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    Jazz CD's (neue)

    Hancock, Herbie // River: The Joni Letters



    HERBIE HANCOCK
    River: The Joni Letters

    Große Helden hat die Jazzwelt immer gehabt. Gegenwärtig gibt es auf dem Globus keinen größeren, charismatischeren Jazzpianisten als Herbie Hancock. Er ist eine lebende Legende mit faszinierender Jazzhistorie, aber vor allem auch ein zeitgenössisch denkender Künstler, der seit eh und je Barrieren einreißt und damit bei Puristen immer mal wieder Kontroversen auslöst. Wie sein ehemaliger Bandleader Miles Davis ist Hancock ein ebenso umstrittener wie gleichermaßen heiß geliebter Musiker, der auch heutzutage immer noch grandios mit so unterschiedlichen Stilen wie Hardbop oder Funk umzugehen weiß. Herbie setzt Maßstäbe, gern auch in Kollaboration mit Musikerkollegen aus dem Rockund Popsegment. Im Oktober präsentiert er sein Joni Mitchell Projekt: »River: The Joni Letters«. Produziert von Mitchells Ex-Ehemann Larry Klein, mit zwei Dutzend der schönsten und besten Joni Mitchell-Songs, gespielt von Herbie und seinen Jazzmannen, unter anderem auch dabei Saxophon-Ikone Wayne Shorter. Das Album beinhaltet Perlen des Singer/Songwriter-Genres, gesungen von Joni Mitchell selbst, aber auch von illustren Gästen und Mitchell-Fans wie Norah Jones, Corinne Bailey Rae, Leonard Cohen und Tina Turner.

    VERVE 2007, 1 CD

    #2
    AW: Jazz CD's (neue)

    Best Of Diana Krall (Limited Edition),The Very



    Keine Musikerin hat dem Jazz in den letzten zehn Jahren soviele positive Schlagzeilen beschert wie Diana Krall. Fotos von ihr eroberten nicht nur die Titelblätter der Jazzpresse, sondern auch von auflagenstarken Nachrichten-, Hochglanz- und Frauenmagazinen.

    Eine solche Zusammenstellung hat es von Diana Krall bisher noch nicht gegeben. Das Album enthält zwölf Highlights aus den Alben, die Krall bis heute auf den Labels GR P, Impulse und Verve vorgelegt hat. Es ist ein musikalisches Krall-Kompendium, das beiden Facetten der Künstlerin gerecht wird: der Pianistin ebenso wie der Sängerin. Als Bonus gibt es drei bislang unveröffentlichte Aufnahmen: »You Go To My Head«, »Only The Lonely« sowie Tom Waits traumhafter Ballade »The Heart Of Saturday Night«. Ebenfalls erscheint eine limitierte Ausgabe inklusive Bonus-DVD, die einige Musikvideos und Live- Aufnahmen (inklusive bisher nicht veröffentlichtem Material) der singenden Pianistin bietet.

    VERVE 2007, 1 CD & 1 DVD-Video, limitierte Version

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      #3
      AW: Jazz CD's (neue)

      Fitzgerald,Ella // Ella In Hamburg



      1
      Walk Right In
      Ella Fitzgerald
      2
      That Old Black Magic
      K:Mercer, Johnny - Arlen, Harold
      Ella Fitzgerald
      3
      Body And Soul
      Ella Fitzgerald
      4
      Here's That Rainy Day
      Ella Fitzgerald
      5
      And The Angels Sing
      Ella Fitzgerald
      6
      A Hard Day's Night
      Ella Fitzgerald
      7
      Ellington Medley: Do Nothing' Till You Hear From Me-Mood Indigo-It Don't Mean A Thing If It Ain't G
      K:Ellington, Duke - Russell, Bob
      Ella Fitzgerald
      8
      The Boy From Ipanema
      Ella Fitzgerald
      9
      Don't Rain On My Parade
      K:Merrill, Bob - Styne, Jule
      Ella Fitzgerald
      10
      Angel Eyes
      Ella Fitzgerald
      11
      Smooth Sailing
      Ella Fitzgerald
      12
      Old McDonald Had A Farm
      Ella Fitzgerald

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        #4
        AW: Jazz CD's (neue)

        Ponty, Jean-Luc // The Acatama Experience



        1
        Intro
        Jean-Luc Ponty
        2
        Parisian Thoroughfare
        Jean-Luc Ponty
        3
        Premonition
        Jean-Luc Ponty
        4
        Point Of No Return
        Jean-Luc Ponty
        5
        Back In The 60's
        Jean-Luc Ponty
        6
        Without Regrets
        Jean-Luc Ponty
        7
        Celtic Steps
        Jean-Luc Ponty
        8
        Desert Crossing
        Jean-Luc Ponty
        9
        Last Memories Of Her
        Jean-Luc Ponty
        10
        The Acatama Experience
        Jean-Luc Ponty
        11
        On My Way To Bombay
        Jean-Luc Ponty
        12
        Still In Love
        Jean-Luc Ponty
        13
        Euphoria
        Jean-Luc Ponty
        14
        To And Fro
        Jean-Luc Ponty

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          #5
          AW: Jazz CD's (neue)

