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    Jazz Biographien

    Monty Alexander


    Monty Alexander im August 2006


    Monty Alexander - eigentlich Montgomery Bernard Alexander - (* 1944 in Kingston, Jamaika) ist ein bekannter US-amerikanischer Jazz-Pianist und Melodica-Spieler.
    Als Teenager arbeitete er bereits als Studiopianist im legendären Studio One. einer Nach Klassikausbildung wandte er sich bald dem Jazz zu. 1962 kehrte er Jamaica den Rücken und flog nach New York. Hier spielte er für den Clubbesitzer Jilly Rizzo in dessen Jazzhaus "Jilly's".
    Bei Rizzo lernte er eines Abends den Bassisten Ray Brown kennen, der mit Oscar Peterson spielte. Alexander und Brown wurden Freunde. Ab den 70ern spielte Alexander in der Ray Brown / Milt Jackson Band mit.
    In den frühen 1970er-Jahren zahlreiche Plattenproduktionen beim deutschen Label MPS.
    Später kehrte er gelegentlich zu seinen jamaikanischen Anfängen zurück (Plattenproduktion mit Bob-Marley-Titeln sowie mit Sly & Robbie)
    Oscar Peterson hat Alexander als seinen Nachfolger bezeichnet, was dieser aber nicht gerne hört.

    quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Monty_Alexander

    #2
    AW: Jazz Biographien

    Django Reinhardt (Jean-Baptiste Reinhart) geboren: 23. Januar 1910, Liverchies/Belgien
    gestorben: 16. Mai 1953, Fontainebleau/Frankreich

    Django Reinhardt wurde in eine Manouche-Familie geboren, einen im Französischen ansässigen Stamm der Tsiganes ("Zigeuner"). Seine Mutter war Mitglied einer umherziehenden Komödiantentruppe, der Vater Musikant und Komödiant. Beide bereisten Belgien, Frankreich und Algerien. Um 1916 ließ sich die Familie für 15 Jahre in Paris nieder, ihr Wohnwagen stand an der Porte de Choisy. Django begann auf der Geige, wechselte um 1920 zur Gitarre. Zuerst spielte er eine sechsseitige Banjo-Gitarre, tat sich durch sein ungewöhnlich gutes Gehör hervor und war bald unter Roma-Musikern recht bekannt. In Paris hörte Django zum ersten Mal Jazz. Er trat als "Jiango Reinhardt" in einem Lokal in der Rue de la Huchette auf und machte im Oktober 1928 seine ersten Plattenaufnahmen als Banjospieler zusammen mit einem Akkordeonisten.
    Im November 1928 brannte der Wohnwagen Reinhardts ab; bei dem Brand erlitt Django so schwere Verbrennungen, dass seine linke Hand verkrüppelt blieb, er den Ringfinger und kleinen Finger nur noch in geringem Umfang bewegen konnte. Infolge dieses Unfalls entwickelte er eine erstaunliche Gitarrentechnik. Schwerpunkt dieser Technik war das Single-Note-Spiel – Akkorde konnte man mit drei Fingern nur schwer greifen. Anfang der 1930er Jahre trat Django Reinhardt als Straßenmusiker vor den Cafés von Montmartre auf. Die bals musette, auf denen er zuvor Arbeit gefunden hatte, wichen mehr und mehr Jazzengagements. Er spielte in Paris, an der Côte d'Azur, tingelte zusammen mit seiner Cousine Sophie Ziegler (die er später heiratete und die erst Anfang 1996 starb) durch ganz Frankreich.
    1931 hörte Django erstmals Platten von Duke Ellington, Louis Armstrong und Joe Venuti. Bei einem Engagement in Cannes kam er mit einigen der wichtigsten Swingmusiker Frankreichs zusammen, mit den Saxophonisten Alix Combelle und André Ekyan sowie mit dem Geiger Stéphane Grappelli. 1933 hörte ihn der populäre Sänger und Varietéstar Jean Sablon und ließ sich auf Schlagerproduktionen von ihm begleiten.
    1934 gründete Django Reinhardt zusammen mit dem Geiger Stéphane Grappelli ein Quintett in der Besetzung Geige, Sologitarre, zwei Rhythmusgitarren und Kontrabass. Die Band trat bei Konzerten auf, die der junge Hot Club de France organisierte und wurde bald zu dessen Hausband, übernahm auch den Namen "Quintette du Hot Club de France". Innerhalb eines Jahres machte das Quintette internationale Karriere – seine Platten waren selbst in Amerika bekannt. Django Reinhardt war keine leichte Persönlichkeit, entwickelte Starallüren, die sich schwer mit seiner professionellen Zuverlässigkeit vereinen ließen: Oft tauchte er zu spät oder gar nicht bei Konzerten auf, oder er verlangte kurzfristig mehr Geld als ursprünglich abgesprochen. In den fünf Jahren bis zum Krieg nahm das Quintette immerhin 200 Schallplatten auf, spielte nicht nur in Frankreich, sondern auch im europäischen Ausland.
    Reinhardt und das Quintette nahmen nicht nur eigene Titel auf, sondern spielten in den 1930er Jahren mit fast allen durchreisenden amerikanischen Musikern, die Django als einen der ihren betrachteten – er war der wohl einzige europäische Musiker der Zeit, dem dieser Respekt entgegengebracht wurde. Django machte Aufnahmen mit Coleman Hawkins und Benny Carter, mit etlichen der 1939 in Paris gastierenden Musiker des Duke Ellington Orchestra und vielen anderen. 1939 nahm Django Reinhardt einige Solo- bzw. Trioplatten auf. Sein Spiel wirkte darauf nicht mehr ganz so geschäftig wie in früheren Jahren, er ging sparsamer mit virtuosen Effekten um. Rhythmische Abwechslung spielte eine wichtigere Rolle, melodische Sequenzierungen und motivische Bindungen einzelner Phrasen lassen die Soli stellenweise wie geplant erscheinen. Vor allem hatte er spätestens jetzt einen sehr individuellen Personalstil entwickelt, der sich auch im Sound seines Instruments andeutete.
    Das Quintette du Hot Club de France bestand bis 1939, dann ging Grappelli für die Zeit des Kriegs nach London. Sein Ersatz war der Klarinettist und Tenorsaxophonist Hubert Rostaing, außerdem begnügte sich Reinhardt fortan mit einer einzelnen Rhythmusgitarre. Zu Beginn der deutschen Besetzung steigerte sich Djangos Beliebtheit noch – sicher auch, weil anders als in den 1930er Jahren kaum noch amerikanische Jazzmusiker in Paris präsent waren. Der Gitarrist zog mit seinem Wohnwagen zwischen der Schweiz und Nordafrika umher, experimenterte kurzzeitig sogar mit einer Bigband. All solche Experimente aber scheiterten immer wieder an seiner Unzuverlässigkeit und Sorglosigkeit. Im Spielkasino von Nizza gewann Django eines Tages 345.000 Francs und verspielte am nächsten Tag 265.000 Francs. Er gestand seinen Musikern keinerlei Gagenerhöhungen zu, verlangte für sich selbst aber immer mehr Geld.
    In diesen Jahren wollte Django Reinhardt auch "ernste Musik" schreiben: Er verfasste eine Orgelmesse, einen Bolero und eine Sinfonie – das Niederschreiben dieser Kompositionen übernahm der Klarinettist Gérard Léveque. In seiner Sinfonie plante Django einen Chorteil, für den Jean Cocteau den Text schreiben sollte. Leider schickte Reinhardt Cocteau nie die Synopse der Komposition, und wenig später ging auch noch die Restpartitur verloren. Dennoch entstanden aus dieser Haltung heraus einige seiner besten lyrischen Stücke, die harmonische Einflüsse durch Debussy, Ravel und andere französische Impressionisten erahnen lassen.
    1946 lud Duke Ellington Reinhardt zu einer kurzen USA-Tournee ein. Die Tournee wurde ein Fiasko: Reinhardt kam in den USA ohne ein Stück Gepäck an und war entrüstet, daß ihn niemand empfing, um ihm Geschenke in Form schöner, teurer Gitarren zu bringen. Der Vertrag mit Ellington war erst kurz vor der Tournee geschlossen worden, und so war eine konkrete Werbung für Reinhardt nicht mehr möglich, was der Eitelkeit Djangos nicht gerade zupasskam. Sechs Tage macht er problemlos mit, aber am siebten Tag tauchte er erst drei Stunden nach Konzertbeginn auf. Die Kritiken waren entsprechend harsch. Duke Ellington selbst schrieb ironisch: "Ich habe immer gesagt, daß Django ein Mann von großem Glauben war, weil ein gläubiger Mensch ein Optimist ist, der an morgen denkt. Und eine der Lieblingsaussprüche Djangos war: 'Vielleicht morgen.'"
    In New York immerhin entdeckte Reinhardt zwei Neuigkeiten: die elektische Gitarre und den Bebop. Zurück in Paris versuchte er beide Entdeckungen für sich umzusetzen. Seine frühe Auffassung des Bebop allerdings zeigte eher wenig Verständnis der neuen Stilistik: Er ahmte einige der melodischen-intervallischen Klischees des Bebop nach, ohne dessen rhythmische und harmonische Besonderheiten wirklich zu begreifen. Den Kenner erinnern solche Aufnahmen an die ungelenk wirkenden Platten, die der Swingklarinettist Benny Goodman Ende der 1940er Jahre von Bebop-Titeln machte. Einen Monat vor seinem Tod allerdings ging Django Reinhardt mit einigen modernen Musikern ins Studio und spielte Aufnahmen ein, die weit mehr als die "Bebop"-Stücke der 1940er zeigten, dass er das moderne Idiom durchaus beherrschte.

