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Countertenöre - die Kunst des Seelenblicks

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    Countertenöre - die Kunst des Seelenblicks

    Hallo schon wieder mal,

    gerade hörte ich Jaroussky. Sofort hatte ich wieder Gänsehautfeeling und dachte mach' sofort ein neues Thema.

    Wem geht es noch so, diese vollendete Kunst des reinsten Gesangs, das seit den 50er Jahren immer mehr herausragende Countersänger zu neuem Leben erwecken, das geht so enorm unter die Haut. Wenn ich da anfange zu hören, kann ich nicht mehr aufhören. Diese Affekte, diese vollendete Stimmführung, diese Koloraturtechnik, ... Es ist kaum zu beschreiben.

    Hier ein Link zum reinhören:

    http://www.youtube.com/watch?v=9zQX2XqAE8c
    http://www.emiclassics.de/philippejaroussky/videos

    einer mit den wichtigsten Männersopranen:

    http://www.tp4.rub.de/~ak/disc/ (The male soprano page)

    Es gäbe jetzt soviele zu nennen: Neben Jaroussky, Christofellis, Scholl, Daniels, Jacobs, Lee Ragin, Visse, Kowalski, Cencic, ...

    Einer meiner liebsten:



    Russel Oberlin, welche Vollkommenheit des Gesangs, stark!

    Gerade in Barockopern und -oratorien überbieten sie sich mit den Flügeln des Gesanges.

    Viel Spaß und Berührtheit Amadé

    #2
    AW: Countertenöre - die Kunst des Seelenblicks

    Ergänzend - und da sind sie mir beinahe am liebsten - möchte ich auf die hohen Männerstimmen in Chören aufmerksam machen.

    Es gibt unzählige Aufnahmen englischer Provenienz, in denen der Alt von Männerstimmen gesungen wird.

    Darunter dann wieder zwei Richtungen: Soprane entweder mit Frauen oder mit Knaben zu besetzen.
    Für Ersteres mag stellvertretend Christopher Hoogwood mit seinen vielen Aufnahmen für DECCA /L`Oiseau Lyre stehen, während Gardiner in seinem berühmten Monteverdi Choir neben seinen Männer-Altisten auf Frauensoprane setzt.

    Ich mag diese Art des Chorgesangs sehr gerne - auch deshalb, weil die Qualität bei englischen Chören im Schnitt sehr sehr hoch ist.

    Auch klingen englische Knabensoprane häufig nicht so plärrend wie deutsche Knabenchöre, die ich deshalb nicht besonders mag.

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      #3
      AW: Countertenöre - die Kunst des Seelenblicks

      Hallo,


      da möchte ich doch mal einen Link setzen:http://www.andreasscholl.ch/
      Andreas ist auch privat ein absolut lieber Mensch,ich habe eine Menge Aufnahmen und einige DVD im Besitz,er ist ein ganz großer Künstler.Jetzt könnte ich Euch noch verraten mit welchen Speakern er privat hört.....feif:feif:

      Dürfte ja nicht so schwer sein!rost:


      Jetzt noch von seiner Webseite etwas zur Geschichte der
      Countertenöre
      Als Countertenor (vom lat.: contratenor; auch: Alto) werden Sänger bezeichnet, die in Alt- oder sogar Sopranlage singen.
      In früheren Zeiten waren es die sogenannten Kastraten (siehe weiter unten), welche in diesen Stimmlagen auftraten. Heute sind es Sänger, die mit Hilfe einer durch Brustresonanz verstärkten Kopfstimmen- beziehungsweise Falsett-Technik in die hohe Gesangsstimme gelangen.

      Die ersten Kastraten, die im ausgehenden 16. Jahrhundert nach Italien kamen, stammten aus Spanien. Sie wurden engagiert, um die Sopranoparts in der Sixtinischen Kapelle zu übernehmen, denn Frauen durften in diesem Umfeld nicht auftreten. Die Kastraten erfreuten sich bald grosser Beliebtheit und erhielten lukrative Positionen, so zum Beispiel am Hofe der Medici in Florenz.
      Die Schulung war von äusserster Härte, von langer Dauer und grosser Sorgfalt geprägt. Dieser Effort zahlte sich für die jungen Männer und ihre Familien meist aus, denn die Laufbahn eines Kastraten war oft mit einem sozialen Aufstieg verbunden.

