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    Ambrosia 2000

    Ambrosia 2000 Vorverstärker – die Geschichte



    1975, also vor gut 30 Jahren, schuf James Bongiorno den Thaedra von GAS (Great American Sound). Seit dieser Zeit bis heute galt dieser Weltklasse-Vorverstärker wegen seiner klanglichen Eigenschaften als das Maß der Dinge, der Maßstab. Nichts – weder Transistor noch Röhre – konnte bis dato an diesen Auftritt heranreichen und obwohl viele tausend Exemplare hergestellt und im Umlauf waren, sind kaum jemals welche auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich gewesen. Diejenigen, die einen verkauften, bedauern es noch heute, weil der Thaedra bislang unerreicht blieb.

    Zu dieser Zeit war der Thaedra der aufwändigste und durchdachteste Vorverstärker, den die AudioWelt gesehen hatte. Sie hatte jede nur erdenkbare Einstellmöglichkeit, die sich ein Audiophiler wünschen konnte.

    Was war zu tun, um diese Geschichte noch einmal zu wiederholen?

    Nun, heutzutage muß ein Audiogerät fernbedienbar sein. Die meisten Fernbedienungen bestehen aus einer Vielzahl unübersichtlicher Knöpfe und Einstellmöglichkeiten, die dem Besitzer mehr Stress als Freude bereiten. Wir haben uns daran gemacht, eine Bedienungseinheit zu schaffen, die kinderleicht zu bedienen ist (obwohl sie nicht in Kinderhände gehört).

    Die Ambrosia-Vorstufe ist völlig menügesteuert, und die Fernbedienung eine Kopie der Frontansicht des Gerätes. Hinsichtlich der Funktionalität gibt es keinerlei Unsicherheiten. Die Ambrosia ist komplett programmierbar. Zusätzlich hat sie – von den massiv gefertigten Ausgängen mal abgesehen – keine mechanischen Teile. Alles wird auf elektronischen Wege geregelt und überwacht. Obwohl die Ambrosia dabei vollständig digital kontrolliert wird, gibt es keinerlei digitale Prozessoren im Signalweg. Die Signalverarbeitung geschieht zu 100 % analog. Alle Funktionen werden auf analogem Wege ausgeführt, die Überwachung dessen erfolgt digital.

    Auch die Lautstärkeregelung erfolgt rein analog, mit digitaler Kontrolle. Der Betriebsmodus wird auf einem gut ablesbaren Display angezeigt. Alle Funktionen werden über 5 TACT Umschalter realisiert. Schließlich finden sich auf der Frontseite des Gerätes noch Kopfhöreranschlüsse, niedrigste Impedanzen sind möglich.
    Merkmale der Ambrosia:
    1. Der Vorverstärker ist in einem hochabschirmenden Gehäuse untergebracht. Alle Stromkreise sind voneinander völlig unabhängig, so daß jegliche Geräusche, die durch den Betrieb entstehen könnten, absolut vermieden werden. 2. Der Vorverstärker zeichnet sich durch eine völlig unabhängige Stromversorgung der jeweiligen Stromkreise aus. Dadurch wird eine absolute Störfreiheit erreicht. 3. Wie bereits beim Thaedra umgesetzt, gibt es sowohl für die MC- als auch für die MM-Sektion eine separate Stromversorgung. Beide sind RIAA-entzerrt. 4. Die Ausgänge für MM / MC sind abgekoppelt von den anderen analogen Ausgängen. 5. Jeder Stromkreis besitzt ein zuschaltbares LoW Cut Filter
    (20 H), das einem Filter 4. Ordnung entspricht. 6. Es gibt 7 Eingänge (plus 2 Tonband Ein- und Ausgänge), 2 davon in XLR-Ausführung. 7. An der Frontseite befinden sich die Anschlüsse für ein Kopfhörerpaar. Diese Buchsen werden von einem separaten Verstärker mit 4,5 W/Kanal verstärkt. 8. Die Ambrosia ist dank ihrer ausgeklügelten Verstärkungstechnik absolut frei von Verzerrungen. Es gibt keine aktiven Verzerrungen, sondern nur passive Varianten von Verzerrungen, die im unhörbaren Bereich liegen. 9. Der Vorverstärker ist ausgestattet mit getrennten Klangregelnetzwerken für Bass und Höhen mit 4 einstellbaren Eckeinsatzfrequenzen. So etwas hat heutzutage kein Highend-Verstärker mehr. Dies ist einzigartig. 10. Das Gehäuse besteht aus Stahl und wiegt 50 Pfund. Die Oberflächen sind eloxiert. 11. Das Display ist durch große Ziffern und Buchstaben sehr gut im Raum ablesbar. 12. Die Fernbedienungseinheit ist aus solidem Aluminium gefertig
    (also kein billiges Plastik).
    Zuletzt geändert von Claus B; 29.11.2007, 17:13.

