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TIA FOURTE, ODIN & ELYSIUM - Das „Zwergen Triumvirat“ ?

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    TIA FOURTE, ODIN & ELYSIUM - Das „Zwergen Triumvirat“ ?

    TIA FOURTE, ODIN & ELYSIUM - Das „Zwergen Triumvirat“ ?

    Etwas Back-Ground-Info, Erfahrungen, Irrungen & Wirrungen
    Bis kürzlich hatte ich den Focal STELLIA als „den Geschlossenen“ in meinen Diensten; für „echtes“ High-End KH-Hören sind jedoch STAXe im Service. Ich bin halt seit über 25 Jahren ein überzeugter STAX-Jünger…und da ist die Messlatte dann halt eher hoch - Und die Erwartungen an ein bestimmtes Klangbild sind auch speziell.
    Die „Zwerge“ sollen dabei nicht die STAXE ersetzten, sondern sind ausschliesslich als Ergänzung gedacht, d.h als Ersatz für einen Geschlossenen.


    Seit einiger Zeit spielen gleich drei „Zwerge“ bei mir, ein 64 Audio Tia FOURTE,
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 22-IEM.jpg Ansichten: 0 Größe: 70,1 KB ID: 643670

    ein Vision Ears ELYSIUM
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20-IEM.jpg Ansichten: 0 Größe: 88,7 KB ID: 643671

    und ein Empire Ears Custom ODIN,

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 16-IEM_Kopie.jpg Ansichten: 0 Größe: 65,2 KB ID: 643672 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 10-IEM.jpg Ansichten: 0 Größe: 139,9 KB ID: 643673

    und ich möchte meine - sehr subjektiven und beschränkten - Erfahrungen hier teilen.

    Unter anderem dank FIDELIOs Rezensionen seiner IEM - seine „7 Zwerge“ !! - und anderen IEM-Kennern hier im Forum – Dank auch an Euch Alle, die mir jederzeit wertvolle Infos & Hinweise gaben ! - und ganz besonders auf Grund der Hinweise zu den Custom In Ear Tips, habe ich den wagemutigen Sprung in die unergründlichen Gewässer der High-End IEMs gewagt.
    Ich erstand ziemlich blind - und naiv ? – einen gebrauchten Tia Fourte. Ein Sprung, der sich wohl zum Dauer-Schwimmen im herrlichen IEM Meer entwickeln wird, den der STELLIA ist schon weg.

    Irgendwann kam noch ein Elysium dazu.

    Warum grad diese drei Modelle: Zufälligerweise (?) sind, oder waren, alle drei angeblich die „Flag Ships“ der jeweiligen Hersteller
    Der FOURTE war günstig im Head-Fi zu erstehen, der Elysium war bei K55 in Zürich anzuhören & kauf-bar und der Odin…:

    ….und das „Tüpfelchen auf dem i“ erfolgte letzten Herbst: Ich wagte den Ultimativen Schritt zu einem echten Custom IEM: Dem Empire Ears ODIN. Dies aber nur dank des Lokalen Vertreters Thomas Scharfenberg - AudioEssence.ch – der in der Schweiz die Möglichkeit offeriert, seine IEMs für eine Woche zu Hause zu testen; dieser Test-Odin war natürlich die Universale Version. Das Resultat hatte mich aber so überzeugt, dass ich einen Custom ODIN erwarb. Dies auch als Resultat der untenstehenden Problematik.

    Erstes, nicht ganz unerwartetes Problem das schon beim FOURTE auftrat: Die gelieferten Ear Tips ! Ich habe ungleiche Gehörgänge und der rechts ist eher eng. Keiner der Beipack Stöpsel passte, und die fast notfallmässig zugekauften Spinfits CP 100 waren auch nur die halbe Miete: FRUST !!
    Also: Sofort Custom Ear Tips herstellen lassen und JETZT klingt’s schon mal besser: d.h. ein erster Eindruck ist äusserst positiv. Das störende hin & her von „Tönt gewaltig gut“ oder eben „hä, ? - was ist das jetzt für ein Quatsch ? “ bei den wackeligen Stöpseln ist weg, und es bleibt ein (fast) konstant hervorragender Klang. In der Folge erstand ich noch weitere Modelle dieser Custom Tips zum Pröbeln & so.
    Diese sind nach meiner Einschätzung ein möglicher, wenn nicht DER Schlüssel zum IEM Triumph.
    Nach dem „Pröbeln“ mit (Custom) Ear Tips …eine Knacknuss, die alle IEM Neulinge wohl ewig beschäftigen wird, war dann die logische Konsequenz der Custom ODIN.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 13-IEM.jpg Ansichten: 0 Größe: 125,1 KB ID: 643674
    Für den FOURTE und den Elysium habe ich die oben gezeigten Modelle von Custom Ear Tips; die (akustische) Evaluation ist noch fortlaufend.
    Mein Favorit ist das Schweizer Modell von K55 (EarLine AG) ; das knallrote, bzw. blaue am Elysium. Das Material passt mir besser, da weniger Klebrig.