    Zusammenfassend und etwas technischer lässt sich Django Reinhardts Individualstil folgendermaßen beschreiben: Er benutzte gern übermäßige und verminderte Akkordsequenzen, liebte abrupte Tonartwechsel, spielte viel in Molltonarten ("Zigeunermoll"), spielte Zwei-, Drei- und Vierton-Akkorde auf den hohen Saiten, schnelle "Downstrokes", rhythmisch intensivierende "upstroke"-Einwürfe,. Man findet in seinem Spiel chromatische single-note-Läufe, Synkopierungen durch gewagte Taktverkürzungen; mehrtaktiges Single-note-Spiel bis zu halben Takten vor dem Kontrabass; Oktavgänge; schnelle auf- oder absteigende Arpeggien; Ganztonmelodien und Halbtonverschiebungen sowie einen intensiven Einsatz von Tremolo und Vibrato.
    Django Reinhardts Position in der Jazzgeschichte ist legendär: Er war der erste europäische Musiker, der ganz im Sinne des Jazz einen eigenständigen Personalstil entwickelte, in dem er seine musikalische Herkunft aus der Manouche-Kultur mit leichtfüßig swingenden Jazzrhythmen verband, instrumentale Virtuosität mit einfallsreicher Spontaneität. [Wolfram Knauer]



    quelle http://www.jazzinstitut.de/Jazznews/newsindex-de.htm

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      #3
      AW: Jazz Biographien

      AMY WINEHOUSE

      Britische Soul- und Jazzsängerin





      Geburtstag: 14. September 1983 (Jungfrau)
      Partner: seit dem 23. April 2007 ist sie mit dem Sänger Blake Fielder-Civil verlobt
      Karriere: Amy Winehouse mischt stilistisch in ihren Liedern Elemente aus Jazz, Pop, Soul und Reggae.
      Singles

      * 2003 "Stronger Than Me"
      * 2004 "Take The Box"
      * 2004 "In My Bed/You Send Me Flying"
      * 2004 "Pumps/Help Yourself"
      * 2006 "Rehab"
      * 2007 "You Know I´m No Good"
      * 2007 "Back To Black"
      * 2007 "Tears Dry On Their Own"

      Auszeichnungen:

      * 2005 Ivor Novello Award / Best Contemporary Song ("Stronger Than Me")
      * 2007 Brit Award / Beste Künstlerin ("Back To Black")
      * 2007 Music-of-Black-Origin-Preis / Beste weibliche Künstlerin
      * 2007 Vodafone Award / Beste Live-Sängerin
      * 2007 Q Award / Bestes Album
      * 2007 MTV Europe Music Award (EMA) / Artist Choice

