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Tradtion und Innovation,ein Gespräch mit Jochen Kiesler

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    Tradtion und Innovation,ein Gespräch mit Jochen Kiesler

    Hallo,

    hier ein Link zu einen Interview...aus dem Studio Magazin 4/2002 mit Joachim Kiesler(MEG).

    http://www.studio-magazin.de/Lesepro...0Bassniere.pdf

    In diesen schon etwas älteren Interview stehen einige interessante Aussagen
    von Jochen Kiesler,die auch jetzt noch Gültigkeit haben.

    Gruß

    Claus
    Zuletzt geändert von Claus B; 19.01.2008, 14:33.

    #2
    AW: Tradtion und Innovation,ein Gespräch mit Jochen Kiesler

    Hallo,
    da diese Kabelstreitfrage sowieso nicht zu einen Ende kommen wird,erlaube ich mir aus dem Interview mit Kiesler,einige interessante Aspekte heraus zu stellen.(Auszug über Lautsprecher)



    Fritz Fey: Wenn wir einmal von der Bassniere
    absehen, ich darf das ja sagen, hat es bis auf Detailverbesserungen im Regielautsprecherbau
    keine großen Entwicklungssprünge gegeben. Sicher sind Lautsprecher, die aus den siebziger Jahren stammen, den heutigen
    Entwicklungen weit unterlegen. Aber man hat immer noch Hochtöner, Mitteltöner,
    Tieftöner, eine Frequenzweiche und jetzt eben auch noch den Verstärker im Gehäuse.
    Kann man sich in der Lautsprecherentwicklung
    eigentlich vorstellen, dass es noch mal einen großen Entwicklungsschritt geben
    wird, der eine völlig neue Perspektive
    eröffnet...?


    Joachim Kiesler: Es wird nie den idealen Lautsprecher geben und es werden immer kleine Schritte bleiben, etwa in Bezug auf neue Membranmaterialien, die unter weniger
    Teilschwingungen leiden und gleichzeitig keinem Alterungsprozess unterworfen sind. Ein Sprung, vergleichbar mit der Vinylschei8
    be zur CD, ist in der Lautsprecherentwicklung
    eigentlich
    nicht vorstellbar. Wir haben in unserem Betätigungsfeld
    dafür gesorgt, dass wir mit den Verzerrungswerten
    an die Grenze des Machbaren gekommen sind. Mit einer Hochtonkalotte
    von 25 Millimetern, die man mit 110 dB in einem
    Meter abstrahlen lässt, kommt man bereits in eine Größenordnung, in der die Luftkompression die Verzerrungen verursacht. Man kann also
    in dieser Hinsicht physikalisch am Lautsprecher
    nichts mehr machen. Das wird oft übersehen. Bedingt durch die kleine Fläche erreicht man einen Punkt, an dem die Physik
    ausgereizt ist und nicht der Wandler. Es nützt dann auch nichts, die Fläche zu vergrößern,
    denn dann entstehen andere Probleme,
    zum Beispiel ein höheres Bündelungsmaß.
    Man kann zwar durch Hornschallführungen
    gegensteuern, die aber wieder eine Inkaufnahme von Verfärbungen durch Kurzzeitreflexionen
    bedingen. Es dreht sich also
    prinzipiell immer wieder um eine Optimierung
    des Vorhandenen für diesen oder jenen Anwendungsfall.

    Fritz Fey: Was macht man denn da als Lautsprecherhersteller,
    denn man ist schließlich dem Neuheitenzwang unterworfen...

    Joachim Kiesler: Der Kunde hat die Wahl zwischen kosmetisch
    auf neu getrimmten Produkten und einem sehr hohen Stand der Technik, der über viele Jahre gehalten
    werden kann. Es ist ja nichts schwieriger, als die Einführung eines neuen
    Lautsprechers, denn die Hörgewohnheiten der Kundschaft kommen fast einer Religion gleich. Bei zwanzig Testpersonen gibt es mindestens achtzig Meinungen. Daran wird sich nie etwas
    ändern.


