisklasse technisch noch nicht erreicht werden. Er fällt aber auch musikalisch nicht in eine Art zwingendem nach vorne, was dafür sorgt, das auch ein Orchesterapparat sich nicht einer „Musikalität über alles“ opfern muß.

    Die dynamische Umsetzung bei entsprechenden Passagen macht er ebenfalls angemessen seinem technischen Aufwand oder einfach das, was ich in dieser Klasse kenne an Umsetzung. Reicht für die meisten Musiklebenslagen ohne größeres Meckern.

    Er macht eine kopffreie Bühne, die erste Reihe an Orchester ist aber schon etwas nah am Kopf. Zeigt mir aber das er mit seinen Muskeln im Verhältnis gut dosiert haushaltet. Nicht um jeden Preis eine Größe erzeugen wollen, die am Ende nicht glaubwürdig daherkommt. Oder einen Abstand mit Gewalt. Es ist CD abhängig. Er zeigt sich im Umgang mit dem Frequenzband sehr sauber ausgewogen von hoch bis tief und es ist ein leichtes festzustellen, das er dabei allen Instrumenten oder Musikteilen ihre Bedeutsamkeit lässt, bläßt nichts auf. Tiefe Synthie oder Moog Sequenzen bringen ihn ebenfalls nicht ins wanken. Auch die opfert er nicht einem quantitativen „dicklicher erscheinend“ sondern bleibt bei der Qualität. Wie schon erwähnt Musik unabhängig ausgewogen, neutrale Verstärkung ohne Vorliebe oder direkt erkennbares Eigenleben.

    Auch im Bereich verschiedener Sopranstimmen, allen Dämchen mit ihren Eigenheiten im Gesang, ist mit purer Freude zuzuhören, weil auch hier wieder ganz klar und unverkennbar der KH arbeitet, derjenige dann modelliert, aber nicht der G99. Und das ist ganz wichtig, macht er damit doch die Arbeit eines „einwandfreien Arbeitgerätes“ mit Zuverlässigkeitsgarantie.

    Kurzum, es ist spannend diesem kleinen Teilchen zuzuhören. Ne, ist einfach so, man kann sich getrost zurücklehnen und es fällt einem nur ein, nach mir die Sintflut.

    Und das der G99 auch Ausbaupotenzial hat, zeigt er hinsichtlich symetrischem Betrieb. Ich hab den G99 natürlich erst mal fairerweise an seinem Cincheingang betrieben. Danach allerdings auch über seine symetrischen Eingänge. Es sind keine riesen Fortschritte. Er zeigt aber ein noch stabileres Bild oder wenn man so möchte, es erscheint alles noch ein Stück unverrückbarer, also angestemmter, was sich aber bis hin zur Definition bei Instrumenten auswirkt. Die erkennbare Arbeit wird eine leichtere oder selbstverständlichere. Und dies dient wiederrum dem besseren Widmen der Musik. Wer also die Möglichkeit zum symetrischen Betrieb hat, sollte sie nutzen.

    Was mir weiterhin auffällt, da bin ich froh wegen meiner NAD CD-Receiver Anschluß Möglichkeit, ist folgendes. Mein NAD bringt ein schwächeres Ausgangssignal als der CEC TL 5100Z. Diese Tatasche macht sich beim G99 in der Art bemerkbar, das alles etwas kleiner wirkt. Die ganze Bühne wird in sich kleiner und auch die Substanz bei Instrumentenkörper bzw Personen im Gesang. Heißt also, das der G99 von einem besseren Eingangssignal schon hörbar profitiert. Einfach mit einem Discman oder MP3 Player an ihn ran gehen, führt dazu, das er schon deutlich unter seinen Möglichkeiten bleibt. Es wäre für mich keine akzeptable Lösung, da ich den G99 ja in seinem möglichen Umfang mitlerweile kenne.

    Desweiteren kann ich mich nicht dem Eindruck erwehren, das ein doppelter Kopfhörerbetrieb zu einer leichten Einbuße an Luft und Feinheit im Klangbild führt. Also, möchte man alles an Feinheiten, Luft und Leichtigkeit mitbekommen, sollte man den G99 mit einem Kopfhörer arbeiten lassen. Wenn man alle beiden Klinkenbuchsen ausnützt, dann bitte darauf achten, das es wenigstens zwei impedanz gleichwertige Hörer sind. Einen Grado mit 32 Ohm und einen Sennheiser mit 300 Ohm gleichzeitig führt zu klanglichen Verlusten für beide Hörer. Die Musik klingt dann insgesammt platter, weniger Feinsinn, auch nicht mehr ganz ausbalanciert.

