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Chris Feickerts "Twin"Laufwerk

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    Chris Feickerts "Twin"Laufwerk

    Chris Feickert – Jahrgang 1964 – kam ursprünglich aus der Chemie. Genauer gesagt aus der physikalischen Chemie und hat in der Physik 1994 promoviert. Über lange Jahre arbeitete er in der Materialforschung an der Universität Freiburg. Aus dieser Zeit stammt das Know-How in Punkto Materialeigenschaften und –wahl. Da er schon von Kindesbeinen an eine sehr hohe Affinität zu Musik hatte und seit seiner frühen Jugend vom HiFi-Bazillus vereinnahmt wurde, machte er sich erstmals 2 Jahre nach seiner Promotion daran, eigene Ideen in der Audiobranche umzusetzen. Drei Jahre später schwenkte sein Fokus vollends auf die Analogtechnik und erste Pläne und Skizzen zu Analoglaufwerken entstammen jener Zeit, inspiriert auch durch die damalige Verfügbarkeit hochwertiger Fertigkomponenten eines Anbieters von Bausätzen. Für eben diesen baute er in der Folge ein Vertriebsnetzwerk auf und beeinflusste auch die weitere Entwicklung von Produkten dieses Hauses.


    Seit 2005 verfolgt Chris Feickert ausschließlich seine eigene Produktlinie, die eine – auch international sehr hoch geschätzte – Justierschablone für Drehtonarme, einen Tonarm mit 10,5 Zoll Effektivlänge und sehr weiter Anpassbarkeit und einem Laufwerk – dem Twin.




    Der Twin entstand aus der Überlegung heraus, dass viele Konstruktionen daran kranken, dass der Konstrukteur versucht Resonanzen zu „vernichten“. Dies ist nur bedingt möglich und erfordert in der Regel eine sehr hohe Masse, die wiederum zu Problemen bei der Aufstellung führen kann. Hohe Schallleitgeschwindigkeiten in den meist verwendeten Materialien nebst ungünstiger Frequenzlage der Resonanzen führen zu einem Eigenklang, der tendenziell zu einer „Kühle“ und aufgesetzten, real nicht vorhandenen „Auflösung“ führt. Unsere Überlegungen gehen in eine andere Richtung. Anstatt zu versuchen, Resonanzen zu absorbieren, hat die Natur die Möglichkeit vorgesehen Schwingungen zu transformieren, die „Schadenergie“ kontrolliert umzusetzen und die Resnonanzlage der resultierenden Eigenschwingung so zu wählen, dass sie gehörmäßig nicht oder nur schwach in Erscheinung tritt. Im Gegensetz zu Subchassis-Konstruktionen, die hauptsächlich darauf ausgerichtet sind, Trittschallenergie vom Chassis fernzuhalten, ist der Twin eine Art Zwischending. In einen Sandwich aus Stahl und Holz definiert eingepannt befindet sich die Ebene der Tonarmaufnahme. Diese ist realisiert durch zwei Edelstahlstangen, die das verschiebliche Armboard aufnehmen. In der Ebene der Stangen ist eine Zone geringst-möglicher Bewegung innerhalb des Chassis.


    Weshalb Holz und Stahl? Holz als Naturwerkstoff in reiner Form hat das Problem sich leicht zu verformen und es ist keine Gewähr gegeben, dass sich das Chassis nicht doch im Laufe der Jahre „verzieht“. Der Ausweg lautet Multiplex. Hier sind die Holzschichten kreuzweise verleimt und gepresst. Wir gehen noch einen Schritt weiter und Tempern die Platten, Schleifen sie auf konstante Dicke und achten während der kompletten CNC-Bearbeitung auf Maßhaltigkeit. Stahl auf der anderen Seite ist ein hervorragender „Masselieferant“. Sein „Eigenklang“ ist gehörmäßig nicht angenehm, lässt sich aber durch Unterschichten mit Holz in idealer Weise transformieren und fällt beim Klopftest überhaupt nicht mehr auf. Die Masse des Stahls ist notwendig, um bei gegebenem Anzugsmoment die Eigenfrequenz des mechanischen Saugkreises in einem gehörunkritischen Bereich zu verlagern.


    Die Lagerung des Tellers ist über ein Inverslager realisiert. Dieses wird – im Gegensatz zur Majorität der Anbieter – durch Fett geschmiert. Dies hat mehere Vorteile. Das Fett reduziert zum einen weiter die Geräusche, die alle Lager produzieren, egal wie aufwendig diese konstruiert und gebaut sind, ausser sie arbeiten berührungsfrei. Zudem führt die hohe Viskosität des Fetts zu einer leichten Hemmung im Lager, die dafür sorgt, dass der Antrieb gegen einen definierten Widerstand arbeitet. Engst tolerierte Lagerspaltmaße von 10 µm sorgen für die Einhaltung der Vorgaben. Der Antrieb wiederum basiert auf einem drehmomentstarken Papst-Motor, der durch eine eigens für diesen Motor durch uns entwickelte Elektronik gesteuert wird. Diese Steuerung stellt eine kleine Reminiszenz an die „digitale“ Vergangenheit von Chris Feickert dar, ist darin doch eine Weiterentwicklung des legendären „L-Clock“ realisiert, die seinerzeit in Zusammenarbeit mit einer dänischen Firma mit großem Erfolg auf den Markt gebracht wurde, um CD-Player zu modifizieren. Diese Elektonik zeichnet sich dadurch aus, dass die Zeitfehler der Motortaktung unmessbar sind.


    Was bedeutet das für den Hörer? Ein homogenes, präzises, sauber strukturiertes Klangbild ohne Einflüsse durch das Laufwerk. Gleichlaufwerte, die sich im Bereich dessen bewegen, was quarzstabilisierte Direktläufer leisten. Egal ob Piano, Großorchestrales, Pop, Rock, Grunge oder elektronische Musik – der Twin ist immer der ideale Spielpartner. Er limitiert in keinster Weise, sondern stellt die ideale Basis für jede nur denkbare Tonarm-Abtaster Kombination dar!
    Zuletzt geändert von Claus B; 05.12.2007, 15:41.

    #2
    AW: Chris Feickerts "Twin"Laufwerk

    Hallo Claus,

    schön, daß du hier die technischen Hintergründe des Feickert-Plattenspielers mal thematisiert hast. Ich hab den Chris damals auf dem workshop bei Silbersand kennen- und schätzengelernt. Einer, der durch seine Arbeit besticht, dabei immer bescheiden auftritt. Dort hab ich seinen ersten Plattenspieler hören können - und war auf Anhieb begeistert, was ein analoger Dreher heutzutage klanglich auf die Beine stellen kann. Er hat mich eigentlich wieder zu einem Analogliebhaber gemacht, hatte das schon abgeschlossen für mich. Ab da war mir klar, wenn analog, dann mit ihm.

    Nun war es vor kurzem so weit: Ich konnte mir seine neueste Kreation leisten:



    Seitdem höre ich wieder mit Freude Schallplatten - und das auf einem Niveau, das mich restlos glücklich macht. Chris Feickert ist für mich eine der ganz großen Entwickler. Dabei pflegt er eine persönliche Beziehung zu seinen Kunden. Absolut vorbidlich.

    Gruß
    Franz
    Zuletzt geändert von Franz; 05.12.2007, 20:57.

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