      Website: www.amywinehouse.uk
      Leben und Wirken
      Amy Winehouse wuchs als Tochter eines Taxifahrers und einer Apothekerin in Southgate, einem Stadtteil von London, in einer Englisch-Jüdischen Familie auf. Ihre Eltern trennten sich, als sie 9 Jahre alt war. Mit 12 Jahren besuchte sie die Sylvia Young's Stage School, einer Schule für britische Nachwuchskünstler, die sie allerdings schon ein Jahr später verließ, um im Alter von 16 Jahren Geschichte zu studieren. Später besuchte sie die BRIT School for the Performing Arts in Selhurst.
      Mit 18 unterschrieb Winehouse ihren ersten Vertrag bei Island Records. Für ihr 2003 erschienenes Debütalbum Frank erhielt sie jeweils eine Nominierung für die Brit Awards und den Mercury Music Prize. 2006 veröffentlichte sie ihr zweites Album, Back to Black.
      Seit dem 18. Mai 2007 ist Amy Winehouse mit Blake Fielder-Civil verheiratet.
      Winehouse geriet durch Drogen- und Alkoholkonsum wiederholt in die Schlagzeilen. So musste sie im Juli 2007 auf ärztlichen Rat wegen eines "völligen Erschöpfungszustandes" kurzfristig mehrere Festival-Termine absagen. Am 9. August erlitt Winehouse einen Zusammenbruch und musste ambulant behandelt werden. Das Management spricht erneut von "schwerer Erschöpfung" als Ursache. Die britische Boulevardzeitung The Sun hingegen nennt konkret eine Überdosis Drogen als Ursache für die erneute Auszeit. Bekannt sind auch wiederholt alkoholisierte Bühnenauftritte, die ihr von Boulevardblättern bereits den Ruf "weiblicher Pete Doherty" einbrachten. Darüber hinaus kämpfte sie mit Magersucht und Bulimie. Im Oktober 2007 wurde Amy Winehouse zusammen mit ihrem Ehemann in Bergen, Norwegen wegen Besitzes von 7 Gramm Marihuana verhaftet. Sie kam gegen eine Geldbuße von 500 Euro frei.
      Am 01. November 2007 gewann sie den Award in der Kategorie "Artist choice" bei den EMAs in München.
      Musikstil
      Winehouse selbst ordnet sich unter Berufung auf TLC und Salt'N'Pepa im Soul-Genre ein. Dagegen sehen die meisten ihrer Kritiker sie im Pop- und Contemporary Jazz. Auf ihrem zweiten Album Back to Black überwiegen Soul-Elemente mit deutlichen Anleihen an Motown und die amerikanische Musik der sechziger Jahre.

      quelle http://www.welt.de/vermischtes/article1324..._WINEHOUSE.html

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        #4
        AW: Jazz Biographien

        Oscar Peterson



        Der kanadische Pianist und Komponist Oscar Emmanuel Peterson zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten des modernen Jazz-Mainstreams. Am 15. August 1925 als viertes von fünf Kindern karibischer Einwanderer in Montreal geboren, machte er seine ersten musikalischen Erfahrungen am Klavier im Alter von fünf Jahren. Aufgrund einer Tuberkulose-Erkrankung musste er das ursprünglich favorisierte Kornett zur Seite legen und konzentrierte sich, vom ehrgeizigen Vater massiv unterstützt, auf das Piano. Peterson entwickelte schnell eine individuelle Spieltechnik, die das Rhythmusgefühl von Teddy Wilson mit der Geläufigkeit Art Tatums, den Harmonisierungen Erroll Garners und dem swingenden Feeling des frühen Bebops verband. Er ignorierte konsequent die üblichen Fingersätze und passte die Abläufe am Klavier systematisch an seine eigenen motorischen Fertigkeiten an, wobei ihm sein absolutes Gehör dabei half, einen individuellen Zugang zur improvisierenden Musik zu finden. Mit 14 Jahren gewann Peterson einen lokalen Wettbewerb, konnte daraufhin regelmäßig im Radio auftreten und wurde von verschiedenen lokalen Orchestern engagiert. Von 1947 an hatte er einen Job mit eigenem Trio in der "Alberta Lounge" von Montreal, was es ihm ermöglichte, kontinuierlich an seinem Stil zu feilen.
        Den internationalen Durchbruch schaffte Oscar Peterson im September 1949, als er im Rahmen der "Jazz At The Philharmonic"-Konzerte (JATP) des umtriebigen Impressarios Norman Granz in der New Yorker Carnegie Hall auftrat und nach diesem spektakulären Debüt Angebote von allen Seiten bekam. Er wurde zu einem der Stars der JATP-Reihe und reiste mit dem Musikertross von 1950 an regelmäßig durch die Welt. Peterson spielte in diesen Jahren unter anderem mit Billie Holiday, Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie, Roy Eldridge, Lester Young, Ben Webster, Lionel Hampton, und begann darüber hinaus eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Bassisten Ray Brown. Zu seinen eigenen Formationen gehörte zunächst ein Trio mit Brown und wechselnden Gitarristen wie Barney Kessel und Herb Ellis, später dann mit den Schlagzeugern Ed Thigpen, Louis Hayes und Bobby Durham. Zu den wichtigsten Alben dieser Jahre zählt die Blues-Sammlung "Night Train" vom Dezember 1962 mit Brown und Thigpen, die sich zu einer seiner erfolgreichsten Aufnahmen entwickelte.

