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Niggo´s Netzkabel-Shootout

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    Niggo´s Netzkabel-Shootout

    Einleitung:

    Bei meinem Bestreben, physikalische Audio-Datenträger durch Streaming-Komponenten zu ersetzen, die mindestens gleiche Klangqualitäten aufweisen, habe ich im letzten Jahr einerseits meine Streaming-Kette audiophil aufgerüstet, andererseits meine Anlagen-Hardware optimiert. Dabei stand insbesondere das Upgrade meiner T+A-Komponenten von der R-Serie auf die TOTL HV-Serie im Mittelpunkt. So wurde aus einem MP2000R Multimedia-Player ein MP3100HV und aus einem PA2500R Vollverstärker ein PA3100HV.

    Klar, dass dabei auch die Netzverkabelung ein Update erforderte, um die verbesserten Klangqualitäten der neuen Geräte vollumfänglich ausnutzen zu können. In diesem Zusammenhang wollte ich gleichzeitig auch die komplette Stromzufuhr meines Hifi-Geräteparks optimieren, sodass auch die Streaming-Elemente, wie z. B. die externen LPS meiner Fritzbox, meines Melco-Switches sowie die meiner kaskadierten EtherRegens und Video-Komponenten neue Netzkabel erhalten sollten. Schließlich war auch noch mein Setup 2 in meinem Arbeitsraum zu bedenken, sodass ich für diesen Rundumschlag eine Reihe von unterschiedlichen Kabel-Herstellern ins Auge gefasst hatte. Hierzu zählten u. a. (in alphabetischer Reihenfolge): Audioquest, In-Akustik, Supra, Viablue und Wireworld. Über meine Erfahrung mit deren verschiedenen Netzkabel-Typen möchte ich hier berichten:



    Disclaimer:

    Vorab sei wie immer darauf hingewiesen, dass die von mir getroffenen Einschätzungen grundsätzlich auf meinen persönlichen Erfahrungen in meinen privaten Setups beruhen. Dabei zeigt sich immer wieder, dass unterschiedliche Setups zu unterschiedlichen Klang-Ergebnissen führen können. Physikalische Grundsatzdiskussionen mögen daher bitte in anderen Threads geführt werden. Die technischen Spezifikationen zu den einzelnen Kabeln können auf den Webseiten der jeweiligen Hersteller nachgelesen werden (siehe die entsprechenden Links). Und auch auf Messungen muss und will ich an dieser Stelle verzichten. Meine Testergebnisse gebe ich grundsätzlich rein aus „Spaß an der Freud´“ wieder und freue mich auf einen anschließenden regen Erfahrungsaustausch.

    Und wie immer gilt: YMMV (Your Mileage May Vary)!



    Netzkabel-Shootout:

    Die Netzkabel, die ich zum Zweck der späteren Anschaffung ausprobierte, waren i. d. R. Geräte-seitig mit C19-Gerätebuchsen, zum Teil aber auch mit C-15-Buchsen ausgestattet. Supra-Kabel hatte ich bereits gleichzeitig mit dem Erwerb der vorgenannten T+A HV-Serie (quasi als „preisgünstige Übergangslösung“) sowohl mit C19- als auch mit C15-Buchsen erworben. Von Wireworld konnte ich anschließend hingegen nur eine Netzleiste sowie Kabel mit C15-Stecker ausprobieren. Da mein T+A-Verstärker jedoch eine C19-Buchse benötigt, der Mediaplayer hingegen 2 C15-Eingänge aufweist, war der Test mit einem Wireworld Silver Electra 7 (ab ca. 565 € für 1 Meter) und einem Wireworld Platinum Electra (ab ca. 1.765 € für 1 Meter) nicht 1-zu-1 vergleichbar mit den Tests der Kabel mit C19-Buchse, die ich direkt an dem PA3100 HV anschließen konnte. Daher vielen die beiden Netzkabel von Wireworld aus der Wertung und werden an dieser Stelle nicht weiter kommentiert.

