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Die Technik der "Revolution"

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    Die Technik der "Revolution"

    Hallo Freunde,

    es ist an der Zeit, dass ich mal ein wenig zur Technik der Revolution Endstufen sage. Gleich vorneweg. Die Revolution Technologie ist eine Erfindung von Mircea Naiu. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, ich hätte etwas mit der Entwicklung dieser Technologie zu tun. Ehrlich gesagt wäre das auch anmaßend. Ich habe lediglich nach dem Konkurs von AN+DI in Erlangen die Konkursmasse aufgekauft und mache heute noch den Service für diese Geräte.
    Das ist schwer genug, da diese Technologie doch etwas schwerer zu handlen ist, als irgendwelche 0815 Verstärker.

    Was ist nun die Revolution Technologie?

    Diese hat mehrere Pfeiler.
    Als erstes wäre die modified Class-A zu nennen. Modified deswegen, da der hohe Querstrom eine real Class-A nicht ständig anliegt, sondern von einem Analogrechner just in time ausgesteuert wird. Zu diesem Zweck wird die MOSFET-Komplementär-Endstufe von zwei Brücken angesteuert. Eine Brücke steuert das Musiksignal ein, die andere Brücke hebt den Querstrom soweit an, dass zu jeder Zeit ein Querstrom von 100mA über dem benötigten Laststrom fließt. Die Gegenkopplung des Lastsignales und der Querstrom werden mit einem Analogrechner gesteuert, der aufgebaut aus Operationsverstärkern der AD 8000er Serie, mit einer Bandbreite von 240MHz arbeitet.
    Die Ansteuerung der beiden Brücken überlagern sich zu einem resultierenden Gesamtsignal. Dieses Gesamtsignal wird am Ausgang der Komplementärendstufe über drei Präzisions-Widerstände abgegriffen und zur Berechnung dem Analogrechner zugeführt.

    Als zweites wäre die Auswirkung des immer anliegenden Querstromes von mindestens 100mA pro Endstufenpärchen zu nennen. Dadurch, dass die Endstufentransistoren immer leicht geöffnet gehalten werden, braucht nicht mehr, wie bei herkömmlichen MOSFET-AB Verstärkern jeweils die komplette Gate-Charge zur Sperrung abgezogen werden, sondern lediglich eine Delta-Ladung. Dadurch wird die Endstufe unheimlich schnell. In offener Ausführung erreicht die Bandbreite eine Grenzfrequenz von 3MHz. In der Revolution 2 ist die Bandbreite aus Kompatibilitätsgründen mit kapazitiven Schallwandlern auf 1.8MHz begrenzt. Bei den kleineren Varianten Revolution 4 + 5 auf 1.5MHz.
    Warum diese große Bandbreite? Die Revolution Technologie war ursprünglich auch als Antrieb zum Hochfrequenzschweißen konzipiert. Dazu werden diese hohen Bandbreiten benötigt. Es schadet aber auch einer audiophilen Endstufe nicht, wenn sie intern sehr schnell ist, um so die Gegenkopplung im audiophilen Frequenzbereich zu perfektionieren. Der Eingang sollte aber mit einem Tiefpass begrenzt werden, damit aus einer Revolution keine Hochfrequenzschleuder wird.

    Als drittes wäre die sepparate Ansteuerung jedes einzelnen Endstufen-MOSFET durch eine eigene Ansteuerschaltung zu nennen, die dafür Sorge trägt, dass man jegliche ungepaarte und nichtselektierte MOSFET in die Schaltung einsetzen kann. In der Revolution tun billigste IR 200V Typen ihren Dienst.

    Als viertes sind die sogenannten Stromkopierer ein Feature, auf das es hinzuweisen gilt. Die Revolution Technologie ist darauf ausgelegt, dass eine große Anzahl von zusätzlichen Endstufen abhängig vom Fan-Out der Treiberstufe zu dem Endstufen-MOSFET-Paar des Basisverstärkers parallel geschaltet werden können, um auch niederimpedanteste Lasten treiben zu können.
    In der Revolution 2 wird jeder einzelne Endstufen-MOSFET kontrolliert, bei einem Defekt abgeschaltet und die Leistung der Endstufe so weit zurückgenommen, dass die verbleibenden Transistoren die Last schultern können.

