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Elektroakustischer Kontrabass-Verstärkung

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    Elektroakustischer Kontrabass-Verstärkung

    Auszug aus impressionen
    V
    erfechtern der reinen Lehre mag die Kombination akustischer Instrumente mit elektrischen Verstärkungssystemen als
    Frevel erscheinen - das Vorspiel Roman Patkolós in der Klosterbibliothek Polling dürfte allerdings auch die kritischsten Zweifler überzeugt haben: Das zarteste Pianissimo hatte noch Körper genug und kam überall im Saal hervorragend durch. Auch die höchst virtuosen Passagen bei Paganinis „Moses- Fantasie" und Sarasates "Zigeunerweise" waren bis in die letzte Reihe klar zu hören. Dass dabei ein Verstärkungssystem mit im Spiel war, wäre ohne Ankündigung kaum bemerkt worden. Zielsetzung war es, eine elektroakustische Kontrabass-Verstärkung natürlichen Klang des Instruments in die gesamte Weite des Saales trägt. Erst zwei Tage vor dem Konzert in Polling hatte Roman Patkoló das neue System im Herkulessaal der Residenz München erstmals testen können. Mit dabei Anne-Sophie Mutter sowie Joachim Kiesler und Klaus Winkler von Musikelectronic Geithain (MEG). Klaus Winkler, ehemaliger BR-Symphoniker, ist Erfinder und Patentinhaber der amplistring- Mikrofonsysteme für Streichinstrumente. Beim Kontrabass erfolgt die Schallabnahme über ein Innenmikrofon, das über ein spezielles Stachelsystem eingeführt wird. Diese Anordnung gewährleistet eine optimale Trennung des Instrumentenklangs vom Umgebungsschall und ist zudem unsichtbar. Dank drahtloser Signalübertragung entfallen jegliche Kabel. Die Mikrofoneinheit wird nach Bedarf ein- und ausgeschraubt - eine schnelle und sichere Handhabung. Mindestens ebenso entscheidend ist die Qualität des Lautsprechersystems. Wer schon einmal in Geithain in der Nähe von Leipzig zu Gast war, weiß, dass MEG-Chefdenker Joachim Kiesler


    Transparenz in allen Nuancen

    Roman Patkoló in Polling erstmals mit elektroakustischer Kontrabass-Verstärkung







    ein Verfechter der Ganzheitsmethode ist. Seine Lautsprecher sind das Ergebnis langjähriger konsequenter Entwicklungsarbeit, die stets nur ein Ziel hatte: Die absolut präzise und verfärbungsfreie akustische Abbildung des Eingangssignals. Deshalb werden alle Bestandteile bei MEG selbst entwickelt und gebaut, von der Verstärkerelektronik bis hin zu den Schwingspulen der Chassis. Das Ergebnis sind Lautsprecher, die hinsichtlich Ortungsschärfe, Tiefenstaffelung sowie Klirrverhalten ihresgleichen suchen. Roman Patkoló setzt den Regielautsprecher RL901K ein, der erste seiner Art mit einer nierenförmigen Abstrahlcharakteristik im Bereich von 30 Hz - 250 Hz. Durch diese Richtwirkung werden Reflexionen an den Wänden hinter dem Lautsprecher minimiert. Die Klangbalance zwischen Instrument und Verstärkung sowie Entzerrung und Verhallung werden über ein Mischpult gesteuert. Bei den Proben im Herkulessaal sowie beim Konzert in Polling wurden die Höhen im Obertonbereich bei 2500 Hz um 10 Prozent angehoben und die Bassfrequenzen bei 80 Hz um rund 15 Prozent abgesenkt. Dadurch gewinnt der Klang des Kontrabasses in größerer Entfernung vom Instrument an Klarheit. Im Diskant geht das Timbre in Richtung eines Cello, während die Tiefe basstypisch sonor bleibt, dabei in ihrer Artikulation aber deutlicher zu hören ist. In der herrlichen Akustik der Klosterbibliothek hätte Roman Patkoló die Instrumenten-Verstärkung nicht unbedingt benötigt. Die Wirkung wird in größeren und akustisch problematischen Sälen oder im Freien erheblich spürbarer. Vor allem bei Solokonzerten mit großer Orchesterbegleitung unterstützt das System Roman Patkolós phänomenales Spiel und seine herausragende Präsenz.

    Joachim Kiesler, Anne-Sophie Mutter und Roman Patkoló bei der Technikprobe im Herkulessaal der Residenz München
    Zuletzt geändert von Claus B; 14.02.2008, 16:38.
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