          Billy Taylor & Gerry Mulligan
          Live at MCG




          Billy Taylor - Klavier
          Gerry Mulligan - Bariton-Saxophon
          Chip Jackson - Kontrabaß
          Carl Allen - Schlagzeug

          Produziert von Marty Ashby und Jay Ashby

          (P) + © 2007 Manchester Craftsmen´s Guild - Telarc

          Titel:
          1. Stompin´ At The Savoy 6:11
          2. Just You Just Me 4:58
          3. Darn That Dream 7:12
          4. All The Things You Are 5:11
          5. Laura 8:19
          6. Line For Lyons 7:27
          7. Body And Soul 8:11
          8. Indiana (Back Home...) 6:14
          9. Come Sunday 8:23
          10. Capricious 6:28

          Gesamtzeit: 1:08:35


          Elegant, swingend, lyrisch
          Von Frank Becker

          Einen Klassiker nicht nur wegen der erlesenen Liste der Stücke hat das Label MCG in diesen Tagen ans Licht befördert: den Live-Mitschnitt eines Konzerts des unvergessenen Bariton-Saxophonisten Gerry Mulligan (1927-1996), das er mit dem Pianisten Billy Taylor (*1921) im Oktober 1993 bei der Manchester Craftsmen´s Guild gegeben hat. In allerbester Form zeigen sich neben den beiden Solisten auch die Sidemen Chip Jackson am Kontrabaß und Carl Allen am Schlagzeug bei diesem Ausflug in die Welt des American Jazz Songbook.

          Die von Marty Ashby für die MCG produzierte Reihe von exquisiten Jazz-Alben bekommt mit "Billy Taylor & Gerry Mulligan - Live at MCG" erneut hervorragenden Zuwachs. Es ist ein Album, das sich bewußt an die Standards und ihre experimentierfreie Interpretation hält und in dezenter Perfektion das beste daraus macht. Gerry Muligans warmes Bariton-Spiel und die elegante Linienführung Billy Taylors am Flügel verschmelzen zum Idealfall für Liebhaber des Modern Jazz. Der Swing kommt wie in Taylors Schlußstück "Capricious" oder dem Opener "Stompin´ At The Savoy" nicht zu kurz, das Schlagzeug bekommt seine Stunde in "Indiana", Altmeister Taylor legt die Linien, an denen sich das Album entlang bewegt, durchweg aber beherrscht die lyrische Linie Mulligans den Charakter der Einspielungen.

          Es ist eine reine Freude, sich die immerhin gut 68 Minuten ein um das andere Mal anzuhören. Die unprätentiöse Performance des Quartetts, die das Album zum Klassiker erhebt, findet ihren besten Ausdruck u.a. in Mulligans klassischer Komposition "Line For Lyons", in der Chip Jackson am Kontrabaß brilliert und alle Beteiligten ihren Rang in vorzüglichen und witzigen Soli zeigen. Sollte in keiner gut sortierten Plattensammlung fehlen.

          quelle http://www.omm.de/cds/jazz/taylor-mulligan-live.html

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            #6
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            Dave Brubeck Quartet
            brubeck meets bach




            Dave Brubeck - Klavier
            Bobby Militello - Altsaxophon, Flöte
            Michael Moore - Kontrabaß
            Randy Jones - Schlagzeug

            Anthony & Joseph Paratore - Klavier
            Bach Collegium München
            Leitung: Russell Gloyd

            Produziert von der MAN AG

            (P) + © 2007 Sony BMG

            CD 1:
            Johann Sebastian Bach
            Konzert für zwei Klaviere und Orchester c-Moll, BWV 1060
            Dauer: 14:25

            Dave Brubeck
            "Points On Jazz" für zwei Klaviere und Kammerorchester
            Dauer: 29:00

            CD 2:
            1. St. Louis Blues 9:29
            2. Unsquare Dance 4:47
            3. Lullaby 5:55
            4. Brandenburg Gate, Revisited 13:59
            5. Regret 9:12
            6. Blue Rondo à la Turk 10:44
            7. Take Five 9:46
            8. Guten Abend gut´ Nacht 1:30

            Dauer: 65:26


            Spagat
            Von Frank Becker

            Klassik? Jazz? Wo sortieren sie Dave Brubeck ein? Kann man ihn einem Genre zuordnen? Und wie verfährt man mit diesem Album, das nicht nur in der Musikauswahl den Spagat wagt?