    #2
    Die Ambrosia Vorstufe, meine persönliche Referenz

    Hallo,


    den Titel habe ich gewählt,da diese Vorstufe für mich etwas ganz besonderes ist.Ich habe in meiner Laufbahn viele sehr gute Vorstufen gehabt.
    Nur ist dieses Gerät ist für mich etwas ganz besonderes.Ich habe ja im Netz einiges dazu geschrieben und es ist ja schon einiges an Zeit vergangen, seitdem.Da mein Demogerät durch einen Fehler von mir,der blinde Claus,hatte die Blindstecker nicht sachlich benutzt,war die Vorstufe einige Wochen weg.Heute bekam ich das Gerät wieder,ich habe bestimmt eine Reihe sehr guter Vorstufen im Laden,aber keine Ambrosia.Das ist es halt für mich!Wird einem erst bewusst,wenn man wieder mit ihr hört!


    Gruss

    Claus
    Zuletzt geändert von Claus B; 29.11.2007, 17:40.

    Kommentar


      #3
      AW: Ambrosia 2000

      Hallo Claus,

      nachdem du ja schuld daran bist, daß ich diese wirklich außergewöhnliche Vorstufe mir letztlich gegönnt habe, möchte ich hier meinen kleinen Hörbericht nochmal vorstellen, mit dem ich diese Vorstufe würdigen wollte. Er ist zwar sehr persönlich und euphorisch geschrieben, aber jedes Wort kam aus meinem Herzen, und die Begeisterung und Faszination über dieses Stück Audiotechnik ist frisch wie am ersten Tag.

      Ambrosia 2000 - Vorverstärker von James Bongiorno
      Wie bereits an anderer Stelle berichtet, habe ich mir den neuen Vorverstärker von James Bongiorno - Ambrosia 2000 - zugelegt. Nun, nachdem ich einige Tage intensiv damit gehört habe, möchte ich einen kleinen Hörbericht darüber abliefern, welche Eindrücke ich damit an meiner Anlage gewinnen konnte.

      Zu Beginn noch mal einige Ansichten:





      Eine musikalische "Liebeserklärung"

      Stellt euch vor, ihr wäret in einer Bilderausstellung. Ihr geht an einer Galerie von aufgehängten Bildern vorbei. Da kommt es vor, daß das Auge an Bildern hängenbleibt, man verweilt, setzt sich hin und betrachtet das Bild, weil es einen irgendwie in besonderer Weise anspricht.



      So geht es mir z.B. bei Bildern von Caspar David Friedrich. Sie sind für mich von einer besonderen Ausdruckskraft. Wo andere Künstler ihre Bilder wie Abbilder der Realität malen, führte er seinen Pinsel anders. Er malt Stimmungen, die mich als Betrachter in ihren Bann ziehen. Mein Auge kann sich gar nicht genug satt sehen an dieser Pracht der Farben und an diese Eindrücke, die beim Betrachten in mir aufkommen. "Verweile doch, du bist so schön" kommt mir dabei in den Sinn. Kitsch? Und wenn schon, es sind die Momente, in denen es sich lohnt, diese Bilder angeschaut zu haben. Sie entführen dich eine Zeitlang in eine andere Welt, fernab der Realität, du versinkst in eine andere Welt, vergißt Zeit und Raum und bist gebannt. Schön, daß es sowas gibt und was deine Phantasie beflügelt. Ein besonderes Erlebnis wird dir beschert.