        So brillant er als Live-Künstler war, so wenig Glück hatte Peterson zunächst mit seinen Plattenaufnahmen. Das von Granz gegründete Label "Verve" hatte aus Finanznöten an der Großkonzern MGM verkauft werden müsse, der sich jedoch wenig um die konsequente Vermarktung der Produkte kümmerte. Durch die deutsche Firma MPS entstanden Ende der Sechziger einige wegweisende Einspielungen wie die Zusammenstellung "Exclusively For My Friends" (1968), von 1973 an war Peterson wieder für Granz und dessen neues Label Pablo aktiv. Er traf auf Musiker wie den dänischen Bassisten Niels Henning Ørsted-Pedersen und den Gitarristen Joe Pass, die beide über Jahre hinweg zu seinen wichtigsten musikalischen Partnern in verschiedenen Konstellationen wurden. Es entstanden wichtige und ungewöhnliche Alben wie die Bearbeitung von Gershwins "Porgy & Bess" (1976) für Gitarre und Clavichord oder auch "Nigerian Marketplace" (1981), mit der Peterson seinen afrikanischen Wurzeln auf der Spur war.

        Die achtziger Jahre waren auf der einen Seite von zahlreichen Preisen und Ehrungen wie der Wahl in die Hall of Fame 1984 der Szenezeitschrift Down Beat geprägt, und brachten Peterson auf den anderen Seite mit All-Star-Tourneen weiterhin in die großen Konzertsäle der Hochkultur. Anfang der Neunziger zwang ihn ein Schlaganfall, seine Technik komplett zu überarbeiten und eines seiner Markenzeichen, die rasanten Unisono-Läufe beider Hände, aufzugeben. Dafür wurden seine Kompositionen lyrischer und die Rückkehr auf die Bühne mit dem eigenen Quartett 1993/4 wurde weltweit euphorisch gefeiert. Oscar Peterson bekam 1993 als erster Jazzmusiker den renommierten Glenn-Gould-Preis verleihen und konnte um die Jahrtausendwende 16 Ehrendoktor-Würden, acht "Hall of Fame"-Ernennungen, mindestens sieben Grammys und zahlreiche weitere Ehrungen vorweisen. Sein musikalischer Einfluss auf die Entwicklung des swingboppenden Mainstream-Pianos ist immens, so wie er neben Louis Armstrong und Ella Fitzgerald zu den bekanntesten Jazzmusikern überhaupt gehört.

        quelle http://www.jazzecho.de/artist_bio_os...rson_12899.jsp

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          #5
          AW: Jazz Biographien

          BIOGRAFIE

          Miles Davis


          Ich habe vier oder fünf mal die Musik revolutioniert. Und warum sind Sie hier?" So staucht er einmal eine weiße Bankiersfrau zusammen, die sich gewundert hatte, warum er beim Bankett des US-Präsidenten eingeladen sei.
          Tatsächlich prägt Miles Davis über 40 Jahre, von der Zeit des Bebops bis in die neunziger Jahre, verschiedene Stilepochen des Jazz maßgeblich durch musikalische Neuerungen. Seine sparsamen, introvertierten Improvisationen setzen jeden Ton überaus bewusst und beeinflussen, gepaart mit einem glasklaren Klang ohne Vibrato unter häufiger Verwendung eines Dämpfers, Generationen von Trompetern. Neben seinen eigenen musikalischen Fähigkeiten zeigt er immer ein feines Gespür für die Qualitäten seiner Nebenleute. Viele berühmte Jazzer wie John Coltrane, Cannonball Adderley, Tony Williams, Herbie Hancock, Joe Zawinul oder Chick Corea entwickeln ihre musikalische Persönlichkeit in einer von Davis Bands, bevor sie ihren eigenen Weg gehen.

          Miles Davis (Miles Dewey Davis III) wird am 25.Mai 1926 in Alton, Illinois, geboren. Ein Jahr später zieht seine Familie in den Süden nach East St. Louis, eine Kleinstadt am Ostufer des Mississippi. Die Familie Miles hat sich innerhalb von zwei Generationen nach Abschaffung der Sklaverei etabliert und ein Vermögen erarbeitet. Der Vater von Miles ist Zahnarzt und Großgrundbesitzer. Zu seinem dreizehnten Geburtstag bekommt Miles eine Trompete geschenkt. Er macht schnell Fortschritte und zwei Jahre später ist er schon in der lokalen Jazz-Szene aktiv, u.a. in der Band von Clark Terry. Durch einen Zufall lernt er die beiden Pioniere des Bebops, Charlie Parker und Dizzy Gillespie, kennen. Die beiden haben ein Engagement bei der Billy Eckstine Band. Während eines Gastspiels in St. Louis suchen sie überraschend noch einen Trompeter und Miles wird für zwei Wochen eingestellt.

          Um sich intensiver mit der Musik auseinandersetzen zu können, beschließt Davis nach New York zu gehen, da sich dort das Zentrum des Bebops befindet. Seine Eltern sind nicht sehr begeistert, dass sich ihr Sohn so sehr für die Musik der schwarzen Unterschicht interessiert. Daher handelt Miles einen Kompromiss aus. Er studiert an der Juilliard School Of Music in New York klassische Musik und hat so die Möglichkeit, abends in die Jazzclubs zu gehen. Die Folge ist ein Doppelleben, wobei die nächtlichen Jams dem jungen Trompeter viel wichtiger sind. Anfang 1945 macht er bei seiner ersten Schallplattenaufnahme in der Band von Herbie Fields mit. Gegen Ende des selben Jahres spielt er regelmäßig bei Auftritten in der Band von Charlie Parker, am 26. November 1945 folgt die erste Aufnahmesession mit Bird. Der unreife Davis fühlt sich noch sehr unsicher, ist oft überfordert von den höllischen Tempi und versucht nur einigermaßen mitzukommen. Zu Beginn lehnt sich sein Spiel den virtuosen Improvisationen von Parker und Gillespie an, doch sehr schnell fängt er an, seinen lyrischen Stil zu entwickeln, der einen Gegenpol zu dem von den beiden anderen abgelieferten Feuerwerk darstellt. Bereits 1948 ist Davis zu einer international bekannten Größe geworden und teilt sich mit Dizzy Gillespie die Auszeichnung von verschiedenen Musikmagazinen als bester Jazztrompeter.