      Viele Komponisten der damaligen Zeit schrieben eigens für die hohen Männerstimmlagen Stücke beziehunsgweise Opernrollen, so auch Händel. Die bekanntesten Kastraten seiner Zeit waren Francesco Bernardi, genannt Senesino, und Carlo Broschi, auch Farinelli genannt.
      Senesino kam um 1690 in Siena zur Welt. Er war gross und stattlich, und hatte ein rundes Gesicht. Nach ersten Auftritten in Venedig um 1707 bereiste er verschiedene italienische Städte und war ab 1717 zunächst am Dresdner Hof angestellt. Für die neu gegründete Opernakademie in London suchte Georg Friedrich Händel auf dem Kontinent nach Sängern. Er versuchte Senesino zusammen mit anderen Sängern in Dresden abzuwerben. Dies gelang ihm auch, und so kam Senesino 1720 nach London. Mit den Heldenrollen in Opern wie Giulio Cesare und Riccardo Primo feierte er dort grosse Publikumserfolge. Ab 1734 gehörte zu diesem Ensemble auch Farinelli.

      Farinelli wurde am 24. Januar 1705 in Neapel geboren, wo er 1722 seine ersten Erfolge feierte. Er trat u.a. in Frankreich, England und Spanien auf. Sein Bruder Riccardo Broschi komponierte übrigens einige Stücke für Farinelli, so u.a. "Ombra fedele anch'io".

      Der Regisseur Gérard Corbiau verfilmte 1994 mit Stefano Dionisi in der Hauptrolle Farinelli's Lebensgeschichte.

      In der englischen Gesangstradition sind Countertenöre weiter verbreitet als auf dem Kontinent. Mit Alfred Deller war es dann auch ein Brite, der dieser Gesangstechnik ab den 1940er-Jahren wieder zu weltweiter Bedeutung verhalf.

      Gruss

      Claus
      Zuletzt geändert von Claus B; 05.07.2008, 10:22.

      Kommentar


        #4
        AW: Countertenöre - die Kunst des Seelenblicks

        Hallo,

        ich freue mich über die Resonanz und hoffe, dass von vielen Seiten immer wieder Empfehlungen dazukommen.

        Danke für den Hinweis EUSEBIUS, mit den Chören. Persönliche Frage: Da ich Knabenchöre sehr gerne höre, z.B. arbeiten Robert King und Andrew Parrott sehr viel damit, gefallen mir die 'Windsbacher' und allen voran die Regensburger Domspatzen sehr. Dort tritt für meine Ohren das Quäkende nicht so auf. Findest Du die beiden auch typisch deutsch?
        An eine gute Haydn-Messen-CD mit den Augsburger Domsingknaben erinnere ich mich noch.

        Hier noch zwei sehr schöne Counter-Links auf arte:

        http://www.arte.tv/de/kunst-musik/Hi...n/1612852.html

        http://www.arte.tv/de/content/tv/02_...e/1612856.html

        Viel Spaß Amadé

        Kommentar


          #5
          AW: Countertenöre - die Kunst des Seelenblicks

          Ich suche seit J a h r e n auch einen Chor !

          Bislang konnte mir nirgends weitergeholfen werden.
          Den Chor, oder die Chöre die ich suche, sind Afrikanische Chöre !
          Nicht aus Südafrika!