            Es ist ja nicht das erste Mal, daß sich Jazz mit Klassik verbindet und auch nichts Neues, den barocken Meister Johann Sebastian Bach als Ziel der Interpretation zu finden. Das haben in der Vergangenheit u.a. schon Ingfried Hoffmann, Eugen Cicero, Ward Swingle und Jacques Loussier getan. Jazz-Altmeister Dave Brubeck tut es jetzt in ganz anderer Manier, nachdem er sich jahrzehntelang dem Trend verweigert hatte – er läßt Bach Bach sein und überläßt die Interpretation Berufenen: dem Bach Collegium München unter Russell Gloyd und dem Klavierduo Anthony & Joseph Paratore. Das allerdings läßt Johann Sebastian Bach bei seinem Kontert für zwei Klaviere und Orchester BVW 1060 eher plätschern und legt Brubecks "Points On Jazz" für zwei Klaviere etwas zu akademisch an. Das Bach Collegium München hingegen scheint sich bei Bach wohler zu fühlen als bei Brubeck. Das macht aus der CD 1 des Doppelalbums, das im November 2004 bei einem Konzert in der Alten Oper Frankfurt aufgenommen wurde, ein geteiltes Vergnügen.
            Teil 2 des Konzerts, zugleich CD 2 des Albums präsentiert den Jazzer Brubeck mit einem hervorragend eingestellten Quartett, das als Opener mit einem swingenden "St. Louis Blues" die Stimmung erzeugt, die zuvor gefehlt hatte. Das Bach Collegium gibt den Brubeck-Stücken einen gediegenen Hintergrund, vor dem das Quartett sich brillant entwickeln kann. Brubeck selbst wirkt entspannt und gut gelaunt, sein Bassist Michael Moore beweist Mal um Mal zärtlich inspiriertes Fingerspitzen- und Bogengefühl, Bobby Militello beweist sich an Saxophon und Flöte als Sideman der ersten Garnitur und Randy Jones hält sein Schlagzeug fein im Zaum.

            Natürlich ist man auf das konzertante Kleid der Brubeck-Klassiker gespannt. Und das schmückt in der Tat den "Unsquare Dance", das traumschöne "Brandenburg Gate Revisited", das Michael Moore auf ein weiches Klangpodest hebt und natürlich "Blue Rondo à la Turk", das seit über 40 Jahren fasziniert und hier in der gemischten Instrumentation neue Dimensionen gewinnt. Der Jubel, den "Take Five" schon beim ersten Akkord erntet, stünde ja Paul Desmond zu - aber gönnen wir ihn auch dem Dave Brubeck Quartet mit seinem Saxophonisten Bobby Militello, der Desmond würdig vertritt (aber bei Gott nicht ersetzt). Schmalz ist allerdings der kitschige Abschluß mit Brahms´ Wiegenlied. Das hätt´s nicht gebraucht.

            Die im Booklet und auf der CD-Hülle angegebenen Spielzeiten für CD 2 sind übrigens mit Vorsicht zu genießen. Sie weichen dort insgesamt um 6½ Minuten (!) von der wirklichen Spielzeit ab, während sie auf CD 1 im wesentlichen stimmen.

            quelle http://www.omm.de/cds/jazz/brubeck-meets-bach.html

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              #7
              AW: Jazz CD's (neue)

              Montserrat
              Boleros com Bossa




              Montserrat - Gesang
              Adriano Giffoni - Baßgitarre
              João Cortês - Schlagzeug
              Guta Menezes - Piston, Hammonica
              Flávio Paiva - Flöte
              Roberto Menescal - Gitarren

              Produziert von Roberto Menescal

              (P) + © 2007 Albatroz/BMC

              Titel:
              1. El reloj
              2. Sabor a mi
              3. No me platiques mas
              4. Besame mucho
              5. Contigo aprendi
              6. Tu mi delirio
              7. La puerta
              8. Verdad amarga
              9. Contigo em la distancia
              10. Essta tarde vi llover
              11. La mentira
              12. Tu me acostumbraste

              Gesamtzeit: 40:09


              Süße Verführung
              Von Frank Becker

              Wer bis jetzt noch nicht wußte, was Eleganz und Geschmeidigkeit in der populären Musik ausmacht und lateinamerikanischen Jazz nur marginal zur Kenntnis genommen hat, muß jetzt aufhorchen. Wer bislang verzweifelt nach einem Synonym für diese Eleganz suchte, kann sich nun entspannt zurücklehnen: Montserrat gibt mit ihrem Album "Boleros com Bossa" die Antwort. Daß der legendäre Komponist und Bossa-Gitarrist Roberto Menescal hinter dem Projekt steht, es produziert und auch selbst die Gitarren spielt, spricht für sich - und für Montserrat.

              Diese Sängerin ist eine große Entdeckung. Weiche, tänzerische Eleganz, warmes Timbre und ein Schmelz, der unter die Haut geht und gleichermaßen auf ihr prickelt, zeichnete ihren Vortrag aus. Eine Stimme, in die man sich verlieben kann, zumal das brasilianische Portugiesisch ohnehin die reine Poesie ist, (ver)führt uns in das multikulturelle Brasilien und seine Welt des Bossa, der von allen Musikstilen, die sich in ihm niedergeschlagen haben, das Beste vereinigt. Federleicht der Rhythmus, fast schwerelos die Instrumentation und einschmeichelnd diese zärtliche, süße Stimme, die vergessen läßt, was einen noch eben geärgert haben mag.

              "Boleros com Bossa" knüpft nahtlos an die großen Bossa Nova Erfolge von Azymuth, Roberto Menescal, Joao Gilberto oder Jean "Toots" Thielemans (vor dem sich Guta Menenzes mit seinem Spiel achtungsvoll verneigt) an und wird ohne Zweifel seinen Platz im Kanon der populären brasilianischen Musik erobern. Was bleibt? Der Wunsch, recht bald mehr von Montserrat zu hören. Höchst empfehlenswert

              quelle http://www.omm.de/cds/jazz/montserra...com-bossa.html

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                #8
                AW: Jazz CD's (neue)

                Traunreut: Smooth Jazz von Aurel



                Traunreut (geg). "Aurels One" lautet der Titel der aktuellen CD, die der Traunreuter Kunstmaler und Musiker Aurelius Spallek produziert hat. Mit dem Ergebnis ist der 41-jährige "Aurel" - so sein inzwischen über die heimische Region hinaus bekannter Künstlername - vollauf zufrieden.