    Die getesteten Kabel kamen dann vor dem PA3100HV und hinter einem Audioquest Niagara 5000 Netzfilter zum Einsatz. Alle Kabel – bis auf die Beipackstrippe – machten ohne Ausnahme einen wertigen Eindruck und waren allesamt handwerklich perfekt hergestellt. Optische Präferenzen wären somit rein subjekt und gingen daher nicht in die Wertung ein. Mein kleines Netzkabel-Shootout umfasst insofern folgende Netzkabel: (in alphabetischer Reihenfolge)
    • Audioquest Monsoon (ca. 370 €, 1 m)
    • Audioquest Thunder 72 V DBS (ca. 1.000 €, 1 m)
    • Audioquest Tornado High Current 72V DBS (ca. 1.400 €, 1 m)
    • Audioquest Hurricane Hugh Current 72V DBS (ca. 1.750 €, 1 m)
    • Fisch Performance P1 (ca. 235 €, 1 m)
    • In-Akustik Referenz AC-2404 Air HQ (ca. 1.485 €, 1 m)
    • Supra Lorad 2.5 SPC (ca. 155 €, 1 m)
    • T+A Beipackstrippe (0 €, 1 m)
    • Viablue X-60 Silver Power (ca. 460 €, 1 m)

    Als Testrepertoir hatte ich wieder einmal die mir sehr bekannten Songs von Donald Fagen („Trans-Island Highway“, „Teahouse on the Tracks“ und “Morph the Cat”), Sade („Paradise“), Frank Sinatra („Come fly with me“ und „Fly me to the moon”, Live at The Sands), Westernhagen (“Zieh dir bloß die Schuhe aus“ auf „Das Pfefferminz-Experiment“), Gregory Porter („Concord“ und „Hey Laura“), Nils Landgren („House Party“), Tchaikovsky („Klavier-Konzert Nr. 1“) und Gershwin („An American in Paris“, Jazz-Band-Version = Symphonie-Orchester + Saxophone) gehört.

    Und hier nun meine Rangliste in aufsteigender Reihenfolge (die Noten entsprechen denen in der Berufsschule und umfassen den Bereich von 0 – 100):


    Platz 9: T+A Beipackstrippe

    Soll man da viele Worte verlieren? Nein, denn die mit dem PA3100HV mitgelieferte Beipackstrippe ist IMO für ein Gerät dieses Kalibers prinzipiell ungenügend. Die Klangspektren des PA3100HV (inklusive Klangmodul immerhin 18.600 € „schwer“) werden von diesem Netzkabel einfach nicht abgerufen. Warum T+A hier dem Gerät ein Billigst-Kabel beilegt, während die mit dem Gerät mitgelieferte Vollmetall-Fernbedienung bereits mit ca. 730 € Listenpreis zu Buche schlägt, erschließt sich mir nicht. Ein T+A Power Three HD zum Listenpreis von ca. 450 € für 1m hätte es beim Preis des PA3100HV da IMO mindestens schon sein sollen.

    Testurteil: Ungenügend, 25 Punkte (aufgewertet, da kostenlos mitgeliefert)


    Platz 8: Audioquest Monsoon

    https://www.audioquest.com/ac-power/...series/monsoon

    Das preisgünstigste der hier aufgeführten Audioquest-Kabel machte auf mich einen aufgeräumten Eindruck mit neutraler Abstimmung. Das heißt, im Vergleich zur Beipackstrippe legte der PA3100HV mit dem Monsoon aus der „Wind-Serie“ des Herstellers mit mehr Tempo, mehr Energie und mehr Souveränität los. Bässe hatten bereits Struktur und Höhen entwickelten schon eine gewisse Prägnanz.