    Nun das aus meiner Sicht entscheidende der Revolution Technologie. Durch das ständig mit dem Querstrom von 100mA geöffnete Endstufenpaar in der von Mircea entwickelten Ansteuerung ist es möglich, dass beide Transistoren das ihre beisteuern können, um dem anliegenden Tonsignal folgen zu können. Eine herkömmliche AB-Endstufe kann jeweils nur einen Transistor der Komplementär-Endstufe öffnen oder schließen. Beide Transistoren können nicht zugleich geöffnet sein. Im Falle, dass der N-Kanal leitend ist, muß der P-Kanal geschlossen sein. Sollte es jetzt auf dem abklingenden Teil der Halbwelle zu Unregelmäßigkeiten kommen, die die Gegenkopplung zwar bemerkt, kann die Korrekturschaltung nichts ändern. Das Signal am Ausgang eines herkömmlichen AB-Verstärkers ist darauf angewiesen, dass der Strom von der Last aufgenommen werden kann.
    Anders bei der Revolution. Im Falle, dass der Analogrechner eine Anormalität im Aufgabenbereich des N-Kanales detektiert,steuert er kurzzeitig den P-Kanal gezielt ein wenig weiter auf und sorgt somit dafür, dass das Siganl am Ausgang präzise dem Einganssignal folgt.
    Dadurch, dass der jeweils komplementäre Kanal nicht nur zumachen, sondern sogar Strom aufnehmen kann, tritt der Effekt der negativen Impedanz am Ausgang dieser Endstufe für den Zeitraum der Korrektur ein.

    Dieses Feature sorgt dafür, dass sich Schallwandler an einer Revolution so verhalten, wie man es ansonsten nur von mehrzügigen Aktivlautsprechern gewohnt ist. Die Präzision der Revolution-Wiedergabe ist frappierend.

    Um jetzt nicht nur Lobeshymnen loszulassen, will ich auch gleich auf einen Nachteil hinweisen. Die Revolution 2 hat eine Ruheleistungsaufnahme von 600W. Das ist für eine Class-A mit 2 x 250W nicht viel, macht sich bei öfterem Betrieb aber bei der Stromrechnung bemerkbar.

    Grüßle vom Charly
    Bleibt demokratisch! Das ist ein hohes Gut.
    Die Welt ändert sich durch deine Taten. Nicht durch deine Meinung

    Bin überzeugter Anhänger der Gemeinwohl-Ökonomie
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinwohl-%C3%96konomie

    #2
    AW: Die Technik der "Revolution"

    Hallo Charly!
    Soweit ich das verstehen kann, klingt das faszinierend.
    Könntest du noch etwas vom Drumherum berichten?

    Wann entwickelt? Wer ist Mircea Naiu?
    Warum hat es mit der Vermarktung nicht geklappt?

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      #3
      AW: Die Technik der "Revolution"

      Hallo Rainer,

      Mircea Naiu ist rumänischer Herkunft und hat in Bukarest IBM-Coputertechnologie studiert. Die Analogtechnik ist aber seit eh und je sein Steckenpferd. Irgendwann hat sich Siemens-Med für ihn interessiert. Als Mitarbeiter von Siemens hat er jahrelang an einem Joint-Venture in China mitgewirkt. In seiner Freizeit hat er sich dort mit der Theorie und Praxis von Verstärkerschaltungen auseinandergesetzt. Bei der Analyse der bestehenden Verstärkerkonzepte stieß er dabei auf alle möglichen Ungereimtheiten der unterschiedlichen Prinzipe.
      Irgendwann hat er dann versucht, bestehende Konzepte zu verbessern, ist aber immer wieder an unerwünschte Grenzen gestoßen. Nach einiger zeit hat er die bestehenden Systeme über Board geworfen und einen völlig neuartigen Verstärker entworfen, der sämtliche Vorteile der verschiedenen Technologien verbindet, aber nur wenige Nachteile hinnehmen mußte.

