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Drei Hifi-Besuche in einer Woche

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    Drei Hifi-Besuche in einer Woche

    In der Zeit vom 5. bis 11. Juli habe ich eine kleine Rundreise durch die Republik gemacht, um „alte“ Freunde zu besuchen. In dieser Zeit habe ich auch drei Hifi-Adressen angesteuert: Claus in Taunusstein, Volker (zooom) in Alzey und Chris in Sölden.

    1. Zu Claus zog es mich, weil ich mir mal eingehender seine Fonel-Geräte anhören wollte, vor allem den CD-Pre. Doch war der leider schon weg und ich musste mich mit dem Phono-Pre und dem Vollverstärker „begnügen“, und zwar an ESS- und Geithain-(Passiv)-Lautsprecher, aber nicht in Trinaural. Auch waren keine Fonel-CDPs mehr im Hause Bücher, so dass ich abwechselnd mit Chrissens Dreher oder dem Cambridge CDP 740 hörte. Besonders beeindruckt hat mich, wie verflucht gut eine so verhältnismäßig „kleine“ Box wie die MEG 110 an einem so guten Vollverstärker klingen kann. Außerdem haben Claus und ich die Konversation im Rahmen der „Alten-Säcke-Gespräche“ gepflegt, uns über Gott und die Welt, das Leben im Allgemeinen und das Hifi-Leben im Besonderen unterhalten. Ob uns das nun alles ein wenig weiser gemacht hat – ich weiß es nicht; auf alle Fälle war’s ziemlich kurzweilig.

    2. Zwei Tage später war ich bei Volker in Alzey. Volker ist bekennender „Hifi-Akademiker“, und ich war gespannt, wie sein Reith’scher Vollverstärker incl. DSP an den großen X2-Capacitys klang. Kurzum: hervorragend! Diese Kombination hätte das Potenzial, mich das „Lager“ wechseln zu lassen: von aktiv zu passiv. Die Möglichkeiten, den Frequenzgang mit dem DSP zu beeinflussen und am Hörplatz für bessere Klangverhältnisse zu sorgen, sind einfach frapant.
    Dennoch gibt es da zwei Umstände, die mich den Wechsel ins passive Lager und zur Fläche (noch) nicht vollziehen lassen. Der erste und schwerwiegendere ist ein ökonomischer: Ich müsste mein jetziges Geraffel verkaufen, und das mit wahrscheinlich erheblichen finanziellen Einbußen. Der zweite ist ein klanglicher: So hervorragend die X2 auch klingen mögen, unter den vorgefundenen Bedingungen hatten sie in der Mitte der virtuellen Bühne ein Loch. Durch Umstellen und anderes Einwinkeln hat Volker versucht, diesen „Mangel“ zu beheben, aber er blieb für mich mehr oder weniger bestehen.
    Volker, ich hoffe, Du nimmst mir mein Votum nicht übel. Dass Du so auf „Fläche“ stehst, kann ich weitgehend nachvollziehen, vor allem auch im Hinblick auf den Bass: Die X2 brauchen nach meinem Dafürhalten keine Unterstützung von einem Subwoofer. Und wenn ich auch meinen BM 4 treu bleiben werde - sie mit dem zu erwartenden CDP von Hubert Reith in seiner ggf. höchsten Ausbaustufe zu kombinieren, wäre ja auch nicht die schlechteste aller Möglichkeiten. Volker, Dir und Deiner Frau nochmals vielen Dank für die überaus herzliche Aufnahme bei Euch, den leckeren Kuchen und die viele Zeit, die Du mir gewidmet hast.

    3. Zwei weitere Tage später suchte ich Chris Feickert heim. Diesmal begleitete mich der älteste Sohn meiner Müllheimer Freunde, der sehr an Hifi interessiert ist, aber noch nie eine High-Class-Anlage hat hören können. Ihn so richtig mit dem Hifi-Bazillus zu infizieren, war mein erklärtes Ziel. Ich hatte vorher das Plattenregal der Eltern nach brauchbaren Hörfutter durchforstet, aber diese Aktion stellte sich als ziemlich überflüssig heraus, da Chris viel besser und breiter sortiert war und wir vornehmlich seine Platten hörten.
    Chris hatte zwei seiner Dreher aufgestellt, um uns zu demonstrieren, welche klanglichen Einflüsse vom Tonarm ausgehen. Beide Dreher waren bis auf den jeweiligen Tonarm (und die Innenverkabelung) gleich in seine Anlage eingebunden. Bei den Tonarmen handelte es sich jeweils um Kuzma-Modelle: einmal der luftgelagerten Tangentialarm, zum zweiten der große „normale“ Tonarm (Chris kann vielleicht die korrekte Bezeichnung nachliefern). Wir hörten uns durch viele Stücke, auch von solcher Musik, die mir eher unbekannt ist. Mein junger Padawan war höchst beeindruckt von den Unterschieden, die ein Tonarm bei der Musikwiedergabe machen kann, wobei es hierbei nicht so sehr um „besser“ oder „schlechter“ ging, sondern um die unterschiedlichen „Charaktere“ der Tonarme.
    Nach der ausführlichen Hörsitzung wurden wir anschließend mit einer sehr, sehr leckeren Kartoffelsuppe und Nürnberger Rostbratwürstchen gestärkt, die Chris‘ Frau auf der Terrasse auftrug. Hierfür ebenfalls noch einmal vielen Dank an Dich, Chris, und Deine Frau; und sei versichert, dass Du einen zukünftigen, potenziellen Kunden gewonnen hast (er muss jetzt erst einmal Studium und Karriere machen, um fürs nötige Kleingeld zu sorgen).