    Nun, wenn schon so ein tolles Teil, dann komme ich mal zu dem, was ein G99 noch nicht kann. Und da sind wir an einem Punkt, wo es für den in Anführungszeichen normalen Nutzer wahrscheinlich nicht mehr die entscheidende Rolle spielen wird.

    Spielt es denn für mich eine Rolle? Oh, ja. In dem Moment wo ich auf die KH-KHV Welt das Hauptaugenmerk oder wenigstens ein zu einer LS Anlage hin gleichwertiges Augenmerk lege, da spielt das eine Rolle, auch keine kleine.

    Eine Szene: Ein ausgewachsener Rotweiler springt einen Mann an, der dann auch beim Aufprall hinfällt. Schaut sich verhältnismäßig normal an. Dann springt die „ Cäsar Futter Kopie aus der Werbung“ ebenfalls den gleichen Mann an, der dann beim Aufprall ebenfalls hinfällt. Sieht das dann nicht irgendwie merkwürdig aus?.

    Das wäre dann der Sketsch in entsprechender Sendung. Aus erstem wird kein Sketsch.

    Was ich damit sagen will: Alle Schaltungsausführungen, denen sich auch am Ende ein G99 unterordnet, können noch nicht richtig erwachsen und auch nicht richtig im Ausdruck. Und auch nicht richtig selbstverständlich auftreten. Das ist bei all diesen Lösungen so. Und hier nehme ich mal drei Aufnahmebeispiele zu Hand, wo dieses Verhalten ganz deutlich hörbar wird.

    Die erste, meine Denon One Point Schubert Piano Fantasie 78 am Steinway. Solange Afanassiev die Tasten sanft bedient im Stück, bleibt auch beim G99 das Verhältnis Größe des Flügels zum Raum hin recht gut bestehen. Die Mikrofone stehen bei dieser Aufnahme nicht allzu weit vom Flügel weg. Dann kommen die kraftvollen Passagen, wo Afanassiev kräftig in die Tasten fährt. Nun wird der Klangkörper Flügel ganz anders angeregt. Was sich dann als Klangkörper mit Kraft und Ausdruck zeigt, das ist für einen G99, aber auch für ähnliche Vertreter nicht mehr haltbar. Jetzt bläßt er das ganze Instrument auf, als würde sich der ganze Flügel vergrößern. Ein deutliches Zeichen dafür, das die Elektronik in dem Moment diese Impulse nicht mehr locker abarbeitet. Der Flügel wächst dann merklich im Kopfhörer zwischen linker Membrane und rechter Membrane an. Eine große gestandene KH Elektronik lässt hierbei den Flügel in Größe unverrückbar stehen und zeigt lediglich die Kraft und die Intensität.

    Dieses unnatürliche Wachsen oder Aufblähen gilt nicht nur für diese Piano Aufnahme. Auch ein kleines Streichensemble, nahe aufgenommen, bläht sich in dem Moment auf, wo die Jungs sich ins Zeug legen um stückgerecht die Intensität , den Ausdruck zu steigern.


    Das zweite sind mächtige Filmmusiken, ob Gladiator von Hans Zimmer oder Herr der Ringe von Howard Shore, der letzte Samurai oder Fluch der Karibik. Sagen wir mal, die Musik wo es sehr oft anständig zu Werke geht, halt eben auch mit größeren Chören.

    Oder ganz anders eine Testament von Reference Recording und solche Dinge. Genauso. All das sind Sachen, wo einfach ein stabiler Antrieb nötig ist, aber auch einer, der kräftig und souverän Leistung umsetzen kann. Der orchestrale Teil oder auch die Chorpassage wird, wenn es heftig wird, einfach recht schnell zu einem Stressfaktor. Diese Schaltungen bilden dann in der Musik eine Art Überkonzentration oder pressen. Andere würden sagen, das sind die Momente, wo nach Luft gerungen wird. Da geht der kleinen Elektronik die Puste aus. Das kann der G99 dann ebenso wenig glaubwürdig wie ein RA1 oder ein vergleichsweiser Creek. Und das ist auch unabhängig vom KH. Es wird beim Grado genauso Streß wie im Sennheiser, wenn es sich auch beim Senni vielleicht friedlicher zeigt. Das Produkt bleibt das gleiche.


    Der dritte Punkt gilt der Selbstverständlichkeit im Umgang mit Präzision bzw im darstellen von Klangkörper. Wer erwartet, das sich bei einem Ton auch automatisch der damit verbundene Körper als gestandener Körper mit Dimension zeigt, der wird leicht enttäuscht.