      Diesen Verstärker hat er in kompromißloser Weise ohne Rücksicht auf Kosten entwickelt. Dieser Verstärker war die Revolution 1, von der die einziegn beiden Exemplare in meinem Eigentum sind. Die Technologie dazu ist in mehr als 20 Punkten patentiert.

      Diese Revolution 1 war in einer Leistungsklasse, dass beim ersten Test hier in Deutschland den Testern der Stereo geradezu die Spucke wegblieb. Der kalkulierte Preis von 95000 DM für die Revolution Stereoendstufe war schon eine Hausnummer. Sie war halt nur vom Feinsten aufgebaut. Alleine die Edelteile darin kosten ein Vermögen.

      Die Schaltungsentwicklung der Revolution Endstufen kam von Mircea Naiu, mitkonstruiert und die Schaltung in die Realität umgesetzt hat ein damaliger Siemens-Kollege, Walter Keller. Diesen Walter Keller habe ich in dem Jahr, in dem ich bei AN+DI in Erlangen gearbeitet habe, kennengelernt. Ein absoluter Könner mit einem derartig perfekten Arbeitsstil, dass mir ob seiner Arbeitsgeschwindigkeit die Spucke weggeblieben ist.
      Die Leistung dieser beiden Entwickler kann man erst ermessen, wenn man weiß, innerhalb von welcher Zeit die Herren die Produktentwicklung gestemmt haben.

      Die Revolution 1 Prototypen waren allerdings viel zu teuer und zu gewaltig. Daraufhin wurde die Revolution 2 geboren, die nur noch halb so groß war und in ihrer Leistung mit 2 x 250W Class-A begrenzt war. Natürlich hatte auch die Revolution 2 die herausragenden Features der Revolution 1. Im Vollausbau kostete die Revolution 2 damals 45500 DM. Zu diesem Preis sind leider nur 5 Endstufen verkauft worden.

      Zwischenzeitlich hatten die Herren Naiu und Keller das Siemens Lager verlassen, um jetzt nur noch Revolution zu bauen. Ein Vertrieb um einen Herrn Heinrich herum hatte Absatzzahlen suggeriert, die nicht nebenbei bewältigt werden konnten. Mit einem weiteren Kollegen von Siemens haben die Herren AN+DI electronic in Erlangen gegründet.
      Ein etablierter Vertrieb wurde vom Veranstalter der High-End in Grafenbruch gefordert. Ansonsten hätten AN+DI nicht dort austellen dürfen.
      Nun, dieser Herr Heinrich hat nicht einmal ansatzweise das gehalten, was er den AN+DIs versprochen hat. Die Absatzzahlen waren unterhalb von 1% seiner Prognose.

      Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich mit Schäfer überworfen und mich auch bei AN+DI beworben. Beim Bewerbungsgespräch habe ich sofort die Absatzzahlen für die ersten drei Jahre geradegerückt und darauf gedrungen, dass noch billigere Geräte, die auch nicht alle Features haben müssen, entwickelt werden. Meine Preisidee war zu diesem Zeitpunkt 15000 DM für eine verkaufbares Gerät.

      Eine ähnliche Idee hatten die AN-DIs schon selbst. Die Revolution 3 war schon vorbereitet und wurde nur noch auf die Typen Revolution 4 + 5 heruntergebrochen. Von diesen nun billigeren Typen wurden dann ca. 20 Stück verkauft.

      Die Einkünfte reichten nicht, um die Kosten zu decken. Das geld der Investoren war zu schnell verbraucht. AN+DI konnte die ersten drei Jahre nicht durchstehen. Zum Ende 1997 hat AN+DI Konkurs angemeldet und ich war arbeitslos.
      Da ich zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle war, habe ich den kompletten Konkurs aufgekauft. Im Konkurs war nicht das Patent enthalten, welches Mircea Naiu persönlich hielt. So konnte ich zwar den Konkurs verwerten, aber keine Revolution bauen.