    Das grüne Modell „Custom Sleeves“ von Scheinhardt und das zweite blass rot/blaue von Custom Arts in Polen ist zwar weicher, aber eben weniger glatt..

    Übrigens: die "Schnur-Schwänzchen" sind nicht zur Dekoration: Meine Custom Tips passen hervorragend im Ohr – so gut, dass diese ab und zu im Ohr stecken bleiben: Die Fäden erleichtern das Herausziehen.
    Die Scheinhardts bieten hier effektive Abhilfe.
    https://www.scheinhardt.de/in-ear-monitoring/angepasste-kopfhoerer

    Warum nicht alle IEM Hersteller so eine Art Flansch ans Schallröhrchen anbringen können, ist mir schleierhaft.

    Kabel:
    Ich benutze meine IEMs ausschliesslich Stationär und nicht Mobil. Die Beipack-Kabel der IEM mögen ja gut sein – aber mit nur 1.2 m Länge und dem kleinen Klinkenstecker müsste ich fast den Kopf hinter die Anlage stecken, um diese benutzen zu können und mit Adaptern basteln.
    So habe ich bei Audioverse ein Silberkabel mit XLR-4-pol Stecker anfertigen lassen. Dieses Kabel benutze ich jetzt für diese 3 IEM (Weitere Kabel-Alternativen sind aber aktuell bestellt)


    Wie klingt’s denn jetzt ?

    TIA FOURTE – erste Eindrücke: erstaunliche Attacke, Anspringend und trotzdem nie aggressiv !
    Bass: Kräftig, aber nie „dröhnend“, d.h. eher schlank und knackig so wie ich es liebe und eben auch beim STELLIA nie so richtig hinkriegte.
    Stimmen & Instrumente: Stimmen klingen sehr präsent und echt. Aber auch ein Cembalo oder andere eher „scharfe“ Instrumente tönen herrlich, genügend transparent, ohne überbetonte Höhen. Die „Neutralität“ erwähne ich später

    Bemerkenswert: diese fast betörende Präsenz und das Gefühl mitten in der Musik involviert zu sein, ohne dadurch den Klang an - oder IN – den Kopf geschleudert zu kriegen.

    ODIN: Dem Fourte ähnlich in der knackigen Spielweise, ganz leicht weniger Bass, dies wird aber durch den Sphärischen Glanz der Höhen mehr als wettgemacht. Meine Meinung: EVTL. Etwas Neutraler ?
    Ansonsten sind hier zwei Meister am Werk, die sich wohl in der Abstimmung etwas unterscheiden, aber beide auf ihre Weise überragend.


    Elysium: Siehe Fazit.

    Quellen
    Meist ab Analogen Quellen (Vinyl, Röhren Phono-Verstärker & Step-Up-Trafo, d.h fast Transistoren-frei)
    Meinen NAIM CD –Spieler definiere ich mal frei als auch „fast Analog“..

    KHV : AudioValve Solaris (Treibt eben auch die STAXE an !!) ;

    Meine MUSIK
    Die Musik, die ich hörte, war fast ausschliesslich Klassische und akustische Musik, viel Opern & Stimmen.
    Vinyl – meine übliche Quelle :

    - Bachs Italienisches Konzert, Version mit Cembalo mit Martha Schuster, eine Aufnahme, die das Cembalo in prächtigen Tönen wiedergibt ...
    FOURTE & ODIN schenken sich hier nichts: Herrliche Klangfarben und im Bass genau so, wie's klingen soll (OK, beim Cembalo jetzt nicht so dominant !); spielt der ODIN evtl. einen Tick natürlicher ?
    Dem Elysium fehlt hier der farbige Glanz in den Höhen und ein Nuance weniger „Attacke“

    - "Age of Belcanto", mit Joan Sutherland, u.a. & Richard Bonynge; wunderbare junge Opernsängerinnen & Sänger kurz vor oder im besten Alter ! (Aufnahme von ca. 1964 !!)
    - Moonlight Serenade, mit Ray Brown, Bass & Laurindo Almeida, Gitarre. Hier ist der FOURTE im Element: Sein Bass hat eben diesen Extra Kick, während der ODIN bei der Gitarre mit dem herrlichen Anschlag und dem „Glanz“ punktet.
    Der Elysium spielt „schön“, „neutral“ (?) aber etwas unverbindlich .