    Auf der schon vielfach erwähnten CD von Christina Pluhar „ Los Impossibles“ gibt es ein Instrument, wo mir der Name fehlt im Moment. Es ist ein flaches liegendes Saiteninstrument und hier werden bei Pluhar die Saiten angeschlagen. Ein ganz feiner sensibler Saitenton entsteht so. Man sieht das Instrument auf der Bonus DVD. Und dennoch hat dieser Ton ja einen Bezug zum dazugehörigen Körper. Das kann ein G99 nicht. Der bringt den feinen Ton, soweit die Elektronik hier mithält an Feinsinn, aber der Bezug zum Körper ist nicht wirklich hergestellt. Ich sehe eigentlich nicht den Klangkörper dahinter, sondern ich hab einfach nur diesen Ton mit ein wenig Korpus aber ohne den tatsächlichen Umfang oder ohne die halbwegs richtige Vorstellung.

    Das dies ganz anders geht, zeigt mit Leichtigkeit der KHV von Beyer, der A1. Der zeigt oder gibt klar die Vorstellung, um was für einen Instrumentenkörper es sich hier handelt, überhaupt wird hier erst mal der richtige Bezug zwischen Ton und einem Klangkörper hergestellt. Aber hier möchte ich nicht auf den A1 eingehen, nurmal um zu verdeutlichen, das hier wesentlich mehr geht, als ein G99 zeigt.

    Die Selbstverständlichkeit trennt das Stück quirliger Nervosität vom eigentlichen Tempo, indem sie das Tempo mit stoischer Gelassenheit zeigt. Auch das Anschwellen. Es ist ein Unterschied in einem getunten GTI Gas zu geben oder in einer paar Liter Maschine. Komisch ist auch, das bei selbstverständlichem verstärken, die Pausen länger werden. Auch das liegt daran, das das Gehirn mit einer gewissen Unruhe, Nervosität an Beschäftigung viel länger zu beißen hat.

    Also Selbstverständlichkeit in Verbindung mit einer bleibenden Orchesterübersicht, mit kontrollierter Kraft, und auch mit einer Linie in der Musik, die eben dazu führt, das sich 10 Streicher nach einem ganzheitlichen Klangkörper anhören und nicht nach einem Haufen von 10 Streicher, in Verbindung damit das die Bedeutung des leisesten Tones keine andere ist wie die des lautesten, das große Ereignisse einfach groß sind und nicht groß sein müssen, kleine nicht unbedeutend sind, den Sportler als Sumoringer zeigend nicht das Monsterteil, sehe ich als Notwendigkeit für mich beim KH Hören in Form meiner Ansprüche.

    Dies wäre der einzige mir bekannte Grund, oder die drei Bereiche, die ich erwähnte, wo mir ein G99 und diese ganze Klasse einfach nicht genügt.

    Also, es hat nichts mit Geschmack zu tun, sondern reine Arbeit. Ein KHV ist für mich ein Arbeitsgerät. So sehe ich ihn. Natürlich laut den Features auch eine Spielwiese und wenn er gut ausschaut, dann schau ich auch lieber drauf wie umgekehrt. Aber Arbeitsgerät in aller erster Linie.

    Ja, ich kann mit einem G99 zufrieden meiner Musik zuhören, weil er so viel so unverschämt gut macht und sogar herausragt in seiner Klasse um ein gutes. Und weil er sehr viel Spielfreude vermittelt. Aber ich kann ihn halt nicht da betrachten, wo ein KH im Sinne seiner Möglichkeiten betrieben wird und auch nicht da, wo das Gefühl richtig weitest gehend da ist, Musik ordnet sich nicht mehr einer Technik unter. Dies aber fällt beim KH in den Bereich des machbaren und wird dem Enthusiasten dienlich sein.

    All jenen, die nicht unbedingt diesen Umfang und dieses mühelose Aufdecken als für sie nötig erachten, nicht dieses vollendete Spiel haben müssen, sei der G99 als ganz heißer Tip ans Herz gelegt mit einem dicken Daumen.