      Persönlich kenne ich keinen Entwickler, der Mircea Naiu das Wasser reichen kann. Ich habe oftmals selbst nach mehreren Erklärungsversuchen Mirceas nicht verstanden, was er mir sagen wollte, da mir die Kenntnisse in diesen Sphären einfach fehlen.
      Für Mircea ist eine Entwicklung, wenn sie abgeschlossen ist, nicht mehr interessant. Er widmet sich dann neuen Dingen. Daher hält er auch mehrere Patente, unter anderem für einen genialen Schaltverstärker.
      Leider hat Mircea keinen ernsthaften Vertrieb gefunden, der sich nicht nur an ihm bereichern wollte. Es ist wirklich schade für die tollen Produkte.

      Grüßle vom Charly

      Edit by Charly: Patent ist noch aktiv
      Zuletzt geändert von OpenEnd; 21.08.2008, 07:51.
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        #4
        AW: Die Technik der "Revolution"

        Hallo Rainer,

        die Revolution 2 war im Frühjahr 1996 schon fertig entwickelt. Dort habe ich sie erstmalig auf einer Messe in Wien gesehen.

        Mit der Vermarktung hat es nicht geklappt, da die Geräte für einen Newcomer zu teuer waren. Für diese Summe stellen sich Zahlungswillige lieber etabliertes Gerät in die Stube, egal, wie gut das Neue ist.

        Erst einmal abwarten, was aus der Firma wird. Wenn man es genau nimmt, haben die Vorsichtigen durchaus Recht gehabt.

        Grüßle vom Charly
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          #5
          AW: Die Technik der "Revolution"

          Danke Charly,

          für diese Infos. Für einen wie mich sind das sehr nützliche Details**). Sliding Bias ist eine feine Sache um effizient zu sein aber immer in Class A zu bleiben, habe damit bereits selbst gespielt, wenngleich in einer wesentlich einfacheren Konfiguration (ein Circlotron, reine Endstufe ohne Gain -- CFPs mit Bipolar+MOSFET -- mit einem primitiven "Analogrechner" für den Erhalt eines minimalen Bias). Und der Betrieb jedes MOSFETs mit seiner eigenen lokalen Regelschleife ist auch ein Standard in der Leistungs-Industrieelektronik, aber bei Audio wird sowas seltsamerweise selten angewandt. Man merkt wo die Entwickler daheim sind/waren...


          **)
          Nun das aus meiner Sicht entscheidende der Revolution Technologie. Durch das ständig mit dem Querstrom von 100mA geöffnete Endstufenpaar in der von Mircea entwickelten Ansteuerung ist es möglich, dass beide Transistoren das ihre beisteuern können, um dem anliegenden Tonsignal folgen zu können. Eine herkömmliche AB-Endstufe kann jeweils nur einen Transistor der Komplementär-Endstufe öffnen oder schließen. Beide Transistoren können nicht zugleich geöffnet sein. Im Falle, dass der N-Kanal leitend ist, muß der P-Kanal geschlossen sein. Sollte es jetzt auf dem abklingenden Teil der Halbwelle zu Unregelmäßigkeiten kommen, die die Gegenkopplung zwar bemerkt, kann die Korrekturschaltung nichts ändern. Das Signal am Ausgang eines herkömmlichen AB-Verstärkers ist darauf angewiesen, dass der Strom von der Last aufgenommen werden kann.
          Anders bei der Revolution. Im Falle, dass der Analogrechner eine Anormalität im Aufgabenbereich des N-Kanales detektiert,steuert er kurzzeitig den P-Kanal gezielt ein wenig weiter auf und sorgt somit dafür, dass das Siganl am Ausgang präzise dem Einganssignal folgt.
          Dadurch, dass der jeweils komplementäre Kanal nicht nur zumachen, sondern sogar Strom aufnehmen kann, tritt der Effekt der negativen Impedanz am Ausgang dieser Endstufe für den Zeitraum der Korrektur ein.
          Dieser etwas umgangssprachlichen Beschreibung kann ich jetzt nicht ganz folgen. Möchtest du das evtl. noch etwas näher ausführen, speziell den kursiven Teil, gern in Fachklartext?