                In einem launigen Mix von zeitlosem Jazz mit Funk-Elementen aus den 70er Jahren und Dancefloor aus den 80ern ist eine CD entstanden, die man immer hören kann, in erster Linie jedoch für Entspannung sorgt. "Egal, ob beim Kochen oder bei einem heimeligen Abend zu Hause, meine Musik passt immer." Aurel selbst muss sofort mittanzen, wenn er sich länger auf die 19 Instrumentaltitel seiner neuen CD konzentriert.

                Smooth Jazz, so nennt sich das produzierte Musikgenre, ist tatsächlich sehr eingängig. Der Groove geht hemmungslos ins Ohr und fährt in die Beine. Oder lässt zumindest die Finger schnippen. Der Musiker Aurel hat für sein Werk selbst Bassgitarre und Keybord gespielt. Die Klänge dieser Instrumente hat Aurel mit "Waves" verschmelzen lassen - das sind digitalisierte Sequenzen, die legal aus dem Internet heruntergeladen und dann vom Arrangeur in Tempo, Tonhöhe und Dauer modifiziert werden. Vor einigen Jahren bereits hat Aurel die CD "Aurel's Golden Touches" produziert. Warum nun eine neue CD? "Es muss einfach raus. Es ist soviel in mir gefangen", offenbart sich das Künstlerherz in Aurel. "Musik macht mich relaxed. Ich mag mich selbst, bin eins mit mir. Das will ich raustragen." Und wenn's anderen auch gefällt, dann freut's ihn.

                Aber: Aurel erwartet nichts. "Es macht mir einfach Spaß", sagt er glaubhaft. Natürlich sei Geld wichtig, aber was bedeute Reichtum wirklich? "Ich will geistig reich sein. Ich mache mir Gedanken über das Wieso und Warum." Einer seiner selbst kreierten Leitsätze: "Ich spüre, also bin ich!" Frei nach Frankreichs Sonnenkönig, allerdings in abgewandelter Form, was die Sinne und die Wahrnehmung betrifft. Ludwig XIV. hat sich ja über sein Denken definiert. Im Zeitalter der Intuitionsforschung ist es wohl erlaubt, dem Denken eine "Bauchgefühl"- Komponente anzufügen.

                quelle http://www.chiemgau-online.de/lokalnachric....php?satz=17564

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                  #9
                  AW: Jazz CD's (neue)

                  CD Kritik: Stanley Music von Paolo Fresu Devil Quartet


                  Das Paolo Fresu Devil Quartet bietet - hier bitte hören und staunen - Jazz aus Italien. Was dem Ohr so fremd scheint wie 'HipHop aus dem Himalaya' oder 'Tango von den Innuit' ist wahr. Denn der Jazztrompeter Paolo Fresu stammt tatsächlich aus Italien, genau gesagt aus Sardinien. Mit 'Stanley Music' startet der auch über Italiens Grenzen hinaus gefeierte Hornmann mit dem sensiblen Ton ins neue Jahr.

                  'In Italien war Jazz ebenso unbekannt wie der Originalton von Shakespeare-Theaterstücken' frotzelt Blue Note, Fresus Labelhome, zu Recht. Aber Fresu war einer derjenigen, die diesen unseligen Zustand verändert haben. Zwar könnten immer noch nicht viele Italiener Shakespeare im Original zitieren, aber wer Fresu ist, wissen inzwischen selbst die, für die vorher das San Remo Festival das intellektuelle Highlight ihres Musikjahres war. 1984 wurde Fresu als bestes italienisches Jazz-Talent ausgezeichnet, 1990 als bester Einzelmusiker. Es folgten weitere Preise als bester Musiker, beste Gruppe und bestes Album ('Live In Montpellier'), dann der Preis der Pariser Academie du Jazz für das Album 'Night On The City' (1995) und schließlich der Django d'Or. Fresu konzertiert weltweit, bis nach Australien, wo im 'Stanley Hotel' in New Caledonia auch der Titel für dieses Album entstand.

                  Dass er bei Hinz und Kunz so beliebt ist, kostet Fresu natürlich ein Stück künstlerische Freiheit. Er wirkt vorsichtig, hangelt sich gerne am Miles Davis'schen Grundwissen entlang, streift Chet Baker und kann froh sein, dass sein Gitarrist Bebo Ferra immer mal wieder frech versucht, Fresu aus dem Miles-Mausoleum zu zerren. Fresu will nach eigenem Bekunden Rock, Pop, Tango und Ethno in seine Kompositionen mit einbeziehen.