    Für diejenigen, denen dann doch die etwas gezieltere Berichterstattung auf die KH Marken bezogen wichtig ist, vielleicht folgendes. Erwähnt hatte ich ja, das der G99 keine Vorlieben entwickelt, auch nicht im Ansatz den Weg einer Synergie beschreibt, was ehrlich gesagt gut ist. Denn damit recht universell einsetzbar. Er hat mir am Sennheiser HD 600 richtig Spaß gemacht. Oft hab ich die Sennheisers mit einem leicht zurückhaltendem Spielen tonal erfahren. Hier nicht. Auch kein Überangebot von Samt und Seide. Etwas weicher oder sanfter als ein AKG oder Grado schon, aber kein Deut der Beschäftigung damit. Er holt für mich den Sennheiser aus der Gefahr einer Fehleinschätzung heraus, indem er neutral an die Sache geht. Und nicht denkbar, das Sennheiser neutral betrachtet eine Wolldecke oder zwei im Klangbild hat. Das macht eine solche Firma bei einem KH nicht. Wohl kann dieser Eindruck bei falscher Beaufschlagung entstehen, was zeigt, das der Antrieb nicht unwichtig ist.

    Müßte ich rein geschmacklich bewerten, von Seiten der Stimmigkeit, der Mundigkeit, des ganz entspannten Zuhörens, dann gefällt mir ein Sennheiser fast am besten am G99. Auch die Grados machen ganzheitlichen Spaß an ihm. Dem K701 von AKG würde ich eine größere kraftvollere und lässiger arbeitende Elektronik gönnen. Der K701 ist nicht einfach ganz sinnvoll zu betreiben. Wenn er zu „klein“ angefasst wird, bleibt er nicht mehr ganz farbtreu. Hat zwar am G99 immer noch die Art seiner Öffnung und Präzision im Klangbild, aber er arbeitet nicht mehr ganz ausgewogen. Bestimmte Frequenzbereiche sagen mir ,natürlich über die Instrumente, die diese Bereiche dann wiedergeben, das etwas Glaubwürdigkeit fehlt. Am CEC HD53 stimmt die Wiedergabe dann einfach durch das ganze Band hindurch ohne unterschiedliche Eindrücke.

    Bei Verstärkern wie einem G99 oder einem Creek OBH, also den einfacheren Schaltungen besteht immer ein wenig die Gefahr in Verbindung mit Kopfhörern, die eine klare, offene Linie fahren, einer leichten tonalen Konzentration. Friedemanns Oboe auf Aquamarin live wird halt ein Stück nerviger sein als bei einem großen Amp. Hier ist dann die Stunde eines CEC HD53 oder eines Beyer A1. Da geht beim gleichen Instrument absolut nichts mehr auf die Tasche, obwohl alles an Präzision gegeben ist. Wer dem bei den kleineren Verstärker entfliehen möchte, greift beispielsweise zu einem Sennheiser HD 600.

    Ansonsten alle Arten von Musik, von kleiner Mann/Gitarre Besetzung bis hin zu großen orchestralen Dingen. Und es ist beileibe nicht so, als könnte der G99 mit einem guten KH kein ganzes Orchester zeigen. Das kann er.

    Bis auf diese kleine Bemerkungen hin, an allen diesen Kopfhörern problemlos zu betreiben. Laut meiner Einschätzung Spaßgehalt in folgender KH Reihenfolge.

    Sennheiser HD 600
    Grado RS1, Grado SR325
    AKG K701
    Precide Ergo 2
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von lotusblüte; 03.08.2008, 13:05.

    #2
    AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

    Hallo,

    Noch ein Nachtrag zum Lake People. Wie ich vom Hersteller erfahren konnte, ist in ein paar Wochen der Nachfolger in Sicht, nennt sich G100. Ich hab noch keine weitere Info darüber, außer das er gegenüber dem G99/2 verbessert sein soll, kann aber technisch nicht benennen,wo. Der Preis soll bei 350,- Euro liegen.

    Gelingt es Lake People tatsächlich bei 350,- Euro nochmal eine Schippe drauf zu legen, so könnte ich dann nur den Hut ziehen. Das wäre erstaunlich.

    Gruß,
    otwin

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      #3
      AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

      Wenn man bedenkt, dass im G99 wirklich extrem kosteffiziente Technik drin ist (um es mal so zu formulieren) -- Quellen sind das Handbuch und diese/r Bilder/Bericht --, dann fällt dein klangliches Urteil umso positiver aus. Es zeigt, dass an sich "fast triviale" Schaltungen mit "08/15-Bauteilen" sehr gute Ergebnisse liefern, wenn sie entlang der Bedingungen für den Studio-Betrieb zu Ende entwickelt wurden -- und genau das ist bei Lake People der Fall.

      Grüße, Klaus

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        #4
        AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

        Hallo!
        Ich kenne diesen KHV nicht und kann deshalb zu seinen inneren und klanglichen Werten nichts sagen.