    So, das war’s! Ich habe die Besuche sehr genossen und hoffe, Ähnliches nächstes Jahr zu wiederholen, und zwar vielleicht bei anderen Adressen.

    So long

    Axel

    PS. Volker, die Weine Deines Onkels ruhen zunächst noch im Keller, habe noch keinen probiert, werde aber umgehend berichten, wenn ich den einen oder anderen entkorkt habe.
    Zuletzt geändert von Zeno Cosini; 13.07.2008, 12:58. Grund: Absatzabstände korrigiert

    #2
    AW: Drei Hifi-Besuche in einer Woche

    Hallo Axel,

    schöner Bericht. Schade, dass die Fonel bei Claus nicht zur Verfügung standen. Was nicht ist, kann ja noch werden.

    Die Flächen habe ich neulich bei Mikelinus gehört. Von einem klanglichen Loch in der Mitte habe ich dort nichts gemerkt. Die Tonalität war erste Sahne.
    Leider brauchen die Flächen mehr Abstand, da ansonsten die Räumlichkeit leidet.
    Trotzdem sind die X2 ein ganz großer Tipp.

    Jetzt würde mich noch inetresieren, wie dir die MG901 bei Chris gefallen haben?

    Grüßle vom Charly
    Bleibt demokratisch! Das ist ein hohes Gut.
    Die Welt ändert sich durch deine Taten. Nicht durch deine Meinung

    Bin überzeugter Anhänger der Gemeinwohl-Ökonomie
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinwohl-%C3%96konomie

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      #3
      AW: Drei Hifi-Besuche in einer Woche

      Hallo Charly,

      tja, was soll ich zur RL 901 noch schreiben? Ist doch eh schon alles gesagt. Ich kenn' sie ja schon ein bisserl von den Hörsessions bei Claus und finde sie ganz einfach wunderbar.
      Aber Du kennst mich ja: Ich mag es idR. etwas kleiner, weswegen ich mit meiner BM 4 so zufrieden bin. Hätte ich einen Raum von der Größe von Chris' Vorführraum zu bestücken, hätte ich vermutlich eine RL 904 bzw. 944 oder eine RL 903 bzw. 933 genommen - mir hätt's gereicht. Aber wenn man, so wie Chris, die unstersten Tiefen des Basses seinen Kunden vorführen will, um die Qualitäten seines Drehers etc. zu demonstrieren, kommt man wohl nicht um die RL 901 herum.
      Da Du, Charly, so ein ausgewiesener "Flächen"-Kenner und -Hörer bist, kannst Du mir vielleicht erklären, woran es liegen mag, dass bei "Flächen" die Mitte von Fall zu Fall fehlt und ob und wie man das per Aufstellung oder anderem in den Griff bekommen kann.

      Gruß
      Axel

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        #4
        AW: Drei Hifi-Besuche in einer Woche

        Grrrr..
        Da hättest du bei mir ja auch noch vorbeikommen können!
        Beim nächsten mal bist du aber dran! :zwink:

        Schmoll!

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          #5
          AW: Drei Hifi-Besuche in einer Woche

          Zitat von Zeno Cosini Beitrag anzeigen
          Hallo Charly,

          Da Du, Charly, so ein ausgewiesener "Flächen"-Kenner und -Hörer bist, kannst Du mir vielleicht erklären, woran es liegen mag, dass bei "Flächen" die Mitte von Fall zu Fall fehlt und ob und wie man das per Aufstellung oder anderem in den Griff bekommen kann.

          Gruß
          Axel

          Hallo Axel,


          Bin zwar nicht Charly, aber habe denk ich auch ein wenig Kompetenz dir diese Frage zu beantworten.

          Eben die von dir vermisste ausgeprägte und plastische Phantommitte ist es die ich als eine besondere Stärke meiner Flächen empfinde.

          Um diese zu erreichen ist im Grunde lediglich ein wenig Bereitschaft zum Optimieren der Aufstellung vonnöten.
          Weil Flächenlautsprecher nunmal Dipolwandler sind ist es bei ihnen meinen Erfahrungen nach essentiell dem nach hinten abgestrahlten Schall gebührende Aufmerksamkeit zu widmen !