          In dieser Zeit gerät der Bebop in eine Sackgasse. Die Virtuosität ist nicht weiter auf die Spitze zu treiben, daher orientiert sich Davis mit dem Komponisten und Arrangeur Gil Evans in eine andere musikalische Richtung. Sie gründen ein Nonett, das sich zwar finanziell nicht trägt, in den Jahren 1949 und 1950 aber drei Aufnahmesession abhält, deren Stücke als Singles erscheinen und erst im Jahr 1957 als LP mit dem Namen "Birth Of The Cool" veröffentlicht werden. Der Stil ist der Vorreiter der coolen West-Coast-Jazz-Schule. In dieser Band ist Davis Bandleader und emanzipiert sich dadurch von seinem Förderer Charlie Parker. Auch aus Parkers Band steigt Davis aus, da dieser aufgrund seiner psychischen Probleme und seiner Drogensucht unzuverlässig ist.

          In der Folgezeit findet Davis keine Arbeit, obwohl er ein international anerkannter Trompeter ist. Im eigenen Land zählt er noch nicht viel. Nach einiger Zeit beginnt auch er, Heroin zu nehmen. Anfang 1954 ist Miles Davis fast nicht in der Lage, Trompete zu spielen. Doch dann führt er einen kalten Entzug ohne weitere Hilfe durch. Nach dieser Krise hat er bis 1960 eine äußerst kreative Phase, in der er Jazzgeschichte schreibt. Zunächst führt er mit Percy Heath (bass), Horace Silver (p), Art Blakey (d) und Kenny Clark (d) drei von Bob Weinstock finanzierte Aufnahme-Sessions durch. Davis scheint seinen Stil des bewussten Setzens der Töne gefunden zu haben: eine Mischung aus lyrischem und swingendem Spiel. Dieser wird durch starken rhythmischen Drive der Band unterstützt. Es entstehen die Klassiker "Walkin'" und "Blue and Boogie". Im Laufe des Jahres entstehen noch weitere Aufnahmen, bei denen unter anderen Thelonious Monk und Sonny Rollins mitwirken.

          1955 gründete Davis sein erstes eigenes Quintett mit Philly Joe Jones (d), Paul Chambers (bass), Red Garland (p) und John Coltrane (sax). 1958 nimmt er noch den Saxophonisten Cannonball Adderley dazu. Es besteht somit ein Gegensatz in den Improvisationen der drei Solisten: Miles Davis ruhiger Stil, Coltranes überschäumende Solis, die sich weit von den jeweiligen Akkorden entfernen und Cannonballs bluesorientierte Spielweise. Auf der Suche nach mehr solistischer Freiheit, die einen nicht mehr so sehr in das Korsett der Akkordfolgen zwängt, entwickelt die Band, deren Besetzung im Laufe der Zeit immer wieder wechselt, den Modalen Jazz, dem als Grundlage ein oder zwei Tonleitern dienen ("So What"). Höhepunkt dieser stilistischen Phase ist mit "Kind Of Blue" Davis populärste Platte, die auch zu den wichtigsten Aufnahmen des Jazz überhaupt gehört.

          In dieser Zeit macht er auch zwei Platten mit Gil Evans und seinem Jazz-Kammerorchester: "Porgy and Bess" und "Sketches of Spain". Beide bestechen durch die hervorragende und intensive Spielweise von Davis, die Kommunikation mit einem gesamten Jazz-Orchester und die ungewöhnlichen Arrangements von Gil Evans. Beide Platten verkaufen sich sehr gut. Zu Beginn der Sechziger Jahre erreicht Davis den Gipfel des Erfolges. Die Aufnahmen der letzten Jahre gehören zu den wichtigsten des Jazz, bei den Leserpools der Musikmagazine übertrifft er Louis Armstrong und Dizzy Gillespie und mittlerweile verdient er sehr viel Geld. Doch die Aura, die ihn umgibt, speist sich nicht nur aus seinen musikalischen Leistungen, sondern auch aus seinem Verhalten. Bei Auftritten reagiert er nie auf das Publikum, Applaus ist ihm scheinbar egal, oft verlässt er mitten im Set die Bühne, ohne wiederzukehren, und er spricht selten mit seinen Musikern.

          In der ersten Hälfte der 60er Jahre befindet Davis sich wieder in einer kreativen Krise. Sein bisheriger Stil scheint ausgereizt. Mit der Entwicklung des Free Jazz kann er nichts anfangen und so macht er sich auf die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Die künstlerische Unsicherheit geht einher mit gesundheitlichen Problemen. In dieser Zeit entstehen einige schlechtere Alben, bei denen er nach neuen musikalischen Wegen sucht. 1963 gründet er wieder eine Band, mit der er in unerforschte musikalische Regionen vorstößt. Herbie Hancock (p), Ron Carter (bass) und Tony Williams (d) bilden die neue Rhythmusgruppe, die von vielen als die Beste des Jazz bezeichnet wird. Später stößt noch Wayne Shorter (sax) hinzu. Das neue an der Stilistik dieser Rhythmusgruppe ist deren Emanzipation. Sie beschränkt sich nicht mehr auf das Begleiten des Solisten, sondern sie improvisiert selber und kommuniziert so intensiv mit ihm. Dazu entwickelt Davis einen formalen Aufbau der Stücke, der als "Time - No Changes" bezeichnet wird. Hier ist nur der Rhythmus festgelegt, nicht aber die Akkordfolge. Wenn sich der Solist von der ursprünglichen harmonischen Grundlage wegbewegt, folgt ihm die Band. Dieser musikalische Abschnitt beginnt 1965 mit "ESP" und endet 1968 mit "Filles de Kilimanjaro".