        Was ich sehe, sind die Bilder, und nur die kann ich kommentieren:

        Auch für "nur" 350 Euro würde ich etwas mehr erwarten als Sechskantmuttern um die Buchsen, einfachste Drehknöpfe und dermaßen rustikale Madenschrauben.
        Sieht sehr nach selbst gebastelt aus.
        Muss das sein?

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          #5
          AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

          Zitat von Eusebius Beitrag anzeigen
          Auch für "nur" 350 Euro würde ich etwas mehr erwarten als Sechskantmuttern um die Buchsen, einfachste Drehknöpfe und dermaßen rustikale Madenschrauben.
          Sieht sehr nach selbst gebastelt aus.
          Muss das sein?
          Ja (es muss), bzw nein (nicht selbstgebastelt), das ist zielgruppenkonform: Leute die berufsmässig Musik spielen/hören/bearbeiten etc. Schöne Optik interessiert da nicht (es handelt sich hier um ein Werkzeug), und trüge zu 0.0% zu irgendwas sinnvollem bei (dort sollte mE bei einem solchen Gerät auch keine teure Ingenieursminute dran verschwendet werden, weil/wenn darunter die inneren Werte leiden), wichtig ist dass es solide ist, und das ist es ausreichend. Schön aussehen um des schön aussehens willen kann und wird dir in einer (tatsächlich sehr kleinen) Firma wie dieser keiner zahlen, und das ist mE auch gut so. Ich habe in der Hinsicht auch eine gnadenlose Einstellung (aber die kommt nicht von ungefähr, sondern aus der Praxis in solchen Umfeldern), bei kleinen Firmen gilt in der Regel: wenn es zu gut aussieht, kann es höchstwahrscheinlich nix, weil falsche Prioritäten gesetzt wurden.

          Grüße, Klaus

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            #6
            AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

            Ach, Rainer,

            jetzt sei nicht echauffiert, echauffiert über das Design:zwink:

            Bedenke doch mal - das Allles, alles was nach Design aussieht, klänge gut - wäre doch schade, weil, wie es Klaus so liberal formuliert hat, nur "selbstverständlich":zwink::zwink:

            Neenee, so nicht...

            Martial, mit Stil > hat halt solchen...


            meeitsch:

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              #7
              AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

              Bin weit entfernt von echauffiert. :zwink:

              Ich sage ja nur, dass mir sowas - wenn auch teurer - sehr viel besser gefällt.
              Kommt ja auch zumindest aus der halben Profi-Ecke.
              Angehängte Dateien

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                #8
                AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

                Hi,

                Jo, das ist dann ebenfalls für mich nicht die Frage. Auch mir gefällt der Lehmann von der Betrachtung her, ganz anders. Ist er ja auch. Ich wüßte allerdings nicht, wie das Gerät von Norbert Lehmann aussehen würde, würde es VK 350,- Euro kosten und sollte möglichst richtig guten Klang machen bei dem Preis.

                Man wäre ja gezwungen, ein Gehäuse in China machen zu lassen, um bei dem Preis einen Hingucker rein äußerlich zu bekommen.

                Ich könnt mit dem drum herum beim G99 absolut leben, ganz ehrlich. Hätte keine grieskrämige Stimmung. Ich hab ihn nun die drei Tage bei mir auf dem Rack und immer wenn ich hinschaue hat er mir nichts weiter zu bedenken gegeben.

                Aber den Lehmann hätte ich bei Wahl optisch lieber neben einem schönen Player. Das ist auch klar.

                Gruß,
                Otwin

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                  #9
                  AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

                  Hallo Klaus,

                  Kurz noch zu deiner Bemerkung, wenn sie entlang der bedingungen für den Studiobetrieb............

                  Da kann ich dir recht geben. Ähnlich den Berliner Funk Tonstudio. Ich hatte ja über die Jahre hinweg reichlich mit Kopfhöerverstärker der unteren und mittleren Preisklassen zu tun. Darunter auch Selbstbau, ob UB Audio oder andere kleine Schaltungen per OpAmp.

                  Funk hat seit langem eine kleine KHV Platine im Sortiment, also damit etwas für Selbstbauer, die daraus ein Fertiggerät erstellen können. Die kleine Schaltung bei Funk mit Rasterpoti ausgelegt optimal ab 100 Ohm, hatte mich begeistert. Du schließt einen Sennheiser an und hast einfach das Gefühl, jeder Ton kommt korrekt, keine Unebenheiten oder Buckel am Kopfhörer, einfach toll.

