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Buena Vista Social Club

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    Buena Vista Social Club



    Aus der Amazon.de-Redaktion
    Ry Cooders Name hat natürlich geholfen, die Aufmerksamkeit auf diese Platte zu lenken, doch es sind die erfahrenen kubanischen Son-Musiker, die dieses Album zu etwas Besonderem machen. In der Themenwahl und dem Gefühl für gedämpfte Romantik erinnert das Album an Ellington.
    Wir finden auf Buena Vista Social Club die seltene Verschmelzung von Ruhe und Intensität. Die Klänge sind ganz gelassen, und die Spieler stellen eine lebendige Musik in den Vordergrund, die uns daran erinnert, daß man auch im Alter nicht auf Lebendigkeit verzichten muß. Barbarito Torres' lautes Solo in "El Cuarto de Tula" ist sowohl bewundernswerter als auch geschmackvoller als jedes Gitarrenstück auf jedem beliebigen neueren Rock-Album. Eine Version von "Stormy Weather" und einige sehr deutliche Parallelen zu hawaiianischen Stilen erinnern den Hörer daran, daß dies "World Music" ist. --Rickey Wright

    Stereoplay
    Der amerikanische Gitarrist Ry Cooder ist ein bescheidener, zurückhaltender Mann. Seine Begeistung für ein Projekt, das ihn im März 1996 nach Kuba führte, sprengt indes alle Barrieren seiner vertrauten Introvertiertheit. "Ich habe das Gefühl, daß ich mein Leben lang auf dieses Experiment hin orientiert habe", schwärt der 50jährige, der die Aufnahmen mit einigen der bekanntesten Musiker aus Castros Reich eingespielt hat. Mit einer Begeisterung, wie sie wohl nur unter dem Himmel der Zuckerinsel gedeiht, spielten Cooder und Co. eine Kollektion von Balladen ein, in denen der Schmerz und die Freude der kubanischen Kultur pulsiert. Am Piano saß ein Männchen, 77 Jahre alt, der sein Instument schon für immer zugeklappt zu haben schien. Rubén González heißt die Legende, die wie ein junger Gott die Finger über die Tasten flitzen ließ - eine göttliche Session, bei der einem die Worte fehlen... Sie gehört zu einer dreiteiligen Reihe des World-Circuit-Labels, deren Anfang die Afro-Cuban All Stars mit "A Toda Cuba Le Gusta" (siehe stereoplay 6/97) machte. Die Serie komplettiert dann "introducing ... Rubén Conzález" (CD 049, 46:01). Die Scheibe widmet sich ganz dem Piano-Veteran. Hört man Gonzáles seine Cha-Cha-Chas und Bossa Novas klimpern, versteht man, warum Cooder ihn "eine kubanische Mischung aus Thelonious Monk und Felix The Cat" nennt... © Stereoplay

    Gruß
    Franz

    #2
    AW: Buena Vista Social Club

    Die beiden fast schon legendären Scheiben mit dem "Buena Vista Social Club" befinden sich auch in meiner Sammlung. Tontechnisch eine der wenigen rundum gelungenen amerikanischen Aufnahmen (weitgespannte Basis, ausgeprägte Ortung Vorne/Hinten, deutlich nachvollziehbar, daß der Raum eine relativ niedrige Decke aufweist). Musikalisch sagenhaft gut, man hört quasi aus jeder gespielten Note heraus, daß nicht nur alte, erfahrene Profis am Werk waren, sondern spürt vor allem den tiefen inneren Bezug, den sie zu Kultur und Geschichte ihres Landes haben. Das ist übrigens durchgängig auffällig bei fast allen Musikereignissen Mittel- und Südamerikas und eine Folge der Verschmelzung zahlreicher Ethnien und damit Ausdrucksformen und Stilen. Gilt übrigens auch für die Musikinstrumente: Örtliche Bauformen wurden im Laufe der Jahre mit anderen verbunden, aus Europa stammende adaptiert und in die Musik eingefügt. Die beiden berühmtesten Beispiele hierzu sind wohl der südamerikanische "Charango" (de Madera = mit Holzkorpus, de quirquincho = mit Korpus aus einem Gürteltierpanzer, klingt härter und "spröder") sowie das Bandoneon (Argentinien, teils auch Chile und die Insel Chiloë). Der Charango ist eine Abwandlung der "Kurzhalslautengitarre", das Bandoneon ("vieleckige Konzertina mit bis zu 88 Stimmen", Zitat: C. Sachs) geht auf eine Konstruktionsidee des Krefelder Händlers Heinrich Band (ca. 1840) zurück. Wie es zu dem Instrument der argentinischen Musik werden konnte, dürfte ein Dissertationsthema sein...
    Weltmusik - eines meiner Lieblingsthemen ... gerne denke ich an diverse "Vorträge" mit Musikbeispielen in Claus Büchers "Blauem Salon" zurück, wo ich dem geneigten Auditorium solche Musik näherzubringen versuchte. Wer weiß, ob nicht der eine oder andere es als subtile Form der Körperverletzung empfand, als Werke vom 9. (neunten) Jahrhundert rund um die Welt durch die Zeiten des Osmanischen Reiches, über Madagascar bis hin nach Südamerika erklangen... War jetzt schnodderig - Musik durch Zeit und Raum ist für mich immer wieder faszinierend.

    Kommentar


      #3
      AW: Buena Vista Social Club

      Hallo Winfried,

      Weltmusik - eines meiner Lieblingsthemen ... gerne denke ich an diverse "Vorträge" mit Musikbeispielen in Claus Büchers "Blauem Salon" zurück, wo ich dem geneigten Auditorium solche Musik näherzubringen versuchte. Wer weiß, ob nicht der eine oder andere es als subtile Form der Körperverletzung empfand, als Werke vom 9. (neunten) Jahrhundert rund um die Welt durch die Zeiten des Osmanischen Reiches, über Madagascar bis hin nach Südamerika erklangen... War jetzt schnodderig - Musik durch Zeit und Raum ist für mich immer wieder faszinierend.
      Das waren sehr gute Vorträge,hat mir viel gebracht!rost:
      Es gibt so viel an "unbekannten" zu entdecken,Musik und Kultur eben.

      Gruß

      Claus

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