          Wieder ist ein stilistischer Wechsel an der Zeit. Das abstrakte Spiel mit seinen komplizierten Strukturen stößt an seine Grenzen. Dazu kommt ein Abfall der Popularität von Davis, da die jüngere Generation sich mehr und mehr für Rockmusik und die Verwendung elektronischer Instrumente begeistert. Wieder nimmt Davis diese neuen Ausdrucksmöglichkeiten in seine Musik auf. Bei dem Album "In A Silent Way" setzt er Keyboards ein und Bassist und Schlagzeuger beschränken sich auf das Spielen von durchgehenden binären Rhythmen. Der Stilwandel hat auch einen Wechsel in der Besetzung zur Folge Chick Corea (key), Dave Holland (bass), Joe Zawinul (key) und John McLaughlin (git) steigen ein. Die nächsten Platte "Bitches Brew" vollendet die musikalische Metamorphose. Die Kombination von Rockrhythmen mit ausschweifenden Improvisationen, die in den Sessions stundenlang dauern und auf den Veröffentlichungen auf 20 Minuten zusammen geschnitten werden, bezeichnet man heute als Jazzrock oder Fusion. Davis packt zu Beginn der siebziger Jahre immer mehr Stilelemente in diese Improvisationen. Indische und afrikanische Musik mit ihren typischen Instrumenten bezieht er in seine Musik ein. Das Publikum und auch frühere Bandkollegen können ihm dabei immer weniger folgen und die Verkaufszahlen gehen zurück. Schließlich befindet er sich auch selber wieder in einer musikalischen Sackgasse. Diese Phase geht wieder mit physischen Leiden einher. 1975 erkrankt er so schwer, dass er zeitweise keine Musik mehr machen kann. Miles hat eine Lungenentzündung, zum wiederholten Male Knoten auf den Stimmbändern und muss sich ein künstliches Hüftgelenk einsetzen lassen.

          Erst 1980 nimmt er wieder eine Platte auf: "The Man With The Horn". In den 80er Jahren wird sein Stil immer eingängiger. Die Verbindung von Jazz und Rock bleibt bestehen, doch sind die harmonischen Strukturen jetzt konventionell. Ein Höhepunkt dieser Phase ist sicherlich "Tutu" (1986). Die CD produziert Miles Davis zusammen mit Marcus Miller unter großzügigem Einsatz des Sequenzers. 1991 überrascht er das Publikum in Montreux mit Stücken aus den 50er Jahren, begleitet von einer von Quincy Jones geleiteten Big Band. "Doo-Bop" (VÖ: 1992) ist sein letztes Studioalbum, welches wie "Amandla" (1989) stilistisch "Tutu" ähnelt. Am 28. September 1991 stirbt Miles in Santa Monica, Kalifornien an einer Lungenentzündung. Er hinterlässt über 100 Stunden Musikaufnahmen, die eine einzigartige musikalische Entwicklung und Miles Davis' gewaltigen Einfluss auf die heutige populäre Musik dokumentieren.

          quelle http://www.laut.de/wortlaut/artists/d/davi...aphie/index.htm

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            #6
            AW: Jazz Biographien

            Hallo Herspi,

            bitte mach doch für jede Biographie ein neues Thema auf!

            Beispiel: Biographie "Miles Davis",dann kann man leichter zum Thema Davis antworten.Ich denke sonst wird es sehr unübersichtlich!

            Lieben Gruß

            Claus

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              #7
              AW: Jazz Biographien

              Hallo Klaus
              ich hatte nur gedacht das man so die Biographien besser findet als wenn man
              jedesmal ein neues Thema beginnt weil irgendwann die seite voll ist und du dieses Thema dann nicht mehr findest

              Zitat von claus B. Beitrag anzeigen
              Hallo Herspi,

              bitte mach doch für jede Biographie ein neues Thema auf!

              Beispiel: Biographie "Miles Davis",dann kann man leichter zum Thema Davis antworten.Ich denke sonst wird es sehr unübersichtlich!

              Lieben Gruß

              Claus

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                #8
                AW: Jazz Biographien

                Kristin Asbjørnsen

                Kristin Asbjørnsen (* 12. Mai 1971) ist eine norwegische Sängerin und Komponistin.

                Kristin Asbjørnsen wurde am Trondheimer Konservatorium zur Jazz-Sängerin ausgebildet. Sie wurde bekannt als Sängerin der Jazz-Rock-Band Dadafon, für die sie auch als Komponistin tätig ist. Zunächst wurden die Alben von Dadafon nicht im deutschsprachigen Raum veröffentlicht, erst das Album Lost Love Chords aus dem Jahr 2005 kam auch in Deutschland in den Handel.

                Neben ihrer Tätigkeit bei Dadafon ist Asbjørnsen Mitglied der Formationen Kvitretten und Krøyt. 2004 sang sie auf dem Album Seafarer's Song des norwegischen Musikers und Autoren Ketil Bjørnstad, welches auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Mit dem Soundtrack zu dem Film Factotum von Bent Hamer veröffentlichte Asbjørnsen 2006 ihr erstes Soloalbum.

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                  #9
                  AW: Jazz Biographien

                  Dee Dee Bridgewater

                  Manche Kritiker sehen in Dee Dee Bridgewater nach Betty Carter die legitime Nachfolgerin der Jazz-Legende Ella Fitzgerald. Tatsächlich gehört sie zu den versiertesten Sängerinnen der mittleren Generation, die ein ausgeprägtes Gespür für Swing mit ungewöhnlicher Musikalität und reichlich darstellerischem Talent verknüpft. Bridgewater ist eine der großen Entertainerinnen der internationalen Jazzszene, bildet mit ihrer zugleich leichten und dunklen Stimme und ihrer jovialen Scat-Kompetenz ein gelungene Verbindung der klassischen Bebop-Schulen mit Verweisen sowohl auf die Leichtigkeit Anita O'Days als auch auf Sarah Vaughans Intensität.
                  Dee Dee Bridgewater wurde am 27. Mai 1950 als Denise Garrett in Memphis geboren und wuchs in Flint im Bundesstaat Michigan auf. Sowohl die Großmutter als auch ihre Mutter waren als Sängerinnen und Tänzerinnen erfolgreich gewesen und hatten ihr Talent an die Tochter weiter gegeben. Schon früh zeigte Denise vokale Begabung und trat zunächst von 1966 an in lokalen Clubs als Soul- und Jazzsängerin auf. Erste größere Engagements brachten sie 1968 mit dem Saxofonisten Andy Goodrich und der Band der Michigan State University zusammen, in deren Reihen sie unter anderem am Festival der Universität of Illinois teilnahm. Zusammen mit John Garvey unternahm sie ein Russlandtournee, und lernte um 1969 den Trompeter Cecil Bridgewater kennen, den sie bald darauf heiratete.