    Gruß

    Claus

    Kommentar


      #3
      AW: Tradtion und Innovation,ein Gespräch mit Jochen Kiesler

      Ich bin der Meinung, Claus,

      dass Neuheiten, heutzutage, ein schwer- überwindbares Hindernis sind, insbesondere bei Lautsprechern.

      Damit fällt, bzw. steigt der Wiedererkennungswert...

      Ausgeklügelte "Rezepte" müssen erst einmal ihre Freunde finden...

      Wenn ich sehe wie sich kleinere HiFi- Schmieden gegen die Großen "wehren", mit z.T. wirren Ideen, dennoch fruchtend, dann frage ich mich allen Ernstes, wo das noch hinführen soll?

      Da sitzen Ingenieure, machen sich ernsthaft Gedanken, denken stellenweise so verquer...

      Auf der anderen Seite überrennt die Quantität die Qualität, dieses Massenmedien- Aufkommen...

      Wiederhole mich, der letzte Besuch bei mir war ein 73 Jahre alter Herr, dennoch so jung, dass es zum Tanzen bei Hugh Masekela gereicht hat.
      Da waren sogar Tränen in den Augen, ein Glanz der Freude...

      Dieser Herr sagte:

      "Hätte ich die Musik so nicht gehört, über diesen kleinen Hornlautsprecher, müsste ich mich belügen, denn so etwas habe ich nicht für möglich gehalten"

      Noch etwas, Claus,

      solange die Menschen nicht begreifen, dass Musik ein Medium ist, so lange wird es dauern, bis eine einheitliche "Sprache" gesprochen wird...ob's notwendig ist?


      Lieben Gruß

      Volkhart

      Kommentar


        #4
        AW: Tradtion und Innovation,ein Gespräch mit Jochen Kiesler

        Hallo Volkhart,

        Danke für Deine Antwort!

        Vieles was Du beschreibst sehe ich genauso!

        denn die Hörgewohnheiten der Kundschaft kommen fast einer Religion gleich. Bei zwanzig Testpersonen gibt es mindestens achtzig Meinungen. Daran wird sich nie etwas ändern.
        Dieses Zitat von Kiesler beschreibt so denke ich gut das Problem,unter anderen die Meinungsverschiedenheiten in den Foren!

        Gruß

        Claus

        Kommentar


          #5
          AW: Tradtion und Innovation,ein Gespräch mit Jochen Kiesler

          Claus, das ist aber bis zu einem gewissen Grade auch normal. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier, man muß sich dessen nur bewußt sein. Wir alle sind geprägt von den den Erfahrungen, die wir machen. Jeder, selbst der, der meint, er wäre objektiv. Er bleibt immer subjektiv behaftet.

          Und was die Hörgewohnheiten betrifft, da hat der Herr Kiesler auch völlig Recht. Wenn ich daran denke, wie die Aktivszene seit Jahrzehnten schon versucht, bei den Hörern Gehör zu finden. Das ist ein Paradebeispiel dafür.

          Gruß
          Franz

          Kommentar


            #6
            AW: Tradtion und Innovation,ein Gespräch mit Jochen Kiesler

            Zitat von claus B. Beitrag anzeigen
            Hallo,
            da diese Kabelstreitfrage sowieso nicht zu einen Ende kommen wird,erlaube ich mir aus dem Interview mit Kiesler,einige interessante Aspekte heraus zu stellen.(Auszug über Lautsprecher)



            Fritz Fey: Wenn wir einmal von der Bassniere
            absehen, ich darf das ja sagen, hat es bis auf Detailverbesserungen im Regielautsprecherbau
            keine großen Entwicklungssprünge gegeben. Sicher sind Lautsprecher, die aus den siebziger Jahren stammen, den heutigen
            Entwicklungen weit unterlegen. Aber man hat immer noch Hochtöner, Mitteltöner,
            Tieftöner, eine Frequenzweiche und jetzt eben auch noch den Verstärker im Gehäuse.
            Kann man sich in der Lautsprecherentwicklung
            eigentlich vorstellen, dass es noch mal einen großen Entwicklungsschritt geben
            wird, der eine völlig neue Perspektive
            eröffnet...?