    Die Bühnendarstellung war stimmig, wenngleich die später noch zu beschreibenden Audioquest-Kabeln aus der „Storm-Serie“ hier in allen Bereichen noch mehr ablieferten. Insbesondere im Ausmaß an „Luftigkeit“ sollten die teureren Audioquest-Kabel im späteren Testverlauf noch deutlich zulegen. Für Verstärker bis 2.000 € IMO dennoch bereits ein adäquates Netzkabel.

    Testurteil: Ausreichend, 60 Punkte


    Platz 7: Fisch Performance P1

    https://www.fisch-audiotechnik.de/fi.../netzkabel.htm

    Die Netzkabel von Fisch Audiotechnik unterscheiden sich in ihrer Spezifikation untereinander (P0 bis P7) lediglich anhand der Anzahl der implementierten Filterelemente. Demzufolge sind beim P0 keine, beim P1 ein und beim P7 sieben Filterelemente verbaut, die aus Ferritwerkstoffen hergestellt sind. Diese sollen laut Hersteller Netzstörungen absorbieren und Störsignale in unschädliche Wärme umwandeln.

    Das von mir von meinem Händler ausgeliehene Performance P1 war bereits gut eingespielt und zeigte im Test neutrale Klangeigenschaften, die dem PA3100HV gut zu Gesicht standen. Alle Klangbereiche wurden „richtig“ dargestellt und wirkliche Schwachpunkte waren keine festzustellen. Damit empfahl sich das P1 grundsätzlich als Upgrade-Netzkabel, konnte mich allerdings emotional am Ende dann doch nicht begeistern. Nicht, dass das P1 irgendwie lahm daherkam, für mich brachten aber - wie sich später noch zeigen sollte - andere Netzkabel deutlich mehr Temperament und Dynamik ins Spiel. Prinzipiell ist das Fisch Performance P1 IMO ein durchaus empfehlenswertes Kabel für Quellen und Verstärker bis ca. 2.000 €.

    Testurteil: Ausreichend, 62 Punkte


    Platz 6: In-Akustik Referenz AC-2404 Air HQ

    https://www.in-akustik.de/de/kabel-z...afb4acd0509e2e

    Nach dem herausragenden Abschneiden des Ethernet-Kabels aus dem gleichen Haus in meinem Ethernetkabel-Test hatte ich große Erwartungen in das Referenz AC-2404 Netzkabel gesetzt. Auch die Besonderheit dieses Kabels, welche in der Tatsache begründet liegt, dass In-Akustik hier Luft als Dielektrikum einsetzt und die einzelnen Adern des Kabels in einem eigens hierfür von In-Akustik konstruierten Abstandshalter-System (sog. „Air-Helix-Aufbau“) geführt werden, hatte mein besonderes Interesse geweckt. Bei dieser Konstruktion wird das Einfädeln der einzelnen Adern in die Halter per Hand ausgeführt, was zum Teil für den relativ hohen Preis des Netzkabels mit verantwortlich sein mag. Die HQ-Ausführung verfügt übrigens über hochwertigere Karbon-Stecker gegenüber den Standard-Steckern in der ebenfalls erhältlichen, preiswerteren Standard-Ausführung.

    Klanglich spielte das AC-2404 Air im neutralen bis analytischen Bereich. Stimmen klangen klar und Höhen konnten einen schönen Glanz entfalten. Bässe waren körperhaft strukturiert und gut nachvollziehbar, ohne jedoch einen gewissen, von mir präferierten, Grad an Wärme auszubilden. Für mein hell abgestimmtes Wohnzimmer fehlte es an Dynamik und Heimeligkeit, sodass mir dieses Netzkabel insgesamt etwas zu angestrengt daherkam. In anderen Ketten und in anderen Abhörräumen mag sich das ggf. anders darstellen.