          Anlässlich einer seeligsprechung und heiligsprechung auf dem Petersplatz, der letzte Papst
          machte das, das betraf verschiedene Männer und Frauen aus Indien, aus Afrika usw. anlässlich der Frau die da in Afrika wirkte, traten ihr zu Ehren afrikanische Chöre oder ein Chor aus eben dem Land auf, in dem diese Schwester seinerzeit gelebt hatte. Ich weiss aber nicht, welches Land das ist. Jedenfalls sangen die in den allerschönsten, merkwürdigen Harmonien, immer mit Wiederholungen, sich steigernd, auch rythmisch nicht so wie es hier üblichwerweise statfindet, einerseits vollkommen afrikanisch, andererseits wohl auch geistlich, unaufgeregte Gesänge, langanhaltend und sich im Wechsel zwischen Teilen der Chöre oder des Chor gegenseitig unterstützend.
          Die Musik war fast fröhlich, nicht überbordend heiter, ohne Trübsaal.
          Tröstend vielleicht, wegen dieser sehr kraftvollen Gesangsform, aber immer ausgeglichen, nicht wie ein Gospelchor oder so, ganz und garnicht. Die Kraft steckte einfach so in den Stimmen, die ja in Freien gesungen haben, ohne Mikrofone und sowas. Die standen dort auf dem Petersplatz auf einer grösseren Fläche vor dem Papst und sangen und sangen und sangen und sangen und hörten überhaupt nicht mehr auf.



          egal was ich bislang auf Tonträgern, im Internet finden konnte, das war es nicht. Irgendwo, in irgendeinem afrikanischen Land müssen die Menschen jedenfalls in ihren volksmusikalischen Traditionen da eine Verbindung haben, etwas, was sowohl in deren Volksmusik üblich ist, aber auch in diesen Chören wiedererkannt werden kann.

          ?
          Gruß Ingo . . . . . . . . . . . . . meine letzten gestreamten Tracks

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            #6
            AW: Countertenöre - die Kunst des Seelenblicks

            Hallo Amadé-Franz!

            Ja, die würde ich auch dazuzählen, wobei hinzufügen muss, dass ich jüngere Aufnahmen dieser Chöre wegen besagter Abneigung nicht kenne.

            In meinen Ohren klingen deutsche Knabenstimmen häufig angestrengter, manirierter und oft auch nicht so intonationssicher wie englische. Irgendwie hat das für mich immer was von "Kinderchor".

            Aber: Siehe meine Einschränkung zu Beginn.
            Zuletzt geändert von Replace E; 05.07.2008, 12:24.

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              #7
              AW: Countertenöre - die Kunst des Seelenblicks

              Peinlich, peinlich:rot:feif:falsch reingestellt. Öfter mal was Neues. Jetzt also an der richtigen Stelle:

              Sonnige Grüßle für alle Counter-Fans und die es werden wollen.

              Hier einige Tipps, die ich als Highlights empfinde:



              Schon etwas älter, doch auserlesen musiziert, für mich die beste Kowalskiaufnahme die ich kenne und ein seltenes Repertoir mit den berliner Opernkomponisten.

              Eine phantastische Interpretation aller Beteiligten Orchester, Dirigent und M.E. Cencic auf seinem Rossini-Album:



              Für mich der Scholl aller Scholls und Händel und, und, und ... einfach herrlich:



              Hochinteressant, ich bin Fan des Films und finde die CD ebenso gelungen, nicht zuletzt wegen 'Les Talens Lyriques' und Christophe Rousset. Das Besondere daran, es wurden zwei Stimmen zusammengemixt. Da viele Musikwissenschaftler und Gesangspädagogen (zumindest vor noch 15 Jahren, die Gesangstechniken und Stimmen haben sich vorzüglich weiterentwickelt) davon ausgingen, dass Kastraten voller, erwachsener und im Timbre spezifischer klangen, machte man damals den Versuch den damals führenden Counter Lee Ragin (1. Preis ARD Musikwettbewerb!) mit einer Mezzosopranistin zusammenzuschneiden ohne sein Eigentimbre anzugreifen. Ich find's spannend und mir gefällts:



              Eine Singularität stellt diese Mozartscheibe dar. Arien und Duette für Männer- und Frauensopran. Wie ich finde schön musiziert:

              gibts auf dem polnischen Label proMusica.

              Ein vorzügliche CD, die weitgehend unbekannt ist mit Counter-Tenor-Duetten:

              (Label Deux Elles, DXL)


              Zu guter Letzt eine Aufnahme, die einfach stimmt (wie nahezu alle mit René Jacobs) - obwohl gesungen von der wunderbaren Alaska-Amerikanerin Vivica Genaux (Mezzo). Sie interpretiert FARINELLI Arien:



              Also viel Spaß beim Stöbern und Sparschweindrücken :dancer: vom Amadé

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