                  Oft merkt man hingegen, dass Fresu auch anders als brav könnte. Es juckt ihn, und er bricht immer wieder aus. 'Devil's Game / Labbra Bianche' stellt das Schlagzeug von Stefano Bagnoli ins Rampenlicht, nur unterbrochen von einem herrlich poppigen Zweiersatz von Gitarre und Trompete, die hier unisono durch den wilden Track hetzen. Aber schon gleich wird's wieder schmusig und getragen, regelrecht weihnachtlich, wenn 'L'Afflato Prodromo Del Misantropo' oder 'Dou Dou' erklingen. Fresu bleibt die meiste Zeit trotz der Modern-Jazz-Attitüde vorsichtig und konventionell, sonst würde man ihm im Land des Fußballs und der Oper auch nicht so huldigen. Ein Lob gilt trotzdem dem sensiblen Kontrabass von Paolino Dalla Porta. Es lohnt sich schon deshalb, dabei zu bleiben, um in den Genuss des witzigen hidden Tracks zu kommen - zweifelsfrei eines der originellsten Stücke auf der CD.

                  quelle http://www.monstersandcritics.de/artikel/2...u-Devil-Quartet

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                    #10
                    AW: Jazz CD's (neue)

                    MPS Piano Power

                    Unter dem Motto "MPS Piano Power!" gibt es nun drei Wiederveröffentlichungen von dem Jazzlabel, das nicht nur mit seinen Oscar-Peterson-Produktionen Klaviergeschichte schrieb, sondern auch mit denen des Jamaikaners Monty Alexander und des Briten George Shearing. 30 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung erscheint jetzt mit Monty Alexanders "Montreux Alexander" ein echter Jazzklassiker erstmals mit bislang unveröffentlichten Bonustracks und einem neuen Remastering wieder auf CD. Die "30th Anniversary Edition" läßt das mitreißende Konzert in generalüberholter akustischer Brillanz wiederauferstehen.
                    Viele Jazzstars haben in den letzten Jahrzehnten beim renommierten Festival im mondänen Montreux umjubelte Konzerte gegeben, und viele Aufzeichnungen davon haben sich auf dem Schallplattenmarkt erfolgreich behauptet. "Montreux Alexander", aufgenommen im Juni 1976, hat es allerdings zum Klassiker gebracht. Das Album, auf dem der Pianist und seine prominenten Trio-Partner John Clayton (Bass) und Jeff Hamilton (Drums) vor Spielfreude und technischer Brillanz geradezu sprühen, entwickelte sich über die Jahre hinweg zu einem Dauerbrenner des MPS-Labels.

                    An jenem denkwürdigen Festivalabend war das Monty Alexander Trio eigentlich nur als "Füller" zwischen Stan Getz und der Thad Jones Big Band engagiert worden, eroberte das Publikum aber im Handumdrehen mit atemberaubend groovenden Stücken wie "Work Song" und "Montevideo" (einer der drei zuvor unveröffentlichten Bonus-Tracks dieser CD-Ausgabe) und wurde so zum eigentlichen Star des Abends. Jetzt kann man dem legendären Event in bislang einmaliger Tonqualität zumindest in Gedanken wieder beiwohnen!

                    Zwei prall gefüllte 4-CD-Boxen der MPS-Pianisten Monty Alexander und George Shearing machen das "MPS Piano Power!"-Paket dann voll. Ausführlich vorgestellt werden dabei zwei stilistisch sehr unterschiedliche Pianisten. Viele der swingenden Aufnahmen, die diese beiden Künstler für das Schwarzwaldlabel MPS machten, sind damit erstmals auf CD erhältlich.

                    "Mein Ziel ist es, den Leuten mit meiner Msuik Freude zu bereiten", sagt Monty Alexander. "Für mich ist das Klavier ein Vehikel, um eine Verbindung zu anderen Menschen herzustellen." Musikalische Verbindungen stellte Alexander, 1944 in Kingston auf Jamaika geboren, seit seinem Umzug in die USA im Jahre 1961 nicht nur mit Frank Sinatra, Quincy Jones oder Dizzy Gillespie her, sondern vor allem - als Leader seines eigenen Trios - mit seinen zahlreichen Fans.

                    Auch sein 25 Jahre älterer Kollege George Shearing hat sich einen Namen als kongenialer Begleiter - etwa von Nat "King" Cole, Nancy Wilson, Dakota Staton oder Mel Tormé - sowie als überragender Bandleader gemacht. "Ich bin tatsächlich in die USA ausgewandert", erzählt Shearing, "weil ich mir einen eigenen Namen machen wollte. Eines Tages im Jahre 1947 kam ich in London aus einer U-Bahn-Station, als mich eine Dame anhielt und meinte: 'Ich kenne Sie! Sie sind doch der Pianist von Stéphane Grappelli!' Und so gerne ich begleite, ich wollte als Leader meiner eigenen Band bekannt werden." Das tat er dann auch. Der von Geburt an blinde Sohn eines Kohlenträgers aus Battersea in London war das jüngste von neun Kindern. Als Teenager verdiente er sich sein erstes schmales Taschengeld als Pub-Pianist, von seiner ersten Platte, die er 1949 mit amerikanischen Quintett machte, verkaufte unglaubliche 750.000 Exemplare. In diesem Sommer schlug ihn Königin Elisabeth zum Ritter!

