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Akustisches Gedächtnis

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    Akustisches Gedächtnis

    Dieser Thread ist der reinen Information vorbehalten; ich eröffne einen weiteren für die Diskussion/Schlußfolgerungen.
    Zunächst gibt es einen knappen Einstieg; Vertiefungen sowie Literaturhinweise folgen.


    Dem Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis ist ein sensorischen Gedächtnis vorgeschaltet, daß es erlaubt, die über die Sinnesorgane einlaufende Information zu verarbeiten, obwohl bereits neue Informationen aufgenommen werden.

    Sensorisches Gedächtnis ist der Oberbegriff, da jeder Sinn seinen eigenen "Speicherbereich" hat, die Zeitdauern aber unterschiedlich sind.

    In diesem Sinne ist das akustische Gedächtnis der Teil des sensorischen Gedächtnisses, der für die Zwischenspeicherung akustischer Informationen gedacht ist.
    Im Audiobereich ist die Bezeichnung Echogedächtnis oder echoisches Gedächtnis verbreitet.

    Die Speicherdauer in diesem Teil ist unterschiedlich nach Art der aufgenommenen Information- wird in der Literatur z.B. für die Lautheit eines akustischen Reizes mit ~400ms angegeben- und liegt im Bereich von einigen 100 ms - maximal 2-5 s . Die relativ große Bandbreite für den letzteren Wert ergibt sich aus unterschiedlichen Literaturangaben/Studienergebnissen, scheint aber bei der oberen Grenze einigermaßen gesichert.

    Da strenggenommen nur dieser Teil als akustisches Gedächtnis bezeichnet wird, hat sich vermutlich daraus das Mißverständnis entwickelt, der Mensch habe generell nur ein kurzes Gedächtnis für akustische Informationen.

    Nach dem Echogedächtnis folgen das Kurzzeitgedächtnis mit relativ kleiner Speicherkapazität (und Speicherdauer nach Literatur im Minutenbereich) sowie das Langzeitgedächtnis mit praktisch unbegrenzter Speicherkapazität (und bis zu jahrzehntelanger Speicherdauer).
    Die Speicherung im Langzeitgedächtnis erfolgt selektiv (nicht alles wird hier abgelegt) und je mehr Hirnareale an der Kategorisierung der aufgenommen Information beteiligt sind, desto vernetzter ist die Information und umso vielfältiger die parallele Bearbeitung und Speicherung.
    Zuletzt geändert von jakob; 15.04.2009, 09:47.
    Gewerblicher Teilnehmer;
    Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Audiotechnik u.a.

    #2
    AW: Akustisches Gedächtnis

    Interessantes Thema. Dieser link setzt das akustische Gedächtnis gut in einen größeren Rahmen. Könnte zu einem vertiefenden Verständnis der Prozesse beitragen, die bei akustischer Reizverarbeitung eine Rolle spielen:

    http://arbeitsblaetter.stangl-taller...funktion.shtml

    Gruß
    Franz

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      #3
      AW: Akustisches Gedächtnis

      Sehr interessanter Thread: Ich hatte mich selbst mal nach längerem Studium der Blindtest-Gladiatoren bzw. deren Argumenten dazu entschlossen etwas Licht ins "akustische Gedächtnisdunkel" zu bringen. Leider recht erfolglos. Ich bin damals über folgende Fachgebiete gestolpert:

      -Sinnesphysiologie/Gehörphysiologie
      -Neurologie
      -Psychoakustik
      -Tonotopie

      ...und habe dann festgestellt, daß da einige Forschungsgebiete nach Aussagen von anerkannten Fachleuten noch sehr unzureichend erforscht sind oder wie im Fall der Tonotopie noch in den Kindeschuhen stecken und sich bisherige Aussagen auf Forschungen/Untersuchungen ausschließlich (!) von Tiergehirnen beziehen. Das ist vielleicht auch der Grund dafür, warum ich nicht wirklich befriedigende Ergebnisse bei der Suche nach dem akustischen Gedächtnis gefunden habe.

      Folgende Studie konnte ich leider nicht einlesen, weil kostenpflichtig:
      "Perception of complex sounds: N1 latency codes pitch and topography codes spectra" - scheint aber auch nicht auf die Speicherung der Informationen im Hirn einzugehen.