                  Das sind für mich die Dinge, wo ich genau hinschaue. Die Jungs verstehen ihr Handwerk. Und so ist auch das Ergebnis. Bei Funk gibt es ja demnächst die nächste KHV Platine ausgelegt für KH von niederimpedant bis höherimpedant. Also rein theoretisch eben auch für die Grados geeignet. Ich werd natürlich diese Geschichte mit angehen, da ich in Thomas Funk sehr viel Vertrauen habe.

                  Ich schaue in der Szene immer jeweils mit einem Auge auf den Selbstbaubereich und mit dem anderen auf die Fertiggerätschaft. Ich komme mit beiden Welten sehr gut klar.

                  Gruß,
                  Otwin

                  Kommentar


                    #10
                    AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

                    Hi,

                    Das mich der Lake People begeistert hat oder überrascht hat ging ja aus meinen Zeilen hervor. Noch nicht die Kraft und Größe der "großen und teuren" Teile, aber auch nicht soweit weg davon. Aber allemal einen verdammt neutralen Eindruck des Signals. Und da steht er über dem meisten was mir an KHV´s bis zu 500,- Euro bis 600,- Euro bekannt ist.

                    Das wiederrum ist fast ein Schnäppchen für seinen Preis.

                    Nun bekam ich ja die Info, das in 4 Wochen der Nachfolger G100 bereit steht, also die Überarbeitung des G99/2. Und der Hinweis, das der G100 einen Ringkerntrafo bekommt und über mehr Kraft gerade im niederimpedanten Bereich verfügt, ist mir gerade Wasser auf die Mühlen getragen. Wenn da noch ein entscheidendes kleines Stück an Lockerheit, Luft und Kraft dazukommt, dann wüßte ich wirklich nicht mehr, was für mich genommen einem Kauf entgegensteht.

                    Sehr wahrscheinlich werde ich den G100 übernehmen. Ich bin sehr gespannt auf dieses Gerät.

                    Gruß,
                    Otwin

                    Kommentar


                      #11
                      AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

                      Hallo Otwin,

                      auch ich bin gespannt auf den neuen KHV von LP. Als "alter" LP-Kunde (DAC 460 und SBA C805) und AKG-K701-Besitzer hoffe ich, dass dabei ein perfect match herauskommt.
                      Obwohl - so ein KHV von Meier mit Crossfeed-Technik könnte mich auch locken. So hatte ich im vergangenen Monat anlässlich des Silbersand-Workshops in Zweibrücken die Gelegenheit, meinen K701 an einem Corda Opera zu hören, und muss sagen, das hat mich schon sehr beeindruckt. Allerdings vermute ich, dass ich als KH-Greenhorn ohnehin leichter zu beeindrucken bin als ein KH-Experte.
                      Bei meinen "Forschungen" im KHV-Bereich bin ich auch auf die Firma "Amity" aus Heilbronn gestoßen. Herr Anderson, der Inhaber, hat früher mal für "Shure" gearbeitet, und einer seiner früheren Mirarbeiter arbeitet wohl mittlerweile bei "Beyerdynamic". (Wenn's da mal kein brain drain gegeben hat.feif
                      Bin auf alle Fälle gespannt, wann man endlich was über den neuen KHV auf der LP-Internetseite lesen und sehen kann.

                      So long

                      Axel

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                        #12
                        AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

                        Hallo Axel,

                        Deine Beeindruckung hinsichtlich des Meier Opera war sicherlich absolut gerechtfertigt. Ich weiß nicht, ob die Eindrücke besser werden, wenn eine Person lediglich das ganze Thema gezielter in den Jahren behandelt hat. Denn übernehmen würdest du ja, das, was dir als der Mensch gefällt, der du bist.

                        Beispiel Stax bei mir. Das erste Mal wo ich mit Stax konfrontiert wurde, war ich recht unbeleckt was Kopfhörer anbelangt, keine großartigen Zeiten hinter mir mit dem Thema hochwertigerer Kopfhörer. Und doch blieb direkt das wesentliche hängen, was bis heute auch noch unverändert ist. Der Stax macht aus dieser Perspektive immer noch den gleichen Eindruck wie vor 25 Jahren.