    Testurteil: Befriedigend, 70 Punkte (abgewertet aufgrund des Preis-/Leistungsverhältnisses)


    Platz 5: Supra LoRad 2.5 SPC

    http://www.jenving.com/products/view...-eu-3002100190

    Beim Supra LoRad 2.5 SPC handelt es sich um die Ausführung mit versilberten Kupfer-Adern im Gegensatz zur Standard-Ausführung mit Kupfer-Adern. Wie alle Supra-Kabel, die ich bislang im Einsatz hatte, egal, ob Netz-, Cat-, HMDI- oder USB-Kabel, vermittelte das SPC einen ausgeprägt durchzeichnungsstarken Klangcharakter. Mittelstark strukturierte Bässe, klare Stimmen in den Mitten und ausgezeichnet klare Höhen prägten die Klangstrukturen dieses vergleichsweise preisgünstigen Netzkabels. Wie ein Sennheiser HD800 analysierte das Supra dabei jede Nuance im Höhenbereich, ohne jedoch dabei schrill zu wirken oder zu nerven.

    Klar, dass das SPC damit aus dem Stand zum Preis-/Leistungssieger in diesem Shootout avancierte. Vorausgesetzt, die Abhörkette neigt nicht zur Strenge, kann man mit diesem Netzkabel IMO nichts falsch machen. Egal, ob Einstiegs-Verstärker oder audiophile Quelle, für mich ist das Supra für Geräte bis ca. 4.000 € ein Netzkabel erster Wahl.

    Testurteil: Befriedigend, 76 Punkte


    Platz 4: Viablue X-60 Silver Power

    https://viablue.de/de/kabel_x60_gera...armgeraete.php

    Kabel aus dem Hause Viablue zeichnen sich i. d. R. durch ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis aus. Auch das X-60 macht hier mit seinen 6,0 qmm (!) starken versilberten Kupferlitzen und seinen Ferritfiltern keine Ausnahme. Das Klangspektrum von Bässen über Mitten bis zu höchsten Höhen wurde stets akkurat dargestellt. Was mir ein wenig fehlte, war Slam. Da lieferte das Viablue für mich etwas zu wenig Druck.

    Die Bühnendarstellung war hingegen mittel-tief gestaffelt mit einer seitlichen Ausbreitung, die bis zu den Lautsprechern reichte. Das Klangbild wirkte sauber, entspannt und relaxt – dabei eher auf der hellen analytischen, als auf der warmen, musikalischen Seite. Für Verstärker und Quellgeräte bis 4.000 € IMO passend.

    Testurteil: Befriedigend, 78 Punkte


    Platz 3: Audioquest Thunder 72V DBS

    https://www.audioquest.com/ac-power/...riable-current

    Das Thunder ist das erste von drei Netzkabel in diesem Shootout, das über das sog. DBS-System von Audioquest verfügt. Dabei wird eine Spannung von 72 V auf den Schutzmantel gelegt, was laut Hersteller vor spannungstechnischen Interferenzen schützen soll. Ob man so etwas für sinnvoll hält, mag dahin gestellt bleiben. Ein einfacher Test, bei dem ich das DBS ein- bzw. ausschaltete, zeigte jedoch immer wieder, dass der Klang mit DBS IMO besser war als ohne.

    Im Prinzip läuft es bei Audioquest-Kabeln immer so: Je teurer, desto besser. Auch bei den von mir getesteten Netzkabeln war das nicht anders. Mit jedem teurerem Netzkabel verbesserte sich der Klang. Dabei blieb der Audioquest-typische neutrale „Hausklang“ stets erhalten. Man kann zur Preisgestaltung sagen, was man will, IMO will das bei Audioquest immer irgendwie passen. Und im Vergleich zum Monsoon spielte das Thunder dann in allen Bereichen jeweils auch ein Bisschen besser: Die tiefen Töne kamen strukturierte, die Mitten deutlicher abgesetzter von den Bässen und die Höhen erklangen klarer und seidiger.