                    Die pianistischen Ansätze von George Shearing und Monty Alexander könnten unterschiedlicher nicht sein. Der legendäre Shearing-Touch ist leicht und elegant, dabei trotzdem enorm virtuos und keinesfalls seicht. Seine bekanntesten Aufnahmen mögen die seines Quintetts mit Vibraphon oder auch mal mit Cannonball Adderley am Saxophon sein. Doch besonders in seinem schlagzeuglosen Trio der späten Siebziger, mit Niels-Henning Ørsted Pedersen am Bass und Louis Stewart an der Gitarre, konnte Shearing seine besonderen, kammermusikalischen Qualitäten entfalten. Ein Meister der swingenden Zwischentöne, überzeugt Shearing auf dem 4-CD-Set "The MPS Trio Sessions" mit jeder Klaviernote - sowohl bei flotten Bebop-Standards wie etwa Oscar Pettifords "Tricotism" als auch bis bei Balladeskem wie "A Nightingale Sang In Berkeley Square", wo er von den satten Streichern des hinzukommenden Robert-Farnon-Orchestra Unterstützung hatte.

                    Deutlich energischer geht es bei Monty Alexander zur Sache. Die swingende Seite Alexanders zeigen die 42 sehr unterschiedlichen Tracks des 4 CD-Sets "Alexander The Great - Monty Swings On MPS", natürlich mit Hits wie "Here Comes The Sun" und "The Way It Is", aber auch mit einer beswingten Version von Isaac Hayes' "Theme From Shaft". Atemberaubend melodisch und rasant ist dies Jazz auf der Überholspur.

                    Mit den beiden Box-Sets inklusive ihrer ausführlichen Booklets sowie der Jubiläumsausgabe von "Montreux Alexander" können Klavierfreunde dieses Jahr schon im Spätherbst Weihnachten und Geburtstag zugleich feiern.

                    The Monty Alexander Trio - Montreux Alexander - 30th Anniversary Edition (CD)




                    Monty Alexander - Alexander The Great! - Monty Swings On MPS (CD)

                    artist: Monty Alexander, The Monty Alexander Trio

                    2007 MPS-Records | CD 060251745062




                    George Shearing, Niels-Henning Ørsted Pedersen, Louis Stewart - The MPS Trio Sessions (CD)

                    artist: George Shearing

                    2007 MPS-Records | CD 060251745068

                    Kommentar


                      #11
                      AW: Jazz CD's (neue)

                      Hallo Herbert,

                      eeendlich mal etwas, was ich kenne - Monty Alexander in Montreux... Danke!

                      Die werde ich gerade mal auflegen und reinlauschen! Habe ich ganz lang nicht mehr gehört.
                      Grüßle von der Audiohexe

                      sigpic


                      Und nun verstand ich es, das Geheimnis der Musik, ich verstand, warum sie allen anderen Künsten so turmhoch überlegen ist: Es ist ihre Körperlosigkeit.
                      Wenn sie sich einmal von ihrem Instrument gelöst hat, dann gehört sie wieder ganz sich selbst, ist ein eigenständiges freies Geschöpf aus Schall, schwerelos, körperlos, vollkommen rein und in völligem Einklang mit dem Universum.
                      (von Walter Moers)

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                        #12
                        AW: Jazz CD's (neue)

                        Cedar Walton Trio & Dale Barlow
                        Manhattan After Hours





                        Cedar Walton - Klavier
                        Dale Barlow - Tenorsaxophon
                        Dave Williams - Kontrabaß
                        Billy Higgins - Schlagzeug

                        Produziert von Dale Barlow Manfred Knoop

                        (P) + © 2007 Challenge Records Int.

                        Titel:
                        1. My Heart Stood Still 8:45
                        2. Don´t Blame Me 6:56
                        3. Relaxin´ At Camarillo 5:52
                        4. Con Alma 6:45
                        5. Darn That Dream 9:03
                        6. Euphoria 7:52
                        7. I Want To Be Happy 6:38
                        8. Harpy 8:28
                        9. Like Someone In Love 7:44

                        Gesamtzeit: 1:08:08

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                          #13
                          AW: Jazz CD's (neue)

                          Nils Wogram Nostalgia Trio - Affinity



                          Der Ausschnitt eines Caspar David Friedrich Gemäldes
                          ziert das neue - zweite - Werk des Nostalgia Trios.

                          Posaunist Nils Wogram, der Hammondorganist
                          Florian Ross und Schlagzeuger Dejan Terzic haben beim
                          Label Intuition ihre musikalischen Ideen in die
                          elektronischen Rillen pressen lassen - das Werk
                          heißt "Affinity".

                          In einem angenehm in der Hand liegenden Digipak findet
                          sich der Silberling, der mit einem feinen Bild des
                          Trios bedruckt wurde. Bekleidet sind die Herren im
                          Stile englischer Gentlemen, speziell Florian Ross wäre
                          die Idealbesetzung für eine Sherlock Holmes Verfilmung.

                          "Geistesverwandschaft" also. Eigentlich hätte dieses
                          schöne deutsche Wort ganz exzellent diese CD geziert,
                          passend zum Bild und zur Musik. Aber wahrscheinlich
                          verhindern das die übereifrigen Marketingexperten
                          - schließlich will ja auch der englischsprachige
                          CD-Handel mit dieser CD überschwemmt werden.

                          Dabei steckt im Wort "Geistesverwandschaft" durchaus
                          das Zeug, wie "Kindergarten" oder "Fahrenheit",
                          als "teutsches Wort" für sich in fernen Landen
                          zu bestehen.

                          Jetzt aber zur Musik. Das Titelstück "Affinity" gibt
                          die Grundrichtung der CD vor.