                        Das einzige, was sich im Laufe der Zeit für mich entwickelt hat, ist, das ich meine Linie gefunden habe, etwas, wo für mich die größte Identifikation mit den Tönen und mit der Musik liegt. Ich glaube, eine solche Entwicklung würde jeder durchmachen, aber jeder Mensch auf seine Art, sonst wären wir alle gleich. Darin sehe ich eher die Früchte resultierend aus einem intensiven langjährigen Umgang mit einer Materie. Am Ende hast du dich selbst gefunden, anders ausgedrückt. Dieser Weg kann manchmal bei uns verdammt lange dauern.

                        Und dann wird wegen dieser längeren Reife am Ende eine Sicherheit im Umgang mit ganz unterschiedlichen Teilen, ohne das lange überlegt werden muß und ohne die Feher zu machen, die früher häufiger passierten.

                        Bei mir fand das gezielt im Bereich der Kopfhörer statt, andere machten das gleiche im Bereich ihrer Lautsprecheranlagen. Das ist vielleicht mein einziger Vorteil, wenn man so möchte. Die Sicherheit für mich selbst, frei zu sein von Schlingen, die sich später eben erst als Schlingen heraus stellen würden.

                        Jan Meier macht ordentliche Sachen. Seine Platinen sehen aus wie geleckt. Vorzüglich saubere Arbeit. In einen Opera kannst du rein schauen. Ich hatte nurmal vor Jahren in einen Corda Prehead reingehört. Ein genereller toller Eindruck im Hifi technischen Sinne, also stabil, akkurat, Luft und Präzision. Aber nicht gleichwertig für jedes KH Modell vom persönlichen Eindruck her. Es gibt also auch da Unterschiede in Bezug auf verschiedene Hörer, was aber nicht nur für die Elektronik von Meier gilt. Sein Crossfeed brachte mir persönlich gar nichts, sorgte nur für durcheinander, beziehe ich aber auf mich persönlich.

                        Wenn du dir heute für um die 1000,- Euro einen KHV anhörst, dann wirst du eh feststellen, das die Hersteller soweit ihre Aufgaben gemacht haben. Da ragt kein Teil gegenüber dem anderen hervor. Es gibt dann eben genug Dampf, genug Stabilität, genug an sauberen Tönen und genug räumlich, luftigen Eindruck. Danach kommen dann die kleinen Dinge, wo der Endverbraucher für sich an KH X entscheidet, gefällt mir besser oder weniger.

                        Ich hatte ja gerade eindrucksweise HD53 von Candeias, A1 von Beyer und GCHA von PS Audio gegen einander laufen. Die tun sich in den vorhin genannten Dingen alle nicht weh gegenseitig. Keiner hat von irgendwas mehr oder weniger als der andere. Der eine macht den etwas präzise schlankeren Klangeindruck, der nächste insgesammt etwas fülliger und dafür etwas lässiger und der nächste schwebt etwas mehr in Luftigkeit.

                        Kein Fellanschlag wird besser oder sinniger, keine Stimme richtiger oder verkehrter, keine Power zwingender.

                        Aber, aber, aber, wär ja schön, wenns dieses aber nicht gäbe, im Laufe der Zeit, und da kommen wir vielleicht eher an das was wegen langjährigem KH Betrieb bzw Erfahrung damit, in einer Beurteilung wichtig sein kann, oder ist, ich bin da vorsichtig. Eine möglichst neutrale Verstärkung. Das ist nun ein blöder Begriff. Was ist schon neutral bzw was könnte als objektiv neutral gelten, wenn subjektiv beurteilt? Schwierig.

                        Alle möglichen Meßdaten, Diagramme, Kurven sind schön, wir müssen aber am Ende für uns etwas anfangen können damit. Die Tatsache hervorragender Werte und der Umgang von einer Person damit in Form eines Gehörorgandurchlaufens und der anschließenden Verarbeitung im Gehirn unter Berücksichtigung verschiedenster persönlicher Kriterien sind zwei paar Schuhe. Und dennoch haben wir aber auch eine Vorstellung von korrekten Abläufen. Nur leider dauert es sehr oft sehr lange, bis wir die ideale Verbindung zwischen zwei Punkten für uns gefunden haben. Die Strasse durch einen Steinbruch als kürzeste Verbindung kann gähnend langweilig sein, gegenüber einem kleinen Umweg mit herrlichem Panorama, Wald und See.

                        Ist aber jetzt viel O.T daher zum Lake People. Ich hab mir das lange angehört auch mit dem K701. Der K701 wird meines Erachtens nach im Umgang mit einem KHV leicht unterschätzt. Kann an dessen Membranen liegen, dem Werkstoff, dem Spannungshub, was weiß ich. Jedenfalls hat mir ein K701 an einer "unterprivilegierten" KHV Möglichkeit noch nie einen rechten Sinn gemacht, wohin gegen ein Grado damit einfach schon klar kommt. Der K701 neigt dann dazu, seine ganze Farbigkeit nicht zu zeigen, eher mit ein wenig Blässe zu spielen. Das war auch der Grund, warum er speziell mir am Lake People noch nicht seine Möglichkeiten gezeigt hat in Farbe und Lockerheit.