    Die Bühne wirkt beim Thunder zudem aufgeräumter mit besserer Tiefenstaffelung und mehr Abstand zwischen den Instrumenten. Die Authentizität der Darstellung war damit deutlich höher als beim Monsoon und den anderen bislang vorgestellten Netzkabeln. Die Frage, die sich jetzt natürlich stellt, ist wieviel mehr an Klang erhalte ich mit einem Thunder zum knapp dreifachen Preis eines Monsoons oder dem rund sechsfachen Preis eines Supra SPC? Leider nicht den „drei- oder sechsfach besseren“ Klang. Denn bekanntlich nehmen Preise im audiophilen Bereich nicht linear, sondern exponential zu. Daher ist auch ein Thunder nicht nur de facto, sondern auch im Verhältnis „deutlich“ teurer als ein Monsoon, bietet aber eine Klangqualität, die für bereits viele User das Maß der Dinge sein könnte. IMO passt das Thunder perfekt zu Verstärkern und Quellgeräten bis 6.000 €.

    Testurteil: Gut, 84 Punkte


    Platz 2: Audioquest Tornado HQ 72 DBS High-Current

    https://www.audioquest.com/ac-power/...riable-current

    Das Tornado verfügt ebenfalls über das DBS-System von Audioquest und wird in zwei Ausführungen angeboten: in einer Source-Variante mit 1,31-qmm-Adern für Quell-Geräte und in einer High-Current-Variante mit 4,17-qmm- (Phase und Neutral-Leiter) und 3,31-qmm-Adern (Erde) für Verstärker und Aktiv-Boxen. Der etwas höhere Preis (ca. 1.140 € für das Source, ca. 1.400 € für das High Current, jeweils 1m) im Vergleich zum Tornado ist IMO dann jeden Cent wert. Alles, was das Thunder kann, kann das Tornado besser. Insbesondere bei Quellgeräten macht somit für mich die Wahl eines Tornados durchaus Sinn. Aber auch bei Verstärkern oder Aktivboxen liefert ein Tornado eine noch einmal verbesserte Präsentation.

    Wir reden dabei hier nicht mehr von Klang-„Unterschieden“. Der Klang war bei den getesteten Audioquest-Kabeln – wie schon erwähnt – überwiegend neutral abgestimmt. Vielmehr unterscheiden sich in diesem Preissegment die Netzkabel eher durch den Grad der Entspanntheit, der Souveränität und der „Live-Haftigkeit“ der abgespielten Musik. Mit dem Tornado wirkten Stimmen mithin körperhafter, Streicher natürlicher und Schlaginstrumente druckvoller. Bühnen bauten sich weiter auf und Orchester erhielten mehr Raum auf der Bühne.

    Wenngleich auch einige User die High-Current-Variante auch für Quell-Geräte verwenden (Thema „Wert beim Wiederverkauf“), finde ich die Möglichkeit, bei Quell-Geräten mit der Source-Variante ein paar Euro einsparen zu können, durchaus attraktiv. IMO ist das Tornado bereits ein Netzkabel der absoluten Spitzenklasse und sollte bei allen Geräten bis 10.000 € (Source für Quellen und Hugh Current für Verstärker, Aktivboxen und Quellgeräten) ein prima Klangergebnis abliefern.

    Testurteil: Sehr gut, 92 Punkte


    Platz 1: Audioquest Hurricane 72V DBS High-Current

    https://www.audioquest.com/ac-power/...riable-current

    Nach vielen gelesenen Tests und Klangvergleichen im Internet hatte ich bereits ein wenig auf das Hurricane als möglichen Kandidaten für meinen PA3100HV geschielt. Allerdings wollte ich die Aussagen der jeweiligen Tester in meinem Setup in Ruhe selbst überprüfen und auch sehen, wie das Hurricane bei meinen anderen Geräten abschneidet. Ja und dann passierte das, was ich aus preislicher Sicht „befürchtet“ hatte: In allen Bereichen setzte sich das Hurricane klanglich noch einmal deutlich und eindrucksvoll positiv von dem zuvor beschriebenen Tornado ab.