    - Cantate Domino: Orgel & Gesang: Ja, ja dies ist die berühmt-berüchtigte Proprius Aufnahme in der Kirche mit Orgel, dem Oscars Motettkör und dem herrlichen Sopran von Marianne Mellnäs.
    Wenn hier die Bass-Orgelpfeifen so richtig Druck geben und NICHT irgendein Kopfhörer-Gehäuse vibriert, DANN spielt die Musik: da gewinnen der ODIN und FOURTE klar ! Und der Sopran klingt bei beiden so was von herrlich.

    Und um ein paar "harte Sachen" auszuprobieren:

    - P. I. Tschaikowskys Ouvertüre 1812; speziell das Grand Finale, in dem echte oder eingebildete Kanonenschüsse abgefeuert werden - man könnte meinen, die Löcher auf der Plattenoberfläche geradezu zu sehen- ! , wobei ich für den Finalen Kick mit einer DIGI-Download Variante mit dem Cincinnati Symphony Orchestra unter Kunzel hörte. Wenn hier sowohl die Kanonenschüsse den richtigen Punch machen UND die Glocken im Hintergrund klar ertönen - wenn beides differenziert hörbar und klanglich sauber klingt, hat man das Ziel erreicht. Hier muss ich wiederum dem FOURTE diesen Extra Bass Punch attestieren - Schon fast erschreckend, wie hier die Kanonen losknallen ! Dafür gefallen mir die Glocken beim sehr transparenten, aber nie analytischen ODIN etwas besser: Zwei Gewinner…!!

    Hier fällt der Elysium schon merkbar zurück – er macht nichts falsch, aber es fehlt hier schon diese „Magie“ der beiden anderen und das Impulsverhalten ist merkbar geringer - aber man hört ja nicht permanent die 1812..!

    und noch ein Chorales Schwergewicht : -
    - VERDI's Requiem – wenn beim Dies irae der Chor und Orchester ihre Tutti geben, trennt sich die Spreu vom Weizen.
    Wie beim 1812 konnte hier der Elysium nicht ganz mitziehen, der FOURTE und der ODIN offerierten ein herrliches Klangbild in allen Facetten.


    Neu in meiner analogen Sammlung:
    - Dolce Duello: Cecilia Bartoli & Sol Gabetta
    Das sieht dann so aus:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Cecilia +Sol-xs.jpg Ansichten: 0 Größe: 449,6 KB ID: 643669
    Diese „Beiden Herzigen“ verdienen auch Pinkige Platten (es muss ja nicht immer Schwarzes Gold Sein…)

    - Sol Gabetta - Il Progetto Vivaldi: Der Winter der 4 Jahreszeiten, gespielt auf dem Cello, ist einfach "magisch"

    Hier muss ich aber anmerken: Der FOURTE kann bei Solo-Stimmen & Instrumenten evtl. etwas ungewohnt klingen – die häufig genannten „Verfärbungen“ ?
    Der ODIN ist hier sicher der Neutralere. Aber bei diesen beiden IEM wage ich die böse Frage: Ist „Neutral“ nun wirklich besser oder bloss „korrekter“ ?


    BTW: Seit vielen Jahren ist Cecilia Bartoli meine "Referenzstimme" für alle Musikwiedergabegeräte und Komponentenbewertungen. Sie ist die einzige "berühmte" Opernsängerin, die ich gelegentlich in Zürich sowohl in der Oper, als auch im Konzert live gesehen & gehört habe.

    FAZIT:
    Die Unterschiede in der Abstimmung des ELYSIUM, ODIN und des TIA FOURTE sind ebenso äusserst interessant, wie verschieden.
    Alle spielen auf einem musikalisch hervorragenden Niveau.


    FOURTE, der „Kontroverse Zwerg“:
    Spielt er „neutral“ ? NEIN, in meinen Ohren eher nicht ! Wer „High-Endige & Audiophile klanglich puristische Genauigkeit“ sucht, muss vermutlich anderswo glücklich werden. Der FOURTE provoziert & polarisiert, macht aber ungemein gute Musik und viel Spass…!!