                        Ja, just in dem Moment, wo ich am G99 meine Eindrücke in Verbindung zum AKG K701 sammelte, kam per Lake People die Mail, das ein Nachfolger käme, mit Ringkerntrafo und mit mehr Kraft im niederimpedanten Bereich.

                        Weißt du was mein erster Gedanke war? Genau das hat dem K701 gefehlt. Sonst nichts. Und dadurch büßt der K701 etwas Leben ein. Ich bin nach wie vor ein großer Freund des K701 und ich werd mir auch den K702 das Jahr hier zulegen.

                        Aber ein Lake People, oder das was mich an diesem Gerät so ungemein faszinierte, war seine "Neutralität". Sagen wir mal, das Gefühl jedenfalls für mich, hier läuft etwas sehr geradlinig, sehr neutral, ausgewogen. Dieses Gefühl werde ich einfach nicht loß mit ihm am Kopfhörer und das ist gut so. Genau in diesem simplen Punkt hat er mir mehr Ehrlichkeit hinterlassen als Klangeindruck als die teuren.

                        Man muß quasi woanders zig hunderte von Euros mehr bezahlen, um ein ähnlich korrektes Gefühl in der Musik zu bekommen. Und dann noch nicht einmal exact das gleiche. Man hat lediglich mehr Bühne, etwas mehr Kraft und Punch, ein Stück größer und substanzieller. aber es ist nicht so viel. Und ich denke, wenn der G100 kommt mit dem, was Lake People dort verändert hat, dann hat der G100 diesen Nachteil wett gemacht mit dem Vorteil, wenns so bleibt, ein ganz exact arbeitender Verstärker zu sein.

                        Ich werd mir beide Verstärker zulegen. Den Grado RA1 brauche ich wegen der absoluten Stimmigkeit gezielt an den Grados. Den Lake People brauche ich für andere Kopfhörer, wie einen K702 oder auch ein ganz tolles Teil, den ich mir wieder zulegen werde, den Audiotechnica ATH AD 2000. Damit stehen bei mir noch vier gute Sachen aus über die kommenden Monate und damit etwas sparen angesagt.

                        Der G99/2 ist ein richtig feines Gerät. Wenn der Bruder da nochwas drauf legt und den Rest behält, dann müssen sich einige Marken mit KHV´s für 1000,- Euro warm anziehen, so mein Eindruck.

                        Gruß,
                        Otwin

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                          #13
                          AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

                          Hi,

                          Ich schätze mal in ca 4 Wochen wird es Infos zum Lake People G100 geben. Ich wollte mich aber mit Herr Reim Mitte diesen Monats in Verbindung setzen, um vielleicht schon im Vorfeld etwas genaueres zu erfahren. Herr Reim ist erst Mitte August wieder in der Firma.

                          Gruß,
                          Otwin

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                            #14
                            AW: Kopfhörerverstärker Lake People G99/2

                            Hallo Otwin,

                            genau um den Punkt geht es mir: dem K701 einen adäquaten KHV zu gönnen und nicht etwa einen minderbemittelten; weswegen ich z. B. den Beyerdynamic A1 so sehr in Betracht gezogen habe (nach Deinen positiven Eindrücken und dem, was das magazin "lp" verlauten ließ).
                            Der LP-DAC 460, über den ich eine geraume Zeit gehört habe, hatte einen KHV-Ausgang, an dem der K701 hing. Allerdings musste ich dafür damals die Gain-Einstellung so verändern (erhöhen) lassen, dass ich im Betrieb an meinen BM 4 nicht mehr so viel "aufdrehen" konnte, weil der (übliche)Lautstärkepegel viel früher erreicht wurde und ich die Lautstärke nicht mehr so feinfühlig wie vorher einstellen konnte.
                            Obwohl dieser eingebaute KHV vermeintlich nicht dem G99/2 im Qualitätsniveau gleichkam, hat er dennoch den Eindruck von Neutralität vermittelt, der wohl allen LP-KHVs eigen ist. Und genau deswegen werde ich mich in Geduld fassen und warten, bis der G100 auf dem Markt ist, und dann mal reinhören.

                            So long

                            Axel

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