    Der größte Unterschied war dabei die Tatsache, dass sich die Musik mit dem Hurricane noch einmal deutlich „live-haftiger“ anhörte. Bei guten Live-Aufnahmen kam z. B. das Gefühl auf, mittig im Konzertsaal zu sitzen, statt vor den heimischen Lautsprechern. Tiefenstaffelung und Bühne waren noch einmal weiträumiger aufgefächert als beim Tornado und die Plastizität der Töne war holografisch körperhafter. Mit dem Hurricane schwang sich mein PA3100HV in Sphären auf, die ich von ihm durchaus erwartet hatte, die die anderen Kabel vorher jedoch nicht in dieser Güte darzustellen vermochten.

    Übrigens ist das Hurricane ebenso wie das Tornado sowohl in einer High-Current- als auch einer Source-Ausführung erhältlich und empfiehlt sich damit als ein tolles Netzkabel für alle Quell-Geräte und Verstärker bzw. Aktivboxen bis 20.000 €.

    Testurteil: Sehr gut, 96 Punkte

    #2
    Danke für den Aufwand! Spannend zu lesen!

    Gruss
    Juergen
    Veranstalter privater & gewerblicher Audiophiler Events
    Kuzma, Line Magnetic, Vitus, Thorens, TechDAS, Phasemation, Allnic, Air Tight, LAB12, RCM, NAT, Audionet, Oracle, Innuos, Antipodes, Melco, Lampizator, Kiseki, Etsuro Urushi, Koetsu, EMT, Sorane, Ikeda, Glanz, Wireworld, JPS, Artesania, CMS, und mehr in der Vorführung

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      #3
      Moin Niggo,
      ​​​kLasse Testbericht - vielen Dank für Deine Arbeit und dass Du die Ergebnisse mit uns teilst!
      Es ist wirklich spannend zu sehen, welchen Einfluss verschiedene Netzkabel in einer jeweiligen Kette für einen Einfluss haben können.
      Meine Reise ist dahingehend nach so einigen eigenen Tests (vorläufig) beendet, aber ich habe Deinen Bericht mit großem Interesse gelesen.

      Viele Grüße
      Carsten
      AHP Klangmodul > HMS Wandsteckdose > PS Audio AC12 Netzkabel >
      PS Audio Powerplant P3 > HMS Energia Suprema Netzkabel > Ayon CD-10 II Signature > HMS Suprema SR XLR > Trafomatic Primavera > Abyss AB 1266 Phi TC mit JPS SuperConductor HP + Hifiman Susvara mit Cardas Clear und Lavricables Grand Silver. Rack: Creaktiv Audio 1-4 mit Black Forest Audio Soundboard.
      Weitere Netzentstörung mit Black Forest Harmonizer, Auth-Filtern, diversen Turmalinsteckern und Klappferriten.

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        #4
        Ein Nachtrag zu einem sehr interessanten Netzkabel:



        Von Musigo (Harald) hier aus dem Forum erhielt ich jetzt nachträglich die Gelegenheit, sein DIY-Netzkabel PC3 zu testen. Dabei handelt es sich nach eigenen Angaben um ein nach Shunyata-Art geflochtenes, dreiadriges Netzkabel von ca. 1,5 m Länge mit hochwertigen Oyaide-Steckern. Für die L- und N-Pole hat Musigo je 4 x 1 mm (= 3,2 qmm) UP-OCC-Silberdraht und für die Erde OCC-Kupfer mit 3 x 1 mm Stärke verbaut. Die Oyaide-Stecker beinhalten dabei 4N-Vollsilber. Eingefasst ist das PC3 in schickem Geflechtschlauch, wobei ich das Kabel als mittelsteif einstufen würde. Der Preis für dieses Netzkabel aus DIY-Produktion liegt bei 1.200 €.