      ...und hier wollte ich mich mal intensiver einlesen und nach entsprechenden Publikationen schauen...wenn ich mal irgendwann zuviel Zeit hab
      http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?db=pubmed

      Gruß
      Frank

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        #4
        AW: Akustisches Gedächtnis

        Ja, in der Hirnforschung ist vieles noch nicht endgültig geklärt. Es gibt viele Modelle, die plausibel sind, aber immer noch ein weites Feld für so manche Entdeckung. Ich hab in meiner Ausbildung manches davon aufnehmen können. Allein die Erforschung der Funktion von sog. Transmittern ist riesig groß. Und wenn ich an das Limbische System denke, da steckt auch noch vieles in den Kinderschuhen.

        Als weitgehend gesichert kann die Aufteilung des Gedächtnisses in Sensorisches -, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis gelten. Aber was wie unter welchen Umständen geschieht, ist weitgehend noch ungeklärt.

        Und ja: Ganz wichtig ist auch, daß es bislang nur Untersuchungen an Tierhirnen gibt. Übrigens Die Alzheimer´sche Krankheit kann auch erst nach dem Tod als eine neurologische Erkrankung der Hirnnervenzellen entlarvt werden. Vorher wird sie als sog. "Ausschlußdiagnose" gehandelt. Nichts genaues weiß man eben nicht.

        Gruß
        Franz

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          #5
          AW: Akustisches Gedächtnis

          bezüglich des Themas, zum akustischen Gedächtniss, da kenne ich mich nicht aus. Was mir schon einige Male über den Weg gelaufen ist, ist die Betrachtung der zwei Hirnhälften.


          Wer also immer nur auf einer der beiden Hälften beharrt, greift zu kurz.

          Vielleicht versteckt sich hier auch die Lösung für eine Konfliktbereinigung zwischen denjenigen, die sich die reale oder auch die HiFidele Welt immer nur auf ihre einmal eingeübte Art und Weise, mit immer ähnlichen Annahmen erklären. Mir scheint jedenfalls das weitverbreitete Beharren, die Folge einer je nach Persönlichkeit mehr oder weniger starren Fixierung auf eine Hälfte zu sein. Worauf sich meine Fixierung stärker bezieht, vermute ich mal still und leise. Genaueres ist mir nicht bewusst.

          Um die Vernunft und das Einfühlungsvermögen miteinander in Einklang zu bringen, sollen Gleichgewichtsübungen, jonglieren mit Bällen, schwimmen, Radfahren, Malen :lol: usw. weiterhelfen.



          Vergleich: Linke und rechte Hemisphere
          eine Gegenüberstellung


          .
          Zuletzt geändert von Höhlenmaler; 12.02.2008, 21:29.
          Gruß Ingo . . . . . . . . . . . . . meine letzten gestreamten Tracks

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            #6
            AW: Akustisches Gedächtnis

            @ guycalledfrank,

            ich bin leider noch nicht dazu gekommen, weiter an diesem Thema zu arbeiten, andererseits könnte man auch sagen, da das akustische Gedächtnis tatsächlich nur aus dem "Echogedächtnis" besteht, der Rest der Gedächtnisspeicherung nicht anders verläuft, nur weil die Information über das Gehör aufgenommen wurde, sei die Geschichte auch bereits "auserzählt" .

            Aber, wie bereits von Dir und Franz erwähnt, im Bereich der Hirnforschung ist noch so vieles unbekanntes Terrain, das nahezu nichts wirklich sicher erscheint; s.d.a. das im "Voodoo-Thread" erwähnte Buch von Roth/Grün .
            Insbesondere wenn man über das Gedächtnis hinausgeht und die Informationsaufnahme und Verarbeitung anschaut, fällt auf, wieviel immer noch im Dunkeln liegt.
            Es gibt tatsächlich immer noch kein Modell, daß unser Ohr wirklich plausibel nachbilden kann, der Frequenzumfang ist noch ungeklärt, Phasenhörbarkeit ebenso, das Auflösungsvermögen in der 3d-Lokalisation ist nicht abschließend geklärt usw. usw.

            Es gibt also noch reichlich Interpreationsspielraum sowie interessante neuere Erkenntnisse.

            Gruß
            Gewerblicher Teilnehmer;
            Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Audiotechnik u.a.

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