      Was hat das nun mit dem Ambrosia-Vorverstärker von James Bongiorno zu tun? Nun, so ähnlich erging es mir mit diesem Audio-Gerät. Ich besitze es nun seit einigen Wochen, habe damit meine Scheiben - analog und digital - rauf und runter gehört und bin auf diese Analogie gestoßen, weil ich immer wieder in diesen Bann gezogen wurde. Was ist das nur, was ihn so besonders anders macht als alle Vorverstärker, die ich jemals besessen bzw. gehört habe? Und da waren ja durchaus hochkarätige Kaliber von "Referenzstatus" darunter: Burmester, Mark Levinson, Krell, Octave, Accuphase,Tessendorf, Röder - Transistoren wie Röhrengeräte. Sie alle waren gut bis sehr gut, aber nicht außergewöhnlich. Sie vermittelten Musik mehr oder weniger wie Fotografien. Schön aufgenommen, gaben sie den Blick frei auf ein Bild. Der Ambrosia nun gibt aber kein Abbild wider, er zeichnet die Musik, er entwirft einen musikalischen Rahmen und füllt ihn mit Musik aus, so wie ein Maler seinen Pinsel führt in einer bestimmten Absicht. Eine Betonung hier, eine Untermalung dort. Er spielt nicht nur einfach ab, nein, er scheint die Musik im Sinne des Musikers neu zu strukturieren, er gestaltet sie. Setzt hier eine Betonung, arbeitet dort eine Feinheit heraus, verstärkt in den Bereichen, wo das menschliche Gehör in besonderer Weise empfänglich und empfindlich ist für akustische Reize den Eindruck.



      Was stellt sich beim Hörer damit ein? Nun, ein höchst aufmerksam machender Eindruck von Musik. Man erlebt sie quasi neu und anders. Man hat das Gefühl, der Ambrosia wolle mir vermitteln, was das Wesen der Musik sei, was der Interpret hat ausdrücken wollen, als sei das Gerät nicht von einem Techniker, sondern von einem Musiker entworfen worden. Du achtest nur auf die Musik, vergißt komplett, daß da ein technischer Apparat steht. Ein größeres Lob kann ich eigentlich gar nicht vergeben. Das ist zwar ein Wiedergabegerät, eine Maschine, aber sie läßt das alles in den Hintergrund treten, stellt die Musik in den Mittelpunkt des Geschehens und läßt dich einfach nur eintauchen in eine Welt der musikalischen Erlebnisse, eine audiable Entdeckungsreise.

      Das passiert eigentlich bei allen Aufnahmen, egal, wie gut oder schlecht sie auch von Tonmeistern aufgezeichnet und auf Tonträgern konserviert wurden. Was vorher oft leblos und inhaltsleer daherkam, dem haucht der Ambrosia nun Leben ein und scheint die Musik darauf wie aus einem Dornröschenschlaf wachzuküssen. Wenn ich den Ambrosia einschalte, dann ist es für lange Zeit. Er sorgt dafür, daß ich meine Hörzeit ausdehne, mir Scheibe um Scheibe anhören will, gar nicht genug von dieser Dosis Musikerleben bekommen kann, ja, er hat fast Suchtfaktor.

      Ich bin froh und dankbar, auf dieses Stück Musikmaschine aufmerksam geworden zu sein. Es gibt nur wenige Highlights in meiner HiFi-Geschichte, die mich dermaßen überzeugen konnten und die mir einen solch nachhaltigen Genuss von Musikkonserven ermöglicht haben - und die mich dazu veranlassen, meine Begeisterung für dieses Produkt anderen mitzuteilen. Ich kann jedem Musikfreund eigentlich nur empfehlen, sich diese außergewöhnliche Musikmaschine mal anzuhören. Es könnte ihr audiophiles Weltbild komplett umkrempeln und sie zum Wesen der Musik zurückführen, ihnen einen neuen Zugang zu der Erfahrbarkeit und Erlebbarkeit von Musik eröffnen.



      Gruß
      Franz

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        #4
        AW: Ambrosia 2000

        Hallo Franz,

        mein Hörbericht zur Ambrosia ist ja schon eine Weile her!Das was Du geschrieben hast,trifft es sehr gut.
        Hier ein Link zum Bewerten von Verstärkern,es ist ein alter Aufsatz von Jean Hiraga,aber er beschreibt es sehr gut,was uns beide so an der Vorstufe begeistert!

        http://www.auditorium23.de/Kommentare/Heft15_1.html


        Gruss

        Claus

        Kommentar


          #5
          AW: Ambrosia 2000

          Oh ja, Claus. Jean Hiraga hat das aus technischer Sicht hervorragend beschrieben. Ganz besonders das hier:

          Langanhaltende Noten, Stabilität des Nachhalls, das Ausklingen der Töne
          Das können nur wenige wirklich so, daß es authentisch wirkt. Und das macht die Ambrosia Vorstufe geradezu in unnachahmlicher Weise, nämlich das Werden und Vergehen von Tönen. Ich nenne dies den musikalischen Fluss.

          Gruß
          Franz

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