          Grüße, Klaus
          Zuletzt geändert von KSTR; 20.08.2008, 18:17.

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            #6
            AW: Die Technik der "Revolution"

            Hallo Klaus,

            Mircea Naiu und Walter Keller stammen aus der Coputer-Tomographen Entwicklung von Siemens-Med.

            Umgangssprachliche Beschreibung ist für ein Hobbyforum genau das Richtige. Hier lesen alle möglichen Hobbyisten mit, die nicht explizit elektrotechnisch geschult sind.
            Man kann allerdings Dinge auch noch verfeinern, bzw. Mißverständnisse klarstellen.
            Den Artikel über die Revolution Technologie habe ich auf der Veranda beim Weißbier geschrieben.
            Nun zu deiner Frage.
            Ein Merkmal von Mirceas Schaltungstechnik ist, daß die jeweiligen Komplementärtransistoren jeweils als gesteuerte, man könnte auch sagen, als geregelte Stromsenken auftreten. Der jeweilige Komplementär kann quasi unabhängig vom Aussteuerungsgrad des übertragenden Transistors als aktive Stromsenke auftreten. Das ist aber nur für die abfallenden Flanken des übertragenen Signales sinnvoll. Diese jeweiligen gesteuerten Stromsenken habe ich im obigen Text als negative Impedanz bezeichnet, obwohl sie nicht im herkömmlichen Schulbuchsinne als Spiegelung einer positiven Impedanz auf die negative Seite zu interpretieren ist. Es ist auch keine negative Impedanz im Revox-Sinne.
            Es ist eine Stromsenke, die jeweils an die gegenüberliegende Railspannung gebunden ist.
            Eine weitere Frage will ich auch gleich klären. Ein herkömmlicher Class-AB Verstärker könnte innerhalb des A-Bereiches natürlich ähnlich funktionieren. Im B-Bereich ist aber immer nur ein Transistor des Komplementärpaares durchgeschaltet. Eine derartig präzise Korrektur wie bei der Revolution ist aus meiner Sicht nicht möglich.
            Das Patent der Revolution habe ich mal angehängt. Mircea Naiu ist Erfinder und Eigner des Patentes, egal, welcher Name da steht.

            Grüßle vom Charly
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              #7
              AW: Die Technik der "Revolution"

              Hi,
              Zitat von OpenEnd Beitrag anzeigen
              Ein Merkmal von Mirceas Schaltungstechnik ist, daß die jeweiligen Komplementärtransistoren jeweils als gesteuerte, man könnte auch sagen, als geregelte Stromsenken auftreten. Der jeweilige Komplementär kann quasi unabhängig vom Aussteuerungsgrad des übertragenden Transistors als aktive Stromsenke auftreten. Das ist aber nur für die abfallenden Flanken des übertragenen Signales sinnvoll.
              Yep, die Schaltung nach Fig.5 im Patent ist ja ein Class-A Klassiker (zu finden z.B. in Bruno Putzeys' ExtremA, ich habe mal eine Version mit THS6012+MJL3281/1302 angedacht), allerdings ohne Nachregelung der Eingangsdifferenz, und die Nachregelung ist ja der wesentliche Patentanspruch, das steckt das Gehirnschmalz drin. Ein Chip, der eine solche Regelung (nicht die selbe, sicherlich, und auch mit weniger Bandbreite) macht, ist der LT1166 (s.u.).

              Diese jeweiligen gesteuerten Stromsenken habe ich im obigen Text als negative Impedanz bezeichnet, obwohl sie nicht im herkömmlichen Schulbuchsinne als Spiegelung einer positiven Impedanz auf die negative Seite zu interpretieren ist. Es ist auch keine negative Impedanz im Revox-Sinne.
              OK, da lag das wesentliche Missvertändnis. Genaugenommen ist der Begriff "negative Impedanz" hier missbräuchlich, aber das ist jetzt Wortklauberei und auch nicht mehr wichtig.