                  Um 1970 landete die junge Sängerin in New York und arbeitete sich langsam, aber stetig in die dortige Modern Jazz- und Soul-Szene hinein. Von 1972 an konnte man sie als Teil der Thad Jones / Mel Lewis Big Band erleben, bald darauf wurde sie von der Presse als eines der kommenden Talente gepriesen. Sie sang am Broadway in dem Musical "The Wiz" (1975), wurde dafür mit einem Tony Award ausgezeichnet, und begann zunehmend, auch als Studiomusikerin zu reüssieren. In diesen Jahren konnte man Bridgewater unter anderem an der Seite von Pharoah Sanders, Roland Kirk oder Stanley Clarke erleben, darüber hinaus wagte die 1974 mit "Afro Blue" ihr Debüt als Solo-Künstlerin. Für "Just Family" (1978) konnte sie bereits Clarke und den Pianisten Chick Corea als Sidemen gewinnen, im selben Jahr wurde sie beim Newport Jazz Festival von Presse und Publikum gefeiert.

                  Während der achtziger Jahre entwickelte sich Bridgewater, die auch nach der Trennung von ihrem Mann dessen Namen beibehielt, zu einer der viel gebuchten Künstlerinnen des soulig swingenden Mainstreams. Sie ließ sich nach Erfolgen bei der Grande Parade de Jazz in Nizzas 1986 in Paris nieder, machte dort durch ihre Rolle in dem Stück "Lady Day" von sich reden und schaffte den endgültigen Durchbruch mit dem mehrfach preisgekrönten Album "Live in Paris" (1986). Von dort aus wurde sie als tatsächliche Jazzsängerin einem großen Publikum bekannt, lernte außerdem ihren zweiten Ehemann kennen und blieb fünfzehn Jahre lang der französischen Wahlheimat treu, bis sie um 2001 in die Nähe von Las Vegas zog, um als Familienmensch ihrer ebenfalls dort wohnenden Mutter nahe zu sein.

                  Über die Neunziger hinweg schaffte es Brigdewater, mit zahlreichen Platten ihren Ruf als klassische Jazz-Entertainerin auszubauen. "Keeping Tradition" (1994) wurde mit dem Django D'Or ausgezeichnet, das Tribute an Horace Silver "Love And Peace" (1995) stellte sich als Bestseller heraus und für "Dear Ella" (1997) bekam sie sogar einen Grammy überreicht. Mit "Live At Yoshi's" (2000) fasste sie eine Serie gelungener Clubauftritte von 1998 zusammen und "This Is New" (2002) präsentierte sie als inspirierte Interpretin des Songbooks von Kurt Weill. Im folgenden Jahr bekam die vom Kennedy Center in Washington den Auftrag, ein Programm mit französischen Liedern zu erarbeiten, das dort Anfang 2004 mit großer Resonanz aufgeführt wurde. So entstand die Idee, als Hommage an ihre Jahre in Paris das Album "J'ai deux Amours" (2005) aufzunehmen, mit dem sich Bridgewater als swingjazzende Chansonière in Musette-getönter Besetzung unter anderem mit Marc Berthoumieux am Akkordeon abermals auf für sie neues musikalisches Terrain wagte.

                  quelle http://www.jazzecho.de/artist_bio_dee_de...water_12723.jsp

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                    #10
                    AW: Jazz Biographien

                    Bajofondo



                    Bajofondo Tango Club beim TFF.Rudolstadt


                    Bajofondo Tango Club ist ein argentinisch-uruguayische Electrotango-Projekt der Produzenten und Musiker Gustavo Santaolalla und Juan Campodónico aus der Region um den Río de la Plata. Bajofondo ist die wörtliche Übersetzung von Untergrund, das Wort existiert jedoch im Spanischen so nicht.
                    Die Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, den Tango aus dem Blickwinkel aktueller Musikrichtungen wie Trip Hop, House, Chill Out und Drum'n'Bass zu interpretieren. Auf dem ersten, schlicht Bajofondo Tango Club betitelten Album befinden sich Songs verschiedener Musiker, die alle von den beiden Gründern des Projekts produziert wurden. Das Album wurde 2003 mit einem Latin Grammy in der Kategorie "Best Pop Instrumental Album" sowie mit dem argentinischen Musikpreis Premio Gardel in der Sparte "Dance/Electronica" ausgezeichnet.
                    2004 produzierten Santaolalla und Campodónico zusammen mit dem auch schon auf dem ersten Album vertretenen Musiker Luciano Supervielle das Album Bajofondo Tangoclub presents: Supervielle.
                    In einem Werbespot der Firma Shell wurde 2007 das Lied Montserrat von Bajofondo Tango Club verwendet.
                    Zuletzt geändert von herspi; 06.01.2008, 09:10.

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                      #11
                      AW: Jazz Biographien

                      Nik Bärtsch



                      Biographie



                      Geboren 1971 in Zürich. Pianist, Komponist und Produzent. Lebt in Zürich und Berlin. Unterricht in Jazz-Klavier und Schlagzeug ab dem 8. Lebensjahr. 1997 klassisches Klavierdiplom an der Musikhochschule Zurich. 1998-2001 Studium der Philosophie, Linguistik und Musikwissenschaft an der Uni Zürich. 2003/04 halbjähriger Japanaufenthalt.


                      Arbeitet als Pianist und Komponist stets an seiner RITUAL GROOVE MUSIC. Leader von MOBILE (seit 1997; mit Kaspar Rast, Mats Eser & Sha) und dem Zenfunk-Quintett RONIN (seit 2001; mit Kaspar Rast, Björn Meyer, Andi Pupato & Sha). Lehrauftrag für 'Praktische Ästhetik' an der Musikhochschule ZH/Winterthur (2000-2003).

                      1999 und 2002 Förderungspreis der UBS-Kulturstiftung

                      2002 Werkjahr der Stadt Zürich
                      2004 Kulturpreis der Gemeinde Zollikon (Anerkennungspreis)
                      2006 Prioritäre Jazzförderung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
                      2007 Kompositions Auftrag der Pro Helvetia

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                        #12
                        AW: Jazz Biographien

                        Marc Ribot und (* 1954 in Newark, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Avantgarde-Gitarrist Komponist.