            Joachim Kiesler: Es wird nie den idealen Lautsprecher geben und es werden immer kleine Schritte bleiben, etwa in Bezug auf neue Membranmaterialien, die unter weniger
            Teilschwingungen leiden und gleichzeitig keinem Alterungsprozess unterworfen sind. Ein Sprung, vergleichbar mit der Vinylschei8
            be zur CD, ist in der Lautsprecherentwicklung
            eigentlich
            nicht vorstellbar. Wir haben in unserem Betätigungsfeld
            dafür gesorgt, dass wir mit den Verzerrungswerten
            an die Grenze des Machbaren gekommen sind. Mit einer Hochtonkalotte
            von 25 Millimetern, die man mit 110 dB in einem
            Meter abstrahlen lässt, kommt man bereits in eine Größenordnung, in der die Luftkompression die Verzerrungen verursacht. Man kann also
            in dieser Hinsicht physikalisch am Lautsprecher
            nichts mehr machen. Das wird oft übersehen. Bedingt durch die kleine Fläche erreicht man einen Punkt, an dem die Physik
            ausgereizt ist und nicht der Wandler. Es nützt dann auch nichts, die Fläche zu vergrößern,
            denn dann entstehen andere Probleme,
            zum Beispiel ein höheres Bündelungsmaß.
            Man kann zwar durch Hornschallführungen
            gegensteuern, die aber wieder eine Inkaufnahme von Verfärbungen durch Kurzzeitreflexionen
            bedingen. Es dreht sich also
            prinzipiell immer wieder um eine Optimierung
            des Vorhandenen für diesen oder jenen Anwendungsfall.

            Fritz Fey: Was macht man denn da als Lautsprecherhersteller,
            denn man ist schließlich dem Neuheitenzwang unterworfen...

            Joachim Kiesler: Der Kunde hat die Wahl zwischen kosmetisch
            auf neu getrimmten Produkten und einem sehr hohen Stand der Technik, der über viele Jahre gehalten
            werden kann. Es ist ja nichts schwieriger, als die Einführung eines neuen
            Lautsprechers, denn die Hörgewohnheiten der Kundschaft kommen fast einer Religion gleich. Bei zwanzig Testpersonen gibt es mindestens achtzig Meinungen. Daran wird sich nie etwas
            ändern.


            Gruß

            Claus

            Hallo,


            Dazu fällt mir spontan ein das es eigentlich noch andere Prinzipien gäbe als die 2350te Version eines Kalottenhochtöners....

            Zum Beispiel auch Prinzipien die erheblich grössere Membranen auch im Hochtonbereich ermöglichen ohne an den bei Kalotten möglichen Kompressionseffekten zu leiden. :eng:

            Das ´Problem´ sehe ich nur vielmehr darin das der Kunde zum grössten Teil eben das verlangt was er kennt nur eben immer neuer und damit automatisch´besser´ ?
            Aber egal, damit die Kasse klingelt bauen wir eben die nächste altbekannte Kiste mit zwei oder drei Chassis drin und loben sie durch angeblich unglaubliche Detailverbesserungen in den 7ten Himmel.

            Obiges soll sich jetzt nicht speziell auf MEG beziehen, sondern ich empfinde das allgemein so.
            Nur wenn Herr Kiesler sagt das es kaum mehr Innovatives in Bezug auf Lautsprecher gibt fällt mir auch auf das er konstruktiv recht fixiert ist in Bezug auf die Bauweise seiner Lautsprecher wie so viele andere Hersteller auch...... feif:


            Viele Grüsse

            Stefan
            ´Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Aussergewöhnliche ihren Wert.´ - Oscar Wilde

            ´Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie´ - Ludwig van Beethoven

            http://www.livesound-at-home.de

            Genießt Musik in der Stadt am Fluß... Mülheim/Ruhr:zwink:

            Kommentar


              #7
              AW: Tradtion und Innovation,ein Gespräch mit Jochen Kiesler

              Hallo Stefan,


              Nur wenn Herr Kiesler sagt das es kaum mehr Innovatives in Bezug auf Lautsprecher gibt fällt mir auch auf das er konstruktiv recht fixiert ist in Bezug auf die Bauweise seiner Lautsprecher wie so viele andere Hersteller auch...
              ich persönlich würde sagen,das vieles was als Innovativ angeboten wird,eigentlich in der Praxis so richtig nicht funktioniert,das heißt noch lange nicht das es den Anwendern dieser Lautsprecher nicht gefällt!