    ODIN ? evtl. ist der ein Hauch neutraler, aber macht er mehr Spass ? Nicht zwingend. Ist das Ziel eine musikalisch gesamtheitliche und eher „euphonische Authentizität“, dann macht er aber extrem, viel Freude.
    Und für mich Match-Entscheidend: Ergänzt er meine STAXe einigermassen würdig ?:
    Absolut – das gilt für den FOURTE auf seine Weise aber auch.


    Bei Klassischer Musik gefällt mir der ODIN eine Nuance besser; bei Jazz, Folk und Brass Band Music , wo Impact & Impuls noch essentieller sein könnten, kann ich mich mit dem FOURTE bestens anfreunden.

    Wieder mal so ein Fall von: nicht Entweder-Oder, sondern Sowohl-Als-Auch.

    Und der Elysium: Wie erwähnt, er macht nichts falsch, aber mir persönlich fehlt dieses besondere Extra, das ich von einem „TOTL-High-End“ IEM erwarte.

    Noch ein Bemerkung zum Handling: Der Custom ODIN ist mit Abstand der einfachste in der Handhabung: Sitzt pass-genau, sehr bequem und spielt immer mit konstanter Top- Klangqualität.

    Geht’s noch besser ?
    Bei den Normalen Geschlossenen habe ich meine Zweifel. Wie erwähnt, der vermutlich „Beste“, mir damals bekannte Geschlossene, der Stellia, ist bei mir Geschichte !!
    Bei den IEMs kenne ich den TOTL Markt schlicht zu wenig. Ich weiss nur, dass es wohl noch Höher-Preisige Modelle geben soll…
    Aber bei High-End und so Zeugs gibt’s es ja eher kein vernünftiges „Preis-Leistungsverhältnis" mehr.

    Mit OFFENEN hingegen eindeutig JA: Wie erwähnt, sind meine üblichen Referenz-TOTL-Hörer die STAXe, die sicher nicht basslastig sind , aber mit dieser Magischen Sphärischen Transparenz ohne jegliche Härten im Höhen Bereich - daher mögen mein Musikgeschmack & meine Abstimmungsvorlieben etwas speziell sein.
    Und es ist nicht jeder X- Beliebige STAX, der hier eindeutig noch eine Nummer drauflegt.

    Aber das ist eine andere Problematik, die ich jetzt nicht öffnen will. Denn für mich sind Offene & Geschlossene KH , bzw. IEMs, zwei , oder eben drei Paar Schuhe für verschiedene Anwendungen.


    Gruss
    Urs
    Eine wenig beachtete „Schellack-Weisheit“ besagt:
    Die Wahre Seele der Musik versteckt sich hinter Knistern und Rauschen….
    ========
    Mitglied der AAA Schweiz

    #2
    Hallo Urs,

    vielen Dank für die schöne Zusammenfassung dreier absoluter Top IEMs. Den Elysium hatte ich längere Zeit selber. Der hängt einen Stellia und viele Over Ears locker ab. Aber als dann die 64er bei mir eintraffen haben Sie alles andere an IEMs wegoptimiert bei mir. Der U12T und Trio sind unglaublich gute IEMs. Den Fourte habe ich noch nicht gehört. Vielleicht hat mich bis jetzt abgeschreckt das er recht hell und dünner klingen soll als die anderen 64er. Ich bin sowas von gespannt was da noch so kommt in Zukunft bei 64...
    Von Empire kenne ich nur den LX. Der ist sehr speziell. Sicherlich ein toller Bass aber viel zu fett.

    LG Thomas

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      #3
      Hallo Urs,

      sehr schöner Bericht über Deine Erfahrungen mit den drei „Zwergen“!
      Obwohl ich eher kein Freund von IEM‘s bin, habe ich ihn mit Freude gelesen.
      Solche schönen Beiträge machen richtig Spaß.
      Vielen Dank dafür, dass Du Deine Eindrücke - so interessant aufgemacht - mit uns teilst!

      Schönen Gruß von der Küste in die Schweiz
      Carsten
      AHP Klangmodul > HMS Wandsteckdose > PS Audio AC12 Netzkabel >
      PS Audio Powerplant P3 > HMS Energia Suprema Netzkabel > Ayon CD-10 II Signature > HMS Suprema SR XLR > Trafomatic Primavera > Abyss AB 1266 Phi TC mit JPS SuperConductor HP + Hifiman Susvara mit Cardas Clear und Lavricables Grand Silver. Rack: Creaktiv Audio 1-4 mit Black Forest Audio Soundboard.
      Weitere Netzentstörung mit Black Forest Harmonizer, Auth-Filtern, diversen Turmalinsteckern und Klappferriten.

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