                          Wograms Trio spielt eine Musik, die aus Samtpfoten
                          daher kommt. Da schwingt europäische Musiktradition
                          ebenso und gleichberechtigt mit, wie klassischer, im
                          Hardbop wurzelnder Jazz.

                          Wograms Posaunen-Linien fließen gewohnt elegant-lässig
                          dahin. Ohne pathetisches Vibrato und vor allem eminent
                          swingend über den langgezogenen Akkorden von Florian Ross’
                          Hammondorgel - mal sacht, mal energisch umspielt
                          von Terzics Schlagwerk.
                          Ross’ umhüllende Hammondorgel-Akkorde haben etwas
                          einlullendes - die geeignete Untermalung für einen
                          Spaziergang im dämmrigen Wald des Titelbilds.

                          Rückgriffe auf Bekanntes, Altes ziehen sich durch
                          die gesamte CD, allerdings immer wieder gebrochen
                          und neu zusammengesetzt. An jeder Ecker lauert eine
                          Wendung und ein neuer Dreh.

                          So entsteht eine einzigartige Mischung, die
                          aus bewußt Sakralem - "Hope" kommt daher wie eine
                          Choralpartita von Bach - brodelnd Swingendem wie
                          "Rocky Beach" und ins Freie Ausuferndem
                          besteht, wie es sich in "Clash" hören lässt, wenn
                          Florian Ross wie von der Leine genommen auf der
                          Hammond-Orgel seine Akkorde durch die Gegend wirft.

                          "Nostalgisch" mag der Blick auf die Wurzeln der
                          Musik des Trios sein - dem Zuhörer wird rasch
                          klar, daß dieser Ansatz nichts rückwärtsgewandtes
                          an sich hat. Hören und genießen.

                          quelle http://jazzblogger.de/index.php/nils-wogra...-trio-affinity/

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                            #14
                            AW: Jazz CD's (neue)

                            An der Wegscheide

                            «The Complete On The Corner Sessions» von Miles Davis

                            Die Veröffentlichung der «Complete On The Corner Sessions» zeigt, wie weit Miles Davis sich im Sommer 1972 von der Welt des konventionellen Jazz entfernt hatte. Auf der Suche nach der zerfallenen schwarzen Community bereitete er den Boden für Hip-Hop und Techno.

                            Es gab eine Zeit, so berichtet der Saxofonist David Liebman, da hörte Miles Davis immer nur ganz neue Musik. Nur das Aktuellste, nichts, was älter war als vielleicht vierzehn Tage: Popmusik, R'n'B, neue klassische Musik. Jimi Hendrix war schon tot, es blieben Sly Stone und Karlheinz Stockhausen. Und unendlich viele fremdartige Musiken aus Regionen auf der Weltkarte, aus denen bis kurz zuvor kaum ein Ton bis in den Westen gedrungen war. Jazz dagegen gehörte in jener Zeit eher nicht zu Davis' Interessensgebieten. Er langweilte ihn, wie alles Vergangene.

                            Jahre hatte Miles Davis gebraucht, um sich vom Jazz zu emanzipieren und es auch noch mit dem letzten unter den Jazzkritikern zu verderben, denen er zuvor Schutz vor den Stürmen des Free Jazz und der Rohheit des Rock geboten hatte. Erst liess er seine Pianisten plötzlich E-Piano spielen, drückte dem Bassisten einen E-Bass in die Hand und hiess ihn, nur ein kurzes ostinates Motiv zu spielen. Dann strich er die ganzen Harmoniewechsel aus den Kompositionen heraus, vergrösserte die Rhythmusgruppen und dampfte die melodischen Bögen in seiner Musik zu kurzen und noch kürzeren Floskeln ein, bis von der Musik nur noch ein rhythmisches Brodeln geblieben war, aus dem hin und wieder ein störrischer dissonant-melodischer Rest hervorragte: «Bitches Brew» – mit dem Jazz, wie man ihn kannte, hatte das nicht mehr viel zu tun. Kommerz, riefen dessen verschmähte Verteidiger. Selten wurde eine seltsamere Musik als kommerziell apostrophiert. Doch erfolgreich war sie – und Miles Davis nicht lange zufrieden: Ihm war diese Musik zu rockig, zu weiss. Er träumte von einer Musik, die sich moderner Soundtechnik und abstrakter Kompositionsverfahren bediente, dazu einer breiten Palette von Rhythmen, die so mitreissend wie der heisseste Funk und so entgrenzend wie archaische Ritualmusik sein sollte. Eine Musik, die an einen verlassenen Ort zurückkehrt: «on the corner», mitten in die schwarze Community.

                            Im Juni und Juli 1972 versammelte Davis eine grössere Gruppe von Musikern im Studio in New York und liess sie spielen. Die Vorgaben? Minimal. Eine Harmonie, eine Bassfigur, viel Zeit – mehr nicht. Vielleicht ein Groove, den er mit dem britischen Avantgarde-Komponisten Paul Buckmaster, der in jenen Wochen bei ihm zu Gast war, entwickelt hatte. Die Band bespielte etliche Stunden Bandmaterial. Aus diesen Bändern bastelte Davis mit seinem Produzenten Teo Macero anschliessend im bewährten Cut-and-Paste-Verfahren das Material für die LP «On the Corner», die beim Jazzpublikum auf heftigste Widerstände stiess.