        Beim Klangtest zeigte sich wieder einmal der für Silberkabel typisch unterschiedliche Klang im Gegensatz zu dem von mir üblicherweise an meinem T+A PA3100HV Vollverstärker eingesetzte Audioquest Hurricane HC, das aus Kupfer gefertigt wird. Wie auch bei Signalkabeln und LAN-Kabeln zuvor, stellte sich nach dem Wechseln auf das PC3 auch hier wieder ein vermeintlich „helleres“, „aufgeräumteres“ Klangbild ein, dass vielfach schnell mit Silber als Leitermaterial in Verbindung gebracht wird.

        Klare durchzeichnungsstarke Mitten und seidige Höhen kennzeichneten demzufolge den ersten Höreindruck. Frauenstimmen strahlten klar und Klavierläufe setzten sich zum Beispiel bei Tchaikovskys Klavier-Konzert Nr. 1 (Marta Argerich auf Deutsche Grammophon) deutlich aus dem Orchesterarrangement hervor. In den Bässen hätte ich hingegen ein kleines Quantum mehr an Kantigkeit erwartet. Mein PA3100HV zeigte sich mit diesem Kabel in den tiefen Lagen geringfügig weicher, als noch mit anderen Netzkabeln. E-Bässe wurden zwar durchaus mit den z. B. im Jazz typischen Knurranteilen wiedergegeben, Saitenschmatzer und „Draht“-Effekte spielte das PC3 jedoch nicht in den Vordergrund. Aber das könnte ich ggf. noch mit der im PA3100HV implementierten Bass-Korrektur auf meinen Hörraum hin anpassen.

        An der Art der musikalischen Darstellung gab es durchweg nichts zu beanstanden. Durch alle Genres hindurch zeichnete das PC3 sehr präzise sowohl die jeweilige Instrumentierung als auch deren räumliche Anordnung in Bezug auf Breite, Höhe und Tiefe nach. Es blieb jeweils ausreichend Raum zwischen den einzelnen Instrumenten, deren Plastizität sehr gut strukturiert wirkte.

        Dabei vermittelte das PC3 von Musigo stets einen ansprechenden Gesamteindruck, der nachvollziehbar dokumentiert, dass es sich bei diesem Silber-Kabel um ein sehr hochwertiges Netzkabel allerbester Handwerkskunst handelt. Ob man dann letztlich zu einem Silber- oder zu einem Kupferkabel als Netzkabel tendiert, ist IMO auch ein wenig Geschmacksache und sollte zusätzlich immer auch individuell auf das anzutreibende Gerät sowie auf die Gesamtanlage und den jeweiligen Hörraum abgestimmt sein.

        Ich könnte mir vorstellen, dass Musigos PC3 ein perfektes Netzkabel für neutral bis musikalisch abgestimmte Endgeräte für bis zu 15.000 € (insbesondere Röhrenverstärker und Phonogeräte) in mittel bis gut gedämpften Räumen sein könnte, mit dem der Besitzer auch auf lange Sicht viel Freude haben wird.

        Testurteil: ohne vergleichende Punkte-Wertung, da DIY





        Foto: Musigo

        Foto: Musigo

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          #5
          Hallo Niggo,

          an dem Kabel sind 4N Vollsilber Stecker von Viborg.

          Für deinen Test musste ich die Kaltgeräte Kupplung gegen den Oyaide C-279 tauschen da dein T&A einen 20A Eingang hat.
          Zuletzt geändert von MuSiGo; 13.05.2022, 13:35.
          Gruß Harald

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          -Meze Empyrean

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            #6
            MuSiGo: Ok. Verstanden. Ansonsten vielen herzlichen Dank noch mal für Deinen tollen Service!



            @alle: Also noch mal zum Mitschreiben: Im Regelfall ist das PC3 mit hochwertigen 4N-Vollsilber-Steckern von Viborg ausgestattet. Ich denke aber, meine Höreindrücke sollten auch so eine gewisse Aussagekraft haben.

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