              Ergänzung

              Fritz Fey: Wo siehst Du denn heute die Qualitätskriterien
              für Lautsprecher auf Seiten der Hörempfindung? Ihr baut ausschließlich Koaxialsysteme,
              die ‚alles aus einem Loch’ wiedergeben.
              Verbirgt sich dahinter die Qualität
              für Nah/Fern-Empfinden, Tiefenstaffelung, Ortung, Abbildung von Räumen, also das ‚richtige’ Zeitverhalten an sich...?
              Joachim Kiesler: Das kann man so sagen. Mit unserer Koaxialanordnung haben wir – ohne überheblich klingen zu wollen – ins Schwarze getroffen. Wir sind damit in der Lage, uns von relativ kleinen bis zu großen
              Systemen immer an das richtige Entfernungsempfinden
              anzupassen, was sonst durchaus schwierig ist, da Mehrwegesysteme
              mit getrennten Chassis oft nur noch über die Schallwandgröße das Bündelungsmaß
              bestimmen können. Mit unserer Anordnung,
              die auf einer getrennten Schallwand
              für Hochton- oder Mittel-Hochtonsysteme
              vor dem Tieftöner basiert, haben wir die Chance, viel individueller in das Bündelungsmaß
              des Lautsprechers einzugreifen. Das ist für mich das Hauptkriterium. Man hat immer das richtige Entfernungsempfinden,
              auch in einem Übertragungswagen, der nur noch Hörabstände von einem Meter zulässt.
              Wenn ein Lautsprecher in dieser Situation
              ein falsches Bündelungsmaß hat, mischt man einfach verkehrt. Das heißt also anders formuliert: Wenn ein Lautsprecher im Frequenzbereich
              zwischen, sagen wir, 2 und 3 kHz ein zu hohes Bündelungsmaß aufweist, was häufig der Fall ist, weil gerade dort die Abkoppelfrequenz von Tief- zum Mittel- oder Mittel/Hochtöner gesteuert wird, bekommt man den Eindruck, dass ein Solist zu nahe
              am Hörer abgebildet wird. Berücksichtigt
              man nun das Hörempfinden des Menschen,
              der diffuse und direkte Schallanteile unterschiedlich wahrnimmt, kann man mit Hilfe des Bündelungsmaßes erreichen, dass man immer zu einem richtigen Entfernungsempfinden
              kommt, egal wie der Hörabstand zum Lautsprecher aussieht.

              Fritz Fey: Gerade in der Popmusik wird bei Aufnahme und Mischung angestrebt, die Solostimme
              direkt vor die Nase des Hörers zu transportieren...

              Joachim Kiesler: Stimmt, aber wer über eine
              lange Zeit mit einer derartigen ‚Präsenz’ arbeitet, ermüdet sehr schnell. Für das Ohr mit seinem Hörempfinden ist es sicher auch kurzzeitig schön, wenn der Gesangssolist ganz vorne steht, aber wenn man mischen will, ist der Mischfehler von vornherein eingebaut.
              Auf einer Heimanlage ist dann erfahrungsgemäß
              die Präsenz zu niedrig. Das ist ja eigentlich auch die Verantwortung, die man als Hersteller von Lautsprechern hat. Man sollte doch möglichst unabhängig
              von Geschmäckern oder Musikrichtungen
              ein Werkzeug anbieten, dass wirklich neutral ist, so weit dies mit heutigen Mitteln umsetzbar ist. Und damit erklärt sich vielleicht
              auch unser Erfolg auf dem Heimsektor.
              Es stehen die gleichen Lautsprecher zu Hause und im Studio, und jeder bekommt doch das, was er will. Natürlich wäre es für die Hersteller von Lautsprechern nicht schlecht, wenn man verschiedene Modelle für Klassik, Jazz und Pop einsetzen müsste...
              (grinst)
              Da ich dies persönlich auch so sehe,warum sollte er an seinen Konzept was ändern!

              Gruß

              Claus
              Zuletzt geändert von Claus B; 12.02.2008, 20:50.

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