              Eine weitere Frage will ich auch gleich klären. Ein herkömmlicher Class-AB Verstärker könnte innerhalb des A-Bereiches natürlich ähnlich funktionieren. Im B-Bereich ist aber immer nur ein Transistor des Komplementärpaares durchgeschaltet.
              Schau dir mal den LT1166 an. Das ist ein Bias-Spreader, der das Produkt der (Emitter- oder Source-) Ströme konstant hält, mithin wird also auch keiner je zu Null, was sich natürlich bei trägen Bipolars positiv auswirkt (oder bei CFPs und anderen lokal gegengekoppelten Outputs). Und wenn man den nicht direkt koppelt, sondern an die Inputs der geregelten Stromquellen (oder -Senken, je nach Definition) hängt, kann man ein ganzes Rudel dieser Stromsklaven parallel dranhängen.

              Das Patent der Revolution habe ich mal angehängt. Mircea Naiu ist Erfinder und Eigner des Patentes, egal, welcher Name da steht.
              Da steht doch sein Name an der richtige Stelle, oder nicht? Hatte das Pat. auch bereits gefunden, trotzdem Danke, natürlich.

              @Rest: sorry für das "Fachchinesisch", meinen Beitrag als am besten ingonieren feif:

              Grüße, Klaus

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                #8
                AW: Die Technik der "Revolution"

                Hallo Klaus,

                Wieso sorry für den Rest @ ignorieren? Wann legst du denn mal richtig los? Bis jetzt wars doch noch gemütlich. :grinser:


                Gruß,
                Otwin

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                  #9
                  AW: Die Technik der "Revolution"

                  Otwin,

                  ich denke, in diesem Forum sind dann echte Hardcore-Schaltungsdiskussionen letztlich verschwendet (sorry @Charly, ist aber doch so, oder?), dafür gibt es Foren mit mehr Aktivität in der Hinsicht, dort sollte man also die Aktivitäten bündeln. Z.B. im DIYaudio.com (wäre bzw. ist meine erste Adresse) oder in der DIY-Elektronik-Abteilung des AAA oder auch ebenda im (hier so, äh, verhassten) hifi-forum.de. Für Kopfhörer-Elektronik müsstest du ja einschlägige DIY-Forenaddressen kennen (Head-Fi, etc).

                  Grüße, Klaus

                  Kommentar


                    #10
                    AW: Die Technik der "Revolution"

                    Zitat von KSTR Beitrag anzeigen
                    @Rest: sorry für das "Fachchinesisch", meinen Beitrag als am besten ingonieren feif:
                    Etwas Meta-Ignorantentum, zwecks dem besseren Rechtschrieb, wäre wohl auch angesagt...:mussweg::lol:

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                      #11
                      AW: Die Technik der "Revolution"

                      Hallo Klaus,

                      Ja, einige Foren kenne ich diesbezüglich. Meine Bemerkung bezüglich, wann legst du mal los, war natürlich ein Scherz. Ich kann dir nicht das Wasser reichen hinsichtlich deiner Elektronik Kenntnisse und dem Verständnis für Zusammenhänge. Du bist da absolut fit.

                      Nun, meine ganze Praxis bezieht sich ja mehr auf den KH selbst bzw auch der KHV, dann aber meist als Fertiggerät, mal abgesehen von meinen kleinen Eigenversuchen, die bedeutungslos sind. Und bei Head-Fi ist es auch nicht so doll. Lediglich die Bandbreite an Gerätschaft ist bei den Amis wesentlich größer, natürlich auch die Neugier und der Spieltrieb. Aber mehr oder bessere Spezialisten als Privatpersonen, die dann ihre Erfahrungen mit KH´s schreiben, haben die auch nicht. Kochen mit dem gleichen Wasser wie hier.

                      Wir haben ein paar Deutsche, die sich abgehoben fühlten, weil sie im "großen" Head-Fi mit diskutierten und sich von daher fühlten wie der Mann von Welt. Diese Leute waren sogar noch so dämlich, das sie dort bei den Amis über das eigene deutsche Hifi-Forum herzogen. In der Form etwa, naja, man muß die Postings im Hifi-Forum nicht so ernst nehmen, sind kleine schwafelnde Jungs. So in etwa drittklassige Grade.