                        Marc Ribot nahm als Teenager klassischen Gitarrenunterricht bei Frantz Casseus (war Freund der Familie). 1978 zog er nach New York und spielte unter anderen mit dem Jazz-Organisten Jack McDuff und dem Soul-Sänger Wilson Pickett. Zwischen 1979 und 1983 war er Mitglied der Band Realtones/Uptown Horns Band und von 1984 bis 1989 der Lounge Lizards. Wenngleich Ribot im allgemeinen der Avantgarde zugerechnet wird, hat er durchaus auch seine populären Seiten: So hat er mit seiner Band Los Cubanos Postizos zwei Alben mit latein-amerikanischer Musik als Hommage an Arsenio Rodriguez aufgenommen.
                        Obwohl er Linkshänder ist, spielt er eine Rechtshänder-Gitarre. Das technische Handicap gleicht er mit einer individuellen und einfallsreichen Spielweise aus.
                        Es gab Zusammenarbeit mit u. a. Tom Waits, Peter Zummo, Peter Kotik, Elliott Sharp, Anthony Coleman, The Jazz Passengers, Elvis Costello, Bill Frisell, John Zorn, Dave Douglas, Arto Lindsay und Evan Lurie. In Deutschland spielte er zusammen mit Jakob Ilja bei einem Konzertprojekt der 17 Hippies in Köln im Jahr 2004.

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                          #13
                          AW: Jazz Biographien

                          Der Geiger des Jazz

                          Vor 100 Jahren wurde Stéphane Grappelli geboren

                          Von Simonetta Dibbern

                          Stéphane Grappelli verstand es wie kaum ein anderer, zwei musikalischen Welten miteinander zu verbinden. Er beherrschte die klassische Technik des Violinspiels, wie sie eigentlich in die Konzertsäle gehört. Doch wenn es um Emotionen ging, konnte er die saubere Intonation vernachlässigen. Damit legte der französische Geiger den Grundstein zum europäischen Jazz.


                          Paris, im Jahr 1937. Ein Gitarrist und ein Geiger spielen den heißesten Swing, den Europa bis dahin gehört hat - ohne Saxophon und ohne Schlagzeug - zusammen mit ihrer Band "Quintett de Hot Club de France". Der Mann an der Gitarre ist Django Reinhardt. Der Geiger: Stéphane Grappelli. Die beiden waren sich zufällig begegnet: zwei visionäre Genies, virtuos-chaotisch der eine, ebenso kreativ, doch mit Organisationstalent, Sinn für Marketing sowie jeder Menge Charme der andere. Ein kongeniales Paar, ihr Zusammentreffen schlug Funken. Es war die Geburtsstunde des europäischen Jazz.

                          Geboren wird Stéphane Grappelli am 26. Januar 1908 als Sohn eines italienischstämmigen Philosophieprofessors in Paris. Als Kind bekommt er Tanzstunden, unter anderem bei Isadora Duncan. Klavier und Geige bringt er sich selbst bei. Nach dem Tod des Vaters verdient er sein erstes eigenes Geld: als Stehgeiger in Pariser Hinterhöfen und in Tanzsalons. Lukrativer sind die Engagements als Stummfilmpianist. Doch der junge Franzose begnügt sich nicht mit Musettewalzer und Tanzmusik.

                          "Ich hatte das Glück, damals ein paar der ganz raren Jazzschallplatten hören zu können. Und ich habe mich daraufhin entschlossen, selbst Jazz zu spielen. Dabei kam mir zur Hilfe, dass ich Autodidakt bin. Ich hatte nie einen Lehrer und konnte also spielen, was mir Spaß macht."

                          Es ist ein Experiment, die Violine in den Jazz zu holen. Ist das klassischste aller Musikinstrumente doch eigentlich viel zu leise, um in einer Swingband zu bestehen. Doch das Experiment gelingt - und schlägt Wellen, bis in die USA. Das "Quintett de Hot Club de France" ist die erste Formation, die die afroamerikanische Kunst der Improvisation mit eigenen Tönen anreichert - mit der Virtuosität der Gypsymusiker und mit dem Erbe europäischer Klassik.

                          Solch unerhörte Töne gehen den Nationalsozialisten in jeder Hinsicht gegen den Strich: Sie lassen die Swingversion von Bachs Doppelkonzert 1937 einstampfen. Grappelli geht nach London ins Exil und kommt erst nach dem Krieg nach Paris zurück. Spielt wieder - wenn auch mit weniger Enthusiasmus als in den dreißiger Jahren - mit Django Reinhardt. Er trifft die Größen des amerikanischen Jazz: die Pianisten Oscar Peterson und McCoy Tyner, sowie den Saxophonisten Benny Carter. Und ist begeistert vom Hardbop eines Sonny Rollins.

                          So innovativ, feurig und experimentierlustig wie mit dem "Hot Club de France" ist Stéphane Grappelli später nicht mehr. In seinen Improvisationen wiederholen sich Phrasen und Licks. Als Komponist tritt er kaum noch in Erscheinung. Doch wie kaum ein anderer versteht er es, musikalische Welten zusammenzubringen - vergnügt, sinnlich und tänzerisch. Ein Gentleman, der liebt, was er tut und Größe genug hat, diese Liebe auch zu zeigen. Seinen Kollegen gegenüber und - dem Publikum.

                          "Wenn wir spielen, geht es doch darum, das Publikum zu erfreuen. Ihm gilt die Anstrengung all unser Fähigkeiten."

                          Stéphane Grappelli war jegliches Rivalitätsdenken fremd. Immer hat er auch den Nachwuchs gefördert. Ihm ist es zu verdanken, dass viele namhafte Jazzgeiger Franzosen sind: Jean-Luc Ponty, Didier Lockwood, Dominic Pifarely. Und der charmante Grandpère der Geige selbst spielte bis zuletzt mit unverminderter Energie.

                          "Alles geht vom Kopf aus. Und ich habe solches Vergnügen an der Musik, dass ich das bis zum Ende tun werde."

                          Am 1. Dezember 1997 ist Stéphane Grappelli in Paris gestorben, im Alter von 89 Jahren.





                          quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendung...rblatt/728556/







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