          Trifft dieser Schall mit passender Phasenlage auf eine gut reflektierende ! Rückwand kann er in faszinierender Weise zur von mir heissgeliebten Plastizität des Klangbilds beitragen.
          Die Illusion eines Sängers/Sängerin oder anderer mittiger Schallereignisse hab ich noch nie überzeugender gehört.....

          Mit Sicherheit würde auch Volker diese Faszination mit den X2s erreichen können. Wie schon gesagt es gibt für Dipolwandler drei wichtige Variablen die sich noch stärker bemerkbar machen als bei Direktstrahlern. Diese sind:

          1. Abstand zur Rückwand vor der die Dipole platziert sind und die Beschaffenheit dieser (muss reflektierend sein !)

          2. Anwinklung
          3. Abstand der Wandler zueinander. Nicht zu gross werden lassen und vor allem: Mittel/Hochtonbändchen/bereiche nach Innen !

          Hoffe ein wenig geholfen zu haben.

          Viele Grüsse rost:

          Stefan
          ´Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Aussergewöhnliche ihren Wert.´ - Oscar Wilde

          ´Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie´ - Ludwig van Beethoven

          http://www.livesound-at-home.de

          Genießt Musik in der Stadt am Fluß... Mülheim/Ruhr:zwink:

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            #6
            AW: Drei Hifi-Besuche in einer Woche

            Hallo Axel,

            Flächen haben nunmal eine abstrahlende Fläche und keinen Punkt. Rechnerisch kommt man natürlich auch zu einer aufsummierten Schallausbreitung, es bleibt aber eine Fläche.
            Von daher braucht man von der Fläche einen genügenden Abstand, damit sie in der Abbildung präziser wird.
            Nun ist die penible Abbildung der Bühne nicht jedermanns Wunsch, zumal es in den meisten Fällen nur eine Bühne von Tondruidens Gnaden ist.

            Zur Beseitigung des Loches in der Mitte hat Stefan schon alles gesagt. Eine räumliche Präzision wie bei Punktstrahlern darft du nicht erwarten. Das hieße, die Physik zu überlisten. Allerdings machen Flächen durch ihre anspringende Tonalität das räumliche Manko mehr als wett. Man muß nur den richtigen Raum dafür haben.

            Grüßle vom Charly
            Bleibt demokratisch! Das ist ein hohes Gut.
            Die Welt ändert sich durch deine Taten. Nicht durch deine Meinung

            Bin überzeugter Anhänger der Gemeinwohl-Ökonomie
            https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinwohl-%C3%96konomie

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              #7
              AW: Drei Hifi-Besuche in einer Woche

              Komme leider erst jetzt dazu zu antworten.

              @ Rainer
              Bei meiner nächsten Rundreise, die sich ergibt, komme ich bestimmt bei Dir vorbei.

              @ Stefan
              Danke für Deine Ausführungen. So etwas in der Richtung habe ich mir laienhaft auch schon gedacht. Es ist nun aber so, dass Volker in seinem jetzigen Arrangement die Flächen nicht sehr viel weiter von der Rückwand abrücken kann. Vormals hatte er ein Arrangement, wie er mir berichtete, bei dem die Flächen quasi mitten im Zimmer standen - was ihm allerdings nicht so gefallen hat.

              @ Charly
              Ich bin mir nicht sicher, ob Du mit "räumlicher Präzision" das Gleiche meinst, was ich mit "Bühne machen" bezeichnen würde; denn die "räumliche Präzision eines Punktstrahlers" habe ich eigentlich nicht erwartet. Völlig überein stimme ich mit Dir allerdings, was die "anspringende Tonalität" angeht, denn genau die war es, von der die starke Verlockung ausging, vom aktiven ins passive LSP-Lager zu wechseln.

              So long

              Axel

              PS. Habe mir gerade die passive Vorstufe von "Music First Audio" zum Testen besorgt und muss jetzt erst einmal verstärkt hören statt schreiben.

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                #8
                AW: Drei Hifi-Besuche in einer Woche

                Moin,

                also den Arm, den Axel nicht benamsen konnte, ist der offiziell noch gar nicht verfügbare, neue 4Point von Kuzma.

                @Axel: Danke für den Besuch, es war sehr nett und es tut mir leid, dass ich zeitlich doch arg eingeschränkt war. Momentan muss ich einfach zu viele Dinge parallel fertig machen und das ist hie und da ein wenig _haarig_...

                Liebe Grüße,

                Chris

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                  #9
                  AW: Drei Hifi-Besuche in einer Woche

                  Hi Chris,

                  leid tun muss Dir garnix. Ich finde, Du hast uns genug Zeit geopfert.
                  Auch Moritz war sehr angetan von Eurer Herzlichkeit und bass erstaunt, dass solche Kontakte aus Internetforen entstehen und über sie gepflegt werden. Aus anderen Bereichen kennt er vornehmlich solche Foren, wo's so richtig schön mit Hauen und Stechen zugeht feif:. - Kennen wir ja auch so einige, gelle:mussweg:!

                  Allerbeste Grüße - auch an Deine Familie

                  Axel

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