                            Keine Form, kein Inhalt, kein Swing, so fasste Stan Getz die Einwände zusammen. Die Veröffentlichung von «The Complete On The Corner Sessions», der jüngsten der historisch-kritischen Prachtkassetten mit 407 Minuten zum Teil bisher unveröffentlichter Musik auf 6 CD und einem ausführlichen Booklet, mit denen Sony ihren Bestand an Davis-Aufnahmen aufbereitet, zeigt, dass Getz recht hatte. Alles, was er bemängelte, war ganz offenbar nicht vorgesehen: Form und Inhalt im konventionellen Sinn sind aufgegeben, Melodien bis aufs Skelett abgemagert, harmonische Fortschreitung nicht vorgesehen, solistische Improvisation in den Hintergrund verlegt. Stattdessen regiert über lange Strecken der Groove, durchaus raffinierte, polyrhythmische Überlagerungen und Verzahnungen von Akzenten auf vielfältigen Perkussionsinstrumenten.

                            Offenbar hat Davis mit dieser Musik – mit der Musik in der «extended version» der neuen Ausgabe – Entwicklungen vorweggenommen, die erst viel später im Umfeld von Hip-Hop und Techno zu ihrem Recht kamen: den Übergang vom Song zum Track, die Rehabilitierung von Tanz und Trance, der Umzug vom Konzertsaal in die Community. Die Suspendierung des Fortschritts und der Vergangenheit zugunsten einer musikalisch transzendenten Gegenwart. Was seinerzeit in der Collagen-Variante einer einzigen LP zwangsläufig floppte, wird mit «The Complete On The Corner Sessions» als der utopische Entwurf einer ganz anderen Musik hörbar, von dem Davis in jenem Sommer 1972 träumte.

                            Miles Davis: The Complete On The Corner Sessions. In Prägedruck gestaltete Hardcover-Box mit 6 CD und 120-seitigem Booklet mit zahlreichen Fotografien (Sony).

                            quelle http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktue...e_1.653271.html

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                              Saints
                              von Marc Ribot



                              Marc Ribot prägte den Sound von Tom Waits und Elvis Costello und er zählte zum engeren Kreis der Radical New Jewish Music. Der New Yorker Gitarrist, Jahrgang 1954, begann in schwarzen Soulbands und war soundgebendes Mitglied der Lounge Lizards. 1997 führte er einige Kompositionen des kubanischen Bandleaders Arsenio Rodriguez (1911-1972) auf, daraus folgte ein Plattenvertrag und eine Band, nämlich Los Cubanos Postizos. Nach der zweiten CD der kubanischen Prothesen, Muy Divertido (Very Entertaining) -- gerade hatten sie sich mit New Yorker Gitarrensoul und afrokubanischen Rhythmen zum Exportschlager der zeitgenössischen Downtown-Szene entwickelt -- dann das! Das Soloalbum eines Musikers, der an kreativer Inspiration keine Grenzen zu kennen scheint.
                              Wie Ribot hier mit den Klassikern aus dem Great American Songbook, der Schatztruhe des amerikanischen Schlagers, umgeht, klingt wie der Schlussstrich unter ein leidiges Kapitel der jüngeren Jazzgeschichte. Nachdem Scharen junger Neotraditionalisten sich mit den Standards abgemüht haben, spielt Ribot "I'm Getting Sentimental Over You" und "I'm Confessin'", als hätte er die Schnulzen gerade erst komponiert. Zusammen mit John Medeski und David Byrne Medeski war Ribot ja auch beim Album Eco De Sombras der afroperuanischen Sängerin Susana Baca dabei. Die Baca-Erfahrung bezeichnete Ribot, musikalisch und rhythmisch gesehen, als eine der größten Herausforderungen seiner Karriere, so verdammt gut sei Baca und ihre Band. Medeski erzählt, dass Ribot sogar seinen Scheck zurückgeschickt haben soll. Diese Solo-CD von Ribot ist jetzt der radikal gelungene Versuch, die Melodie aus jeglichem Kitschkontext zu befreien. --Christian Broecking

                              Jazz thing (11/01)
                              Der wilde, wilde Westen. Gitarrist Marc Ribot, der seine Band scherzhaft The Rootless Cosmopolitans genannt hat, spürt solo nun doch seinen Wurzeln nach. Das klingt mal nach den staubigen Weiten der Prärie ("Empty"), mal hemmungslos sentimental ("I'm Confessin' That I Love You") und mal verträumt gospelig ("Go Down Moses"), immer jedoch spröde und eigensinnig. Stur lauscht Ribot dem schnarrenden Verklingen der Töne auf seiner Akustischen nach, ab und an summt er auch äußerst schräg mit, um schließlich auf verquere Weise doch wieder beim Thema anzukommen. Aber auch ein archaischer Blues wie "St. James Infirmary" auf der E-Gitarre ist mit arabischen Einsprengseln und Sound-Bruchstücken, die aus einem Spagetti-Western zu stammen scheinen, ganz im Heute angesiedelt. Dem Saitenderwisch, der in allen möglichen und unmöglichen Stilen zu Hause ist, ist hier eine Lehrstunde in Sachen Beschränkung gelungen.

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