                      Das war echt ätzend und beschämend, was mir ganz deutlich zeigte, mit welcher Sorte Menschen man es teilweise zu tun hat, charakterlich.

                      Das ging soweit, bis sich etliche Amis für diese Deutschen regelrecht schämten, ähnlich Denunziantentum, und diese zur Reson riefen.

                      So, okay, wird aber zuviel OT.

                      Gruß,
                      Otwin
                      Zuletzt geändert von lotusblüte; 21.08.2008, 19:05.

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                        #12
                        AW: Die Technik der "Revolution"

                        Hallo Klaus,

                        technische Sachverhalte können wir auch hier ausbreiten. An Schwanzverlängerungsdiskussionen reiner Forenentwickler bin ich hier aber nicht interessiert.
                        Noch wichtiger ist, dass der gute Ton die Führung behält.
                        Auf bestimmte Leute können wir hier ganz prima verzichten, egal, was die auch zu wissen scheinen.

                        Wir werden hier auch weiterhin über Elektronik reden, aber nicht streiten.
                        Zum Fachsimpeln gibt es andere Plätze, da wo die Menschen mit ihrem guten Namen auftreten.

                        Grüßle vom Charly
                        Bleibt demokratisch! Das ist ein hohes Gut.
                        Die Welt ändert sich durch deine Taten. Nicht durch deine Meinung

                        Bin überzeugter Anhänger der Gemeinwohl-Ökonomie
                        https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinwohl-%C3%96konomie

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                          #13
                          AW: Die Technik der "Revolution"

                          Hallo Charly!
                          Nun ist das alles ja schon eine Weile her.
                          Wenn das Konzept so gut ist wie du sagst, dürfte es aus technischer Sicht sicher kein Zeit-"Verlust" sein.

                          Gleichwohl haben die Zeiten sich geändert: Nirgendwann sonst gab ist in der Hifi-Szene so viele extrem teure Geräte, die unter den vielen Neureichen der Welt wohl auch genügend Kundschaft finden.
                          Focal mit der neuen Riesen-Utopia, Soulution und Nagra in der Schweiz, Plattenspieler zum Preis einer Luxuslimousine....

                          Könnte es vielleicht also HEUTE gelingen, so etwas doch noch gewinnbringend an den Mann zu bringen?
                          Ich hielte das für durchaus möglich.

                          Kommentar


                            #14
                            AW: Die Technik der "Revolution"

                            Rainer,

                            deiner Frage entgegen tretend - es wird nur einen kleinen Teil der Menscheit geben, welche sich diese Mega-Boliden "erlauben" dürfen...kommt noch hinzu, dass Technik heute so "selbstverständlich" scheint, meinetwegen auch ist.

                            Auf der anderen Seite - die Ingenieuere, Entwickler eines eigenen "Kindes", sehen sich mit einem vermeintlichen Gleichklang konfrontiert - den suggeriert ja wieder die Technik:zwink:

                            Sehe ich mir die Revolution an - ja, ich hab' "Sie" ja schon sehen und hören dürfen, fällt mir erst einmal gar nix mehr dazu ein - fassungslose :huld:...

                            "Lese" ich den Schaltplan meines Verstärkers, schaue ins Gerät an sich, ergibt sich mir ein Bild, mir.

                            Klaus, die grammatikalischen "Side-Steps" "scheinen" sehr sympathisch:zwink:


                            me:dank:

                            Kommentar


                              #15
                              AW: Die Technik der "Revolution"

                              Hallo zusammen,

                              bei meiner Internetrecherche über Cruz Digital und Mircea Naiu bin ich auch auf dieses Forum, das mir leider bisher unbekannt war, gestoßen. Da bin ich ja wohl gleich bei der richtigen Adresse gelandet. Charly, kannst Du mir etwas über Cruz sagen? sind diese Verstärker eine Neuauflage oder die rechtmäßigen Nachfolger der Revolution?
                              Schon mal vielen Dank im